Magdeburg muss aus bitterer Regensburg-Niederlage lernen

Hinter dem MSV Duisburg, der sich nach diesem Wochenende fröhlich-frech ins Fäustchen lacht, will offensichtlich in der 3. Liga aktuell niemand aufsteigen. Nicht nur Osnabrück und Holstein Kiel, sondern auch der 1. FC Magdeburg patzte im Heimspiel. 1:2 hieß es im Heimspiel gegen Jahn Regensburg nach eigener Führung – was für eine bittere Niederlage.

Ein Spiel, das schwer im Magen liegt

Es war schon im Vorfeld ein hochinteressantes Duell zwischen Aufstiegskandidat und direktem Verfolger erwartet worden, auch weil Magdeburg und Regensburg den Fußball in der 3. Liga durchaus unterschiedlich auffassen: Beim FCM steht primär die Null, speziell in der Rückserie war die Defensive um Richard Weil und Christopher Handke nur schwer zu überwinden gewesen. Jahn Regensburg um Heiko Herrlich stellt derweil die beste Offensive der Liga, knackte am Sonntagnachmittag schließlich als erste Mannschaft sogar die 50-Tore-Marke. Dass es zeitgleich auch die 50-Punkte-Latte fiel, hatte Magdeburg wiederum selbst zu verschulden. "Die Analyse fällt mir ziemlich schwer, denn das Spiel liegt sehr schwer im Magen“, konstatierte Übungsleiter Jens Härtel nach Spielende. Wer die erste Halbzeit sah, der dachte wohl noch, dass ein einziges Tor über Sieg und Niederlage entscheiden würde – wenn überhaupt.

Zwei Traumtore wenden die Partie

Dann aber nahm die Begegnung rasant an Fahrt auf. Auslöser war Steffen Puttkammer, der einst schon abgeschrieben war: Er besorgte nach einem Eckball per Kopf die 1:0-Führung (62.), nachdem alle Versuche aus dem Spiel heraus frühzeitig gescheitert waren. Wieder ein dreckiger Sieg für den 1. FC Magdeburg, nachdem Tage später freilich keiner mehr fragen würde? Nein, denn Benedikt Saller markierte mit einem herrlichen und genau platzierten Distanzschuss den postwendenden 1:1-Ausgleich erzielte (64.). Doch Minuten später kam es noch dicker: Auch der zweite Abschluss des Jahn war ein Gaumenschmaus. Erik Thommy beförderte das Leder linksoben in den Torwinkel – der umjubelte goldene Treffer, denn Magdeburg kam trotz bester Möglichkeiten von Christian Beck nicht mehr heran. Statt sieben Zählern Vorsprung rückt Regensburg bis auf einen Punkt an den FCM heran, das klassische Sechs-Punkte-Spiel endet mit einer bitteren Pleite.

Härtel: "In puncto Bereitschaft mache ich dem Team keinen Vorwurf"

"Wir geben die Führung viel zu schnell wieder her“, stellte Härtel auf der Pressekonferenz nach Spielende fest. In der Halbzeitpause hatte er an einigen taktischen Stellschrauben gedreht, "einiges davon aber haben wir auf dem Platz dann vergessen“, so der Coach, der bei den Gegentoren jeweils eine mangelnde Zuteilung und Sortierung im Zentrum zu bemängeln hatte. "In der Überzahl" – Andreas Geipl hatte nach einem brutalen Foul an Razeek nach 77 Minuten zurecht die rote Karte erhalten – "haben wir dann nur noch Ansätze verzeichnet, von der Bereitschaft her kann und werde ich dem Team keinen Vorwurf machen", so Härtel, der zusammenfasste: "Vielleicht wäre ein 2:2 gerecht gewesen, aber so ist Fußball." Glücklicherweise zeichnet das Magdeburger Umfeld aus, trotz großer und vielschichtiger Fanbasis nicht in Unruhe zu verfallen.  Der FCM muss daraus lernen und gestärkt hervorgehen, dann steht einem heißen Finale in der 3. Liga nichts im Wege.

   
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