Ansgar Knauff: In 121 Tagen von der 3. Liga zum Europa-League-Sieger

Eintracht Frankfurt hat die Europa League gewonnen! Unter den Feiernden nach dem dramatischen Sieg im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers war am Mittwochabend auch Ansgar Knauff, der seit Januar an die Eintracht verliehen ist. Noch im Januar spielte der 20-Jährige für Dortmund II in der 3. Liga, 121 Tage später darf er sich Europa-League-Sieger nennen.

Profi-Debüt in der Champions League

In Kürze könnte der Name "Ansgar" im Frankfurter Geburtenregister an Popularität gewinnen, der "geilste Ansgar seit Brinkmann" wird im Umfeld der Eintracht in den sozialen Netzwerken gefeiert. Mit U21-Nationalspieler Ansgar Knauff holte sich in Sevilla ein echter Shootingstar den Titel. Zwei Tore knallte der Rechtsaußen in der Europa League in die Maschen – es waren die jeweiligen Führungstreffer gegen West Ham und Barcelona. Vor fünf Monaten traf Knauff noch gegen Verl, es war sein einziger Drittliga-Treffer. Nun ist er Europapokalsieger mit Eintracht Frankfurt. "Es ist natürlich ein unglaublicher Weg. Ich bin einfach glücklich und sehr froh darüber, den Schritt hierher gemacht zu haben. Weil ich glaube, dass es für meine Entwicklung sehr gut war", sagte Knauff vor drei Tagen noch gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Aber alles der Reihe nach, denn die Karriere des 20-Jährigen wird von Highlights gejagt. Am 8. Dezember 2020 debütierte der Außenbahnspieler im Profifußball: Lucien Favre brachte ihn in der Champions League als Joker von Borussia Dortmund. Bis zum ersten Bundesliga-Einsatz vergingen dann drei Monate, in der Regionalliga West schoss Knauff parallel die Zweitvertretung zum Aufstieg. Danach ging es erstmal in der 3. Liga weiter.

In Mannheim auf dem Rasen

Ja, in den Reservemannschaften der Bundesligisten spielen durchaus talentierte Jungs, die normalerweise nicht in der 3. Liga landen – soviel ist klar. Dennoch verbuchte Knauff den einen oder anderen Drittliga-Einsatz in seiner Karriere, nämlich acht Spiele in der laufenden Saison. Zuletzt stand er am 17. Januar in Mannheim auf dem Rasen. Für das Finale in der Europa League hatte er sich jetzt nur eines vorgenommen: "Meine Abschlüsse nehmen, irgendeiner wird schon reinrutschen." So kam es zwar nicht, aber die Trophäe durfte Knauff dennoch in den Himmel von Sevilla stemmen – 121 Tage nach seinem letzten Drittliga-Spiel. Was für eine Story!

   
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