"Können uns nicht ausruhen": MSV will gegen Bayern II nachlegen

Im Auswärtsspiel bei Bayern München II (Mittwoch, 19 Uhr) möchte der MSV Duisburg beweisen, welch neue Kräfte der Sieg über Wiesbaden freigesetzt hat. So betont Gino Lettieri, dass es Ansporn genug sein müsse, "unsere Leistung zu wiederholen." Gleichzeitig weiß der MSV-Trainer um die Schwierigkeit dieses Unterfangens.

Lettieri bewahrt den Realitätssinn

Wo würde der MSV jetzt spielen, wenn Leon Dajaku beim letzten Aufeinandertreffen beider Klubs am 1. Juli nicht in der Nachspielzeit per Traumtor das 2:2 für die Bayern erzielt hätte? Sehr wahrscheinlich in der 2. Bundesliga, denn genau die beiden Punkte fehlten Duisburg am Ende zum direkten Aufstieg. Das Spiel dürfte noch immer in den Köpfen der Spieler sein, doch Lettieri sagt: "Wir sollten nach vorne schauen, nicht nach hinten." Zumal sich beide Klubs am Mittwochabend unter völlig anderen Voraussetzungen wieder treffen. So spielt nicht wie vor einem halben Jahr der Erste gegen den Fünften, sondern der 15. gegen den 19. der Tabelle. Abstiegs- statt Aufstiegskampf also. In diesem haben die Zebras mit dem 4:1 gegen Wiesbaden am Samstag ein echtes Ausrufezeichen gesetzt – es war der erste Sieg für Lettieri im sechsten Spiel.

"Erfolg tut einem Trainer auch gut. Da müssen wir gar nicht drüber reden", gestand ein ehrlicher MSV-Cheftrainer im Pressegespräch. "Aber noch verunsicherter war die Mannschaft." Wie groß die Last auf die Schultern seiner Spieler gewirkt habe, sei unmittelbar nach Abpfiff der Wiesbaden-Partie klar geworden. "Da hat man schon nach dem Spiel in der Kabine gesehen, dass die Spieler dann ein bisschen aufgegangen sind und dass ihnen auch ein Stein vom Herzen gefallen ist."

Am Mittwochabend geht es für die Zebras darum, den Aufwärtstrend zu bestätigen. Die Bedeutung des Auswärtsspiels bei Bayern II ist enorm – immerhin haben die Münchner derzeit nur einen Zähler mehr auf dem Konto als der MSV. Für Duisburgs Übungsleiter bestand die Aufgabe nach dem ungewohnten Erfolgserlebnis also darin, seine Mannschaft in der Balance zwischen Euphorie und Realitätssinn zu halten. Dabei dürften ihm die eigenen Charakterzüge zugute gekommen sein: "Leute, die mich kennen, wissen genau: Ich falle nicht um, wenn wir mal 0:1 verlieren. Aber ich bin auch nicht so, dass ich vor Freude durch das Zimmer springe, weil wir ein Spiel gewonnen haben. Die Situation hat sich nicht großartig verändert."

"Müssen von Spiel zu Spiel abliefern"

Beim spielstarken Drittliga-Meister, der zuletzt ebenfalls einen Sieg feierten, wartet also der nächste Kraftakt auf die Meidericher – zumal aus der zweiten Kaderreihe nach wie vor keine Entlastung zu erwarten ist. Personell stelle sich derzeit nur eine Frage: "Wen von den Angeschlagenen nehmen wir mit?" Für die Partie in München wird die Wahl wohl auf Leroy Mickels und Joshua Bitter, der erstmals seit März wieder zum Aufgebot gehören wird, fallen. Mirnes Pipic, Connor Krempicki, Lukas Scepanik, Niko Bretschneider und Arnold Budimbu werden die Partie hingegen vom heimischen Sofa aus verfolgen müssen. Gleiches gilt für Wilson Kamavuaka, der sich am letzten Wochenende seine fünfte Gelbe Karte abholte und somit gesperrt ist.

Trotz der nach wie vor angespannten Personalsituation gehen die Duisburger nach dem jüngsten Erfolg mit Selbstvertrauen in das Duell am Mittwochabend. Hohe Belastungen sind für den MSV ohnehin nichts Neues mehr. Die Blau-Weißen wissen nur zu gut, "dass wir von Spiel zu Spiel abliefern müssen und dass wir uns in der Situation, in der wir sind, nicht ausruhen können."

   
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