Kurzarbeit bis Jahresende? "Solange überleben wir nicht"

Schon 13 Vereine der 3. Liga haben Kurzarbeit angemeldet, darunter auch der Hallesche FC. Sollte der Zustand im "Worst-Case" bis zum Jahresende andauern, sehen sich die Saalestädter in ihrer Existenz bedroht.

Ziel: Ohne Insolvenz in die neue Saison

Jens Rauschbach ist in diesen Tagen ein vielgefragter Mann. Zum einen, weil der Präsident des Halleschen FC selbst mit dem Coronavirus infiziert ist, zum anderen, weil sich der HFC mit deutlichen Worten für einen Abbruch der Saison ausgesprochen hatte. Außerdem meldeten die Saalestädter als einer der ersten Klubs Kurzarbeit für ihre Spieler und Mitarbeiter an. Das Ziel: Kosten reduzieren.

"Wir arbeiten daran, irgendwie in die neue Saison zu kommen, ohne in Insolvenz zu gehen", erläutert Rauschenbach im Interview mit der "ARD-Sportschau". Kein leichtes Unterfangen, "weil wir mit Einnahme-Ausfällen und Rückforderungen beschäftigt sind". Durch das "rigorose" Herunterfahren des Vereins gelingt das momentan: "Damit werden wir bis zum Saisonende kommen." Wie es danach weitergeht, ist allerdings offen.

Rauschenbach in Sorge

"Wir werden nicht beim kleinsten Windstoß umfallen, hoffen aber, dass es im Sommer weitergeht", sagt Rauschenbach. Und was, wenn nicht? Das Kurzarbeitergeld kann zwar auch auf die kommenden Monate ausgedehnt werden, doch sollte bis zum Jahresende nicht gespielt werden können, "werden wir nicht überleben", schlägt der HFC-Boss Alarm. Dabei gehören die Saalestädter sogar zu den wenigen Klubs der 3. Liga, die schwarze Zahlen schreiben und zudem keine Schulden haben. Doch das allein reicht nicht.

Entsprechend macht sich Rauschenbach Sorgen um viele Vereine: "Für die Hälfte der Vereine ist das wirtschaftlich eine sehr starke Herausforderung." Ob alle Drittligisten mehr oder weniger unbeschadet durch die Krise kommen werden, ist ungewiss – und hängt davon ab, wann wieder Normalität einkehrt. Doch selbst Geisterspiele, die nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den kommenden Monaten drohen, wären für die meisten Drittliga-Klubs aufgrund ausbleibender Zuschauereinnahmen existenzbedrohend.

   
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