Jetzt im Ticker: Topspiel zwischen Leipzig und Heidenheim

Am Mittwochabend steht das Top-Spiel des 31. Spieltages an. Aufsteiger RB Leipzig, aktuell Tabellenzweiter, empfängt den Spitzenreiter 1. FC Heidenheim (Anstoß 20.15 Uhr, live im Ticker bei liga3-online.de). Bei einem Gästesieg würde der Vorsprung auf die Sachsen neun Punkte betragen und ein weiterer Schritt Richtung Drittliga-Meisterschaft getan werden. Gewinnt die Mannschaft von Trainer Alexander Zorniger, wären sie bis auf drei Punkte an Heidenheim herangerückt. Im Vorfeld des Top-Spiels wirft liga3-online.de einen Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile und vergleicht diese gegeneinander.

Die Torhüterposition

Benjamin Bellot kann in seiner bisherigen Zeit als Drittliga-Torwart auf eine beeindruckende Bilanz zurückblicken. In sieben Partien kassierte der Schlussmann der Leipziger lediglich ein Gegentor. Das große Manko des 23-Jährigen ist jedoch die fehlende Spielpraxis. Seit 2009 absolvierte er nur elf Partien, saß ansonsten bei den Profis ausschließlich auf der Bank.

Sein Gegenüber Erol Sabanov ist die Routine in Person und kann bereits 368 Einsätze von der vierten bis zur zweiten Liga nachweisen. Seit 2007 hütet er mit einigen kleineren Unterbrechungen durchgehend das Tor der Heidenheimer und trug 165 Mal das Trikot der Ost-Württemberger. Auch mit 39 Jahren kann der Deutsch-Bulgare die gegnerische Offensive noch zur Verzweiflung bringen, kassierte in 25 Spielen erst 16 Gegentore und blieb 16 Mal ohne Gegentreffer.

0:1 für Heidenheim

Die Abwehr

Nach den bisher 30 absolvierten Spielen können beide Mannschaften einen Schnitt von weniger als einem Gegentor pro Partie aufweisen. Heidenheim stellt die beste Defensive der Liga (20 Gegentreffer), Leipzig die drittbeste (27). Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt konnte im Laufe der aktuellen Spielzeit sogar einen Rekord an Zu-Null-Spielen in Folge aufstellen. Vom 14. bis zum 20. Spieltag blieb das Team sieben Mal in Folge ohne Gegentreffer. Die Sachsen scheiterten zuletzt beim Versuch gleichzuziehen (1:1 in Unterhaching).

Hinzu kommt, dass der Tabellenführer in der Defensive weniger rotiert und sich der Mannschaftsteil so besser aufeinander abstimmen konnte. Linksverteidiger Philip Heise verpasste noch keine einzige Minute, die Innenverteidiger Tim Göhlert (fehlte ein Spiel) und Mathias Wittek (drei) waren fast immer dabei, Rechtsverteidiger Dennis Malura kommt auf 23 Einsätze und ist seit dem Hinspiel gesetzt .

Beim Gastgeber hingegen tauschte Zorniger die Verteidiger immer wieder aus, kein Spieler kommt auf mehr als 25 Einsätze (Niklas Hoheneder). Sebastian Heidinger kam größtenteils auf der linken Seite zum Einsatz, war aber auch sieben Mal als Rechtsverteidiger eingesetzt. Auch Tim Sebastian wurde lange Zeit keine feste Position zugeteilt, zuletzt spielte der 30-Jährige in der Innenverteidigung. Spieler wie Fabian Franke und Anthony Jung kamen in den vergangenen Wochen und Monaten nur sporadisch zum Einsatz. Feste Automatismen konnten sich so nicht einspielen, was vor allem im Spiel gegen Osnabrück deutlich wurde, als sich der Gegner viele Torchancen erspielen konnte.

0:2 für Heidenheim

Das Mittelfeld

Beide Teams verfügen über ein überdurchschnittliches Mittelfeld und haben mit Marc Schnatterer (Heidenheim) und Dominik Kaiser (Leipzig) überragende Spielgestalter in ihren Reihen. Mit Diego Demme und Joshua Kimmich (Leipzig), der jedoch gelbgesperrt fehlen wird, und Sebastian Griesbeck sowie Julius Reinhardt (Heidenheim) zu dem noch ein gut besetztes defensives und zentrales Mittelfeld, das immer wieder Akzente nach vorn setzen und den Gegner schlecht aussehen lassen kann. Mit Schnatterer hat der Gast den zweitbesten Scorer der Liga (zwölf Tore und Vorlagen), der Duelle zweifelsohne im Alleingang entscheiden kann. Jedoch ist das System zu sehr auf den 28-Jährigen zugeschnitten. Hat der 168-malige Drittliga-Spieler einen schlechten Tag, leidet das gesamte Spiel der Mannschaft spürbar. Bei den Messestädtern wiegt eine unterdurchschnittliche Leistung Kaisers nicht so schwer, da die Last auf mehreren Schultern verteilt ist. 

1:3 für Heidenheim

Der Angriff

Mit Kapitän Daniel Frahn (13 Tore, vier Vorlagen) und Yussuf Poulsen (sieben Tore, vier Vorlagen) haben die Hausherren eines der gefährlichsten Sturmduos der Liga. Beim Gast ist Smail Morabit mit sieben Treffern und vier Vorlagen der erfolgreichste Stürmer des Teams. Es folgen Florian Niederlechner (sechs/drei), Patrick Meyer (fünf/null) und Michael Thurk (zwei/drei). Die Sturmreihe der Schmidt-Elf verfügt also in keiner Konstellation über die Gefahr, welche von Leipzig ausgeht. Zwar hat Heidenheim insgesamt drei Tore mehr erzielt (49), doch geht dies auch vom Mittelfeld aus und verteilt sich auf mehrere Stürmer, von denen die Hälfte auf der Bank Platz nehmen muss. 

2:3 für Heidenheim

Fazit

Wie die genaue Betrachtung zeigt, sind es nur Kleinigkeiten, welche die Teams voneinander trennen. Beide Mannschaften agieren auf einem hohen Niveau. Die Grundlagen für ein spannendes und gutklassiges Spitzenspiel sind demnach gegeben. Wie so oft wird die Tagesform ausschlaggebend sein, bei fast ebenbürtigen Kadern wie diesen wird dies jedoch noch umso mehr den Ausgang des Spiels beeinflussen. Ein weiterer Faktor wird die Kulisse sein. Es kann davon ausgegangen werden, dass mindestens 20.000 Zuschauer den Weg ins Stadion finden. Leipzig spielte diese Saison bereits fünf Mal vor mehr als 14.000 Zuschauern und zwei Mal mehr als 20.000, Heidenheim nur ein Mal vor rund 18.000. Die Zorniger-Truppe dürfte mit den Einflüssen von den Rängen besser umgehen dürfen.

FOTO: GEPA Pictures

   

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