Kommentar: Der MSV macht’s im Aufstiegsrennen clever
Aljaz Casar und Lex Tyger Lobinger – der MSV Duisburg hat im Winter namhaft aufgerüstet. Obwohl die Verantwortlichen an der Wedau den Klassenerhalt weiter in den Fokus rücken, ist das Signal für manchen Fan eindeutig: Das sind Verstärkungen für den Aufstiegskampf! Und die Chance ist mit den Neuzugängen nicht kleiner geworden. Ein Kommentar.
Soforthilfen statt Perspektivspieler
Die 46-Punkte-Grenze gilt in der 3. Liga seit einigen Jahren als Maß der Dinge, um den Klassenerhalt zu schaffen. Da reicht ein einfacher Blick auf die Tabelle, um zu sehen, dass den Zebras nach der Hinrunde nur noch zwölf Punkte zu dieser Marke fehlen. Und das als Aufsteiger. Eine traumhafte Ausgangsposition für die Rückrunde, die jeder Fan vor der Saison blind unterschrieben hätte – schließlich erinnern sich alle noch an qualvolle Jahre im dauerhaften Abstiegskampf, der mit dem zu erwartenden Ergebnis endete. Und ja, der Klassenerhalt bleibt auch weiter das Ziel.
Angesichts der guten Ausgangslage müssen sich Spieler, Trainer und Verantwortliche nur den üblichen Floskeln etwas anpassen. Das Erreichen der bestmöglichen Punktzahl wäre wünschenswert. Was am Ende dabei herauskommt, so geht der Satz oft weiter, wird man dann sehen. Aber an dem Punkt hakte Cheftrainer Dietmar Hirsch in der jüngeren Vergangenheit sogar schon mehrfach ein, indem er durchaus dazu stand, dass man Platz 1 auch mal verteidigen möchte, wenn man ihn schon hat. Gut, das war jetzt vor der Winterpause nicht mehr so gelungen, aber die Signale auf dem Transfermarkt sind dafür eindeutig. Aljaz Casar und Lex Tyger Lobinger sind keine Perspektivspieler, sondern Soforthilfen.
Schon Viertliga-Kader war auf 3. Liga konzipiert
Der geschätzte Marktwert der Zebras wurde durch die Transfers um 850.000 Euro angehoben. Die Zahlen sind natürlich kein realer Maßstab, aber als Orientierung werden sie in den Köpfen der Fans durchaus gerne genommen. Und mit Elversberg, Münster und Ulm kann die 3. Liga ja auch mehrere Beispiele vorweisen, dass ein direkter Durchmarsch erfolgreich gelingen kann – zwei von drei Teams spielen weiter im Unterhaus. Zwei Faktoren mit unterschiedlichen Voraussetzungen müssten jedoch für den MSV zusammenkommen: Zum einen ist es offen, ob den Zebras abermals ein perfekter Start in die Rückrunde gelingt. Und zum anderen müsste sich Duisburg im Endspurt verhältnismäßig stärker präsentieren, als am Ende der Hinrunde.
Dafür wurden Casar und Lobinger geholt. Und gerade das zeigt, dass die Verantwortlichen das Gespür für die Situation der Duisburger eingefangen haben. Ohne großes Aufsehen wurde frühzeitig gehandelt. Der MSV kam zwar als Aufsteiger in die Saison, aber schon die Verstärkungen im Sommer – etwa Bulic, Krüger oder Viet – zeigen, dass in Duisburg etwas geplant wird. Dazu passt auch, dass Sportchef Chris Schmoldt bereits den Vergleich in der Entwicklung gezogen hat: Im Laufe der Hinrunde hieß es nicht umsonst, dass in Duisburg viele Aufstiegshelden beisammen blieben, weil der Viertliga-Kader qualitativ schon auf die 3. Liga konzipiert wurde. Nun wendet der MSV offensichtlich die gleiche Denkweise wieder an – für eine reelle Chance auf die 2. Bundesliga, die man nicht fahrlässig verstreichen lassen wird.