Kommentar: Walpurgis-Verlängerung: Aus Ruhe wird Kontinuität

„Wir brauchen Ruhe im Verein und wir brauchen Zeit“, hieß es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder beim VfL Osnabrück. Nach einer turbulenten Spielzeit nach der anderen dümpelt der VfL derweil im Mittelmaß der Dritten Liga herum. Im Umfeld weiß man nicht wirklich mit der Situation umzugehen, man nimmt sie erstmal so hin. Nach fünf Niederlagen in Serie verlängerte man dann am vergangenen Freitag kurz vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg (1:1) den Vertrag von Trainer Maik Walpurgis um weitere zwei Jahre plus Option auf ein weiteres Jahr.

Volle Konzentration auf die Weiterentwicklung 

Ein ungewöhnliches Signal. Doch „Kontinuität“ ist das neue Stichwort bei den Lila-Weißen. Man setzt weiter auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den sportlichen Dreijahresplan, der auf der Jahreshauptversammlung vorgestellt wurde. Das Ziel sei mittelfristig weiterhin die Rückkehr in die Zweite Liga. Typische Phrasen, die man erwartet hatte, aber die das Trainerteam nicht tatenlos stehen lassen möchte. Wenn man sich die Partien der Hinrunde anschaut, wird man erkennen, dass das Team von Walpurgis in den meisten Spielen überlegen war, jedoch oft aufgrund individueller Fehler keine bessere Punkteausbeute erzielen konnte. Der schlechte Start in 2015 darf sicherlich hinterfragt werden, jedoch sollte man nicht vergessen, unter welchen Bedingungen diese Mannschaft zusammengestellt wurde.

Fehlende Euphorie mindert Aufstiegsdruck

Kontinuität heißt auch, dass im Gegensatz zu den Jahren zuvor bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Großteil der Stammkräfte einen Vertrag über die Saison hinaus besitzt. Eine stetige Entwicklung ist somit um einiges einfacher. Daran wird sich Maik Walpurgis messen lassen müssen, genauso wie am Erreichen der Qualifikation für den DFB-Pokal. Doch bis dahin sollte man auf zu schnelle Verurteilungen verzichten und vielleicht ist es genau deshalb besser, dass der VfL vom Rennen um die Spitzenplätze weit entfernt ist. Mittelmaß löst zwar bei den Fans keine Euphorie aus, mindert aber auch den Druck auf den Aufstieg und sorgt für volle Konzentration auf die Weiterentwicklung der Mannschaft. Spätestens im Sommer sollte man ableiten können, ob der von Walpurgis eingeschlagene Weg den Zielen des Traditionsklubs gerecht wird. Dann ist er zwei Jahre lang im Amt bei den Osnabrückern und ein Tabellenplatz im Mittelmaß wird auf Dauer nur schwer zu verkraften sein.

 

   
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