Kommentar: Unruhige See an der Rostocker Ostseeküste

Am vergangenen Samstag entwickelte sich das Darmstädter Stadion am Böllenfalltor auch für den F.C. Hansa zum Falltor… und was für eins. Ohne den erkrankten Cheftrainer Andreas Bergmann, gecoacht von Co-und Torwarttrainer Andreas Reinke und dem Vorstand Sport Uwe Vester gab es eine schallende Ohrfeige für alle, die an der Ostsee nach dem ordentlichen Saisonstart ein wenig ins Träumen geraten waren. Ein tiefer Fall auf den Boden der Tatsachen. Die 6:0- Niederlage in Südhessen war zeitgleich eine historische – die höchste in der Dritten Liga für die Hansakogge, die nach dem 0:6 gegen den HSV im November 2004 zu Erstligazeiten und dem 0:6 im November 2008 gegen den FCK in der Zweiten Liga nun also auch eine deftige Pleite in der dritthöchsten deutschen Spielklasse in den Vereinshistorien zu stehen haben.

Kucukovic zahlt Vertrauen nicht zurück

Seit dem guten Saisonstart, der doch Hoffnung auf mehr machte und dafür sorgte, dass im hanseatischen Lager wieder eine Art Aufbruchstimmung entstand, geht es mittlerweile immer weiter bergab. Woran liegt das? Zum einen scheint mittlerweile das nötige Glück der ersten Partien abhandengekommen zu sein und zum anderen sorgen immer mehr einzelne Aussetzer für Niederlagen. Nicht zu verachten sind dabei die persönlichen Niederlagen, wie gerade am Wochenende erlebt: Mustafa Kucukovic bekam erstmals in dieser die Chance von Beginn an für die Ostseestädter auf Torejagd zu gehen, doch diese Chance dauerte gerade einmal 14 Minuten, denn bereits zu diesem Zeitpunkt verloren die Hanseaten zum ersten Mal: Kucukovic sah wegen groben Foulspiels die Rote Karte und fehlte seiner Mannschaft nicht nur in diesem Spiel, sondern auch in den kommenden zwei Partien. Sicherlich lässt sich hin und wieder über Schiedsrichterentscheidungen diskutieren und gerade mit Blick auf die letzten Hansaspiele stehen dort einige Fragezeichen in den Gesichtern, doch die Schuld nur darauf zu beziehen, ist definitiv zu einfach.

Defensivmängel

Auffällig ist derzeit auch, dass durch den verletzungsbedingten Ausfall von Routinier Milorad Pekovic, Spielgestalter Leonard Haas überfordert scheint und viel mehr nach hinten arbeiten muss, während ihm sein Partner vorher stets den Rücken freihielt. Der junge Tommy Gruppe hingegen macht seine Sache als Vertreter Pekovics gut und so war es doch ein wenig überraschend, dass gegen die offensivstarken Darmstädter der offensivere Sascha Schünemann, dessen Schwächen im Defensivverhalten offensichtlich sind, seine Chance bekam. Defensivschwächen und andere Mängel Allgemein sind beim F.C.H. in dieser Spielzeit defensive Defizite auszumachen, denn mit Ausnahme der Auftaktpartie gegen Holstein Kiel (0:0), kassierten die Jungs von der Ostseeküste in jeder Partie mindestens ein Gegentor. Auch die fehlende Cleverness im Zweikampfverhalten im Sechzehnmeterraum ist auffällig, denn Hansa kassierte bereits vier Elfmetergegentore. Die Möglichkeit, die Abwehrprobleme mit eigenen Toren auszumerzen ist auch nicht gerade effektiv derzeit, denn vor allem die anfangs so präsente und eben effektive Flügelzange der Rostocker mit David Blache und Julian Jakobs lahmt. Letzterer verlor seinen Stammplatz sogar an Denis-Danso Weidlich, der zwar kämpferische Stärken offenbarte, doch dessen Leistungen leider auch keine signifikante Besserung brachten. Zu allem fällt mit Johan Plat auch noch der beste Hansa-Torjäger der letzten Saison aus, der zwar bisher auch noch ein wenig unter Ladehemmung litt , aber immer eine ernstzunehmende Alternative darstellt.

Wie geht es nun weiter?

Nach zwei Niederlagen in Folge geht es für die Hanseaten morgen in Duisburg ans Eingemachte. Die Mannschaft muss sich wieder auf ihre unbestrittenen Fähigkeiten besinnen und gemeinsam den Kogge aus dem Loch ziehen. Eines ist sicher: Trotz des Negativtrends kann sich die Mannschaft weder der Unterstützung ihrer zahlreichen treuen Fans gewiss sein. Das Duell am Freitagabend wird richtungsweisend sein, denn der Sieger der beiden punktgleichen Teams kann wenigstens für eine Nacht auf den 6. Platz rutschen. Es wird eine spannende Partie werden, die allerdings nicht im Fernsehen oder als Livestream zu sehen sein wird. liga3-online.de wir Euch Euch aber per Liveticker auf dem Laufenden halten. Auch das Hansa Fanradio wird wieder live berichten.

FOTO: Sebastian Ahrens / rostock-fotos.de

   

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