Landespokal-Aus bei Pyro-Eklat: FWK scheitert in Schweinfurt

Von

© imago/Hübner

Die Würzburger Kickers sind am Mittwochabend aus dem bayrischen Landespokal ausgeschieden: Gegen Viertligist FC Schweinfurt 05 stand es am Ende 1:3. Überschattet wurde die Partie von Pyro-Szenen auf beiden Seiten, die in der Schlussphase für mehrere Spielunterbrechungen sorgten. Zwischenzeitlich stand auch ein Abbruch im Raum.

FWK dominiert, aber FCS trifft

Zuletzt gab es das Derby zwischen dem heutigen Drittligisten Würzburger Kickers und dem Titelverteidiger des Landespokals FC Schweinfurt 05 am 25. Spieltag der Saison 2014/15. Damals traten beide Vereine noch in der Regionalliga Bayern gegeneinander an, der 2:0-Erfolg des FWK war auch Teil des Durchmarsches in die 2. Bundesliga. Drei Jahre später ging es vorrangig um den Einzug ins Viertelfinale. In der Anfangsviertelstunde gaben die Würzburger, die zuletzt in der Liga mit Erfolgen glänzten, den Takt vor: Dominic Baumann scheiterte zunächst aus spitzem Winkel (4.), Minuten später verpasste er eine Hereingabe nach einem starken Solo von Dennis Mast im Strafraum (12.). Von den Gastgebern war bis dahin nicht viel zu sehen, ein Foul von Hendrik Hansen sollte dann aber gravierende Folgen haben: Nicht etwa der folgende Freistoß, sondern der gefoulte Marco Fritscher sorgte für ein Kuriosum. Noch während der Rechtsaußen an der Seitenlinie behandelt wurde, leistete sich die Hintermannschaft des FWK einen Fehlpass im Aufbauspiel – und plötzlich lief Fritscher frei durch und traf per Flachschuss zum 1:0 (20.). Die Würzburger Kickers suchten danach wieder die Ordnung in ihrem Spiel, leisteten sich aber des Öfteren Abspielfehler und wirkten auch Minuten nach dem Gegentor neben der Spur. So auch Mast, der kurz vor dem Pausenpfiff den Zweikampf mit Ex-Hachinger Alexander Piller scheute. Der Schweinfurter zog in die Mitte und traf aus 16 Metern unbedrängt in die Maschen (43.).

Jabiri verhindert Aufholjagd

Die Einstellung seiner Elf konnte Kickers-Coach Michael Schiele in der ersten Hälfte nicht gefallen haben, doch der Start in den zweiten Abschnitt brachte den Trainer wohl zur Weißglut. Kai Wagner vertändelte den Ball im eigenen Strafraum an Ex-Würzburger Adam Jabiri, der das Geschenk nur knapp über den Kasten jagte (47.). Während die Konzentration bei den Kickers bis dahin komplett fehlte, leistete sich auch Schweinfurt einen Abwehrfehler und brachte die Würzburger somit wieder ins Spiel: Baumann war nach einem Zweikampf schneller wieder auf den Beinen und gab den Ball nach Innen, wo Neuzugang Patrick Breitkreuz sein erstes Pflichtspieltor erzielen konnte (56.). Die Freude währte nicht lange, denn keine 60 Sekunden später nickte Jabiri eine Flanke zum 3:1 ein (57.) – Kapitän Sebastian Schuppan sprang unter dem Ball hindurch, Keeper Drewes kam nicht aus seinem Kasten heraus. Sportlich spannend wurde die Partie danach nicht mehr, obwohl Baumann noch einmal frei auf FCS-Keeper Eiban zulief, den Ball aber knapp ans Außennetz setzte (66.).

Pyro-Vorfälle in beiden Kurven

Stattdessen sorgte die heimische Kulisse der Schweinfurter für erste Aufregung, denn schon nach dem 3:1-Treffer griffen die Fans zur Pyrotechnik (61.). Damit aber nicht genug, auch die Gäste aus Würzburg waren vorbereitet und sorgten ebenso für dicke, rote Rauchschwaden (73.), die ein Weiterspielen kaum ermöglichten. Auf die Spitze wurden die Übergriffe dann in der Schlussviertelstunde getrieben – zuerst zündeten die Schweinfurter weitere Bengalos (81.), danach unterbrach Schiedsrichter Patrick Hanslbauer die Partie erstmals für fünf Minuten. Zwar liefen die Spieler danach noch einmal auf den Platz, doch um das Sportliche ging es schon lange nicht mehr: Erneut wurden Bengalos eingesetzt, dieses Mal wieder in der Würzburger Kurve (88.). Der Spielabbruch drohte, es folgten lange Beratungen der Verantwortlichen: Trainer Schiele ging selbst in die Kurve der Gäste, um diese zu beruhigen. Fast zehn Minuten nach dem eigentlichen Ablauf der regulären Spielzeit wurde die Partie nach zwei Unterbrechungen noch einmal angepfiffen, die Stimmung auf den Rängen hatte jedoch nichts mehr mit dem Fußballspiel zu tun. Auch die Gelb-Rote Karte für Hansen (90. + 14.) spielte keine Rolle mehr. Am Ende stand eine 1:3-Niederlage für die Kickers zu Buche, die sich damit bereits früh aus dem Landespokal verabschieden. Der Pyro-Eklat dürfte derweil ein Nachspiel haben.

   

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.