"Kotzt uns tierisch an": FSV Zwickau bleibt weiter ohne Pokalsieg

Es bleibt dabei: Der FSV Zwickau kann den Sachsenpokal einfach nicht gewinnen. Am Donnerstagabend scheiterten die Schwäne im Halbfinale gegen Viertligist Chemie Leipzig mit 4:5 nach Elfmeterschießen und sind damit auch in der kommenden Saison nicht im DFB-Pokal vertreten. Trainer Joe Enochs zeigte sich "wahnsinnig enttäuscht".

Vorwurf an die Mannschaft? "Um Gottes willen"

Eigentlich gibt sich Enochs auch nach Niederlagen in Interviews ruhig und gelassen. Doch diese eine Frage im Gespräch mit dem MDR, ob er seiner Mannschaft angesichts der schwachen ersten Halbzeit einen Vorwurf machen müsse, brüskierte den US-Amerikaner sichtlich. "Sie werfen meiner Mannschaft etwas vor? Das können Sie gerne machen, aber ich tue das nicht, um Gottes willen, nein. Das mache ich nie." Enochs verwies darauf, dass sein Team auch in dieser Partie wieder an die Leistungsgrenze gegangen sei: "Die Mannschaft lebt und hat bis zum Ende Gas gegeben. Im Elfmeterschießen ist dann immer alles möglich." Auch den frühzeitigen Klassenerhalt rechnete der 50-Jährige, der dreimal verletzungsbedingt auswechseln musste, seinen Schützlingen hoch an: "Das ist angesichts der finanziellen Mittel eine überragende Leistung."

Dennoch hatte sich der FSV fest vorgenommen, erstmals in der Vereinsgeschichte den Landespokal zu gewinnen. Es war das zweite große Ziel in dieser Saison, das die Schwäne nun jedoch nicht erreicht haben. Diesbezüglich gab sich Enochs "wahnsinnig enttäuscht" und bemängelte: "Wir haben schwer ins Spiel gefunden und nicht zwingend genug gespielt." Nach dem früheren Gegentreffer in Minute 16 kam der FSV über Marco Schikora nach 52 Minuten zum Ausgleich, ehe im Elfmeterschießen mit Can Coskun, Yannik Möker und final Max Reinthaler gleich drei Zwickauern die Nerven versagten.

Brinkies gereizt

Da half es auch nicht, dass Torhüter Johannes Brinkies immerhin einen Schuss abwehren konnte. "Die 1. HZ war nicht gut von uns, das muss man sagen. Da waren wir nicht bei 100 Prozent", sagte der Kapitän beim "MDR" – und reagierte spürbar gereizt auf die Frage, ob der Pokalsieg ein Bonus gewesen wäre. "Warum sollte es ein Bonus sein? Wir wollten unbedingt in den DFB-Pokal und wieder ein cooles Heimspiel haben wie damals gegen den HSV. Das ist mittlerweile etliche Jahre her, weil wir es Jahr für Jahr nicht gebacken kriegen."

Fast sechs Jahre liegt die angesprochene Partie zurück. Damals hatte dem FSV für die Pokal-Qualifikation bereits die Teilnahme am Landespokal-Finale gereicht, weil Gegner Erzgebirge Aue über die Liga in den Pokal eingezogen war. Die zweite Teilnahme am DFB-Pokal in diesem Jahrtausend haben die Westsachsen durch die Pleite in Leipzig nun verpasst. Damit gehen den Schwänen wertvolle Zusatzeinnahmen von mindestens 130.000 Euro durch die Lappen. "Ich kann jeden Fan verstehen, der frustriert ist. Uns geht es genauso. Es kotzt uns tierisch an." Und während die BSG-Spieler in der Kabine bereits das obligatorische "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" anstimmten, wuchs beim FSV die Erkenntnis, dass es mal wieder nicht gereicht hat.

   

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Back to top button