Klassenerhalt! Der VfR Aalen kann durchatmen

Dieser Weg war steinig und schwer – ganz nach dem Erfolgssong von Xavier Naidoo kann nun auch der VfR Aalen auf die erste Spielzeit nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga zurückblicken. Drei Spieltage vor Ende wurde eine holprige Saison mit dem Klassenerhalt vorläufig besiegelt, nachdem die Leistungen in den vorherigen Wochen bereits neue Ängste geschürt hatten.

Achterbahnfahrt gegen Mainz II

Spätestens nach dem 3:2 (1:2)-Erfolg über den FSV Mainz 05 II, der nun seinerseits noch einmal zittern muss, ist aber rechnerisch klar: Sieben Zähler Vorsprung bei noch sechs zu vergebenden Punkten sind vom SV Wehen Wiesbaden sowie Werder Bremen II nicht mehr einholbar, der VfR Aalen um Trainer Peter Vollmann ist gerettet. Es brauchte am Samstagnachmittag allerdings zuerst eine neunzigminütige Achterbahnfahrt inklusive Roter Karte, mehreren Elfmetern und Spielwendungen, ehe die Aalener wirklich durchatmen durften. Von Beginn an war die Partie heiß umkämpft und wurde mit viel Leidenschaft geführt: Robert Müller war es, der nach gerade einmal drei Minuten eine Flanke von Markus Schwabl mit einem sehenswerten Flugkopfball ins kurze Eck köpfte. Nur vier Minuten später rückte Schiedsrichter Robert Kempter ein erstes Mal in den Mittelpunkt, als er nach Foul von Thorsten Schulz auf Elfmeter für Mainz entschied. Eine harte, zu harte Entscheidung, die Lucas Höler nach einem kläglichen Versuch aber verstreichen ließ (7.).

Viel Hektik, viel Spektakel in der Scholz-Arena

Und weiter ging die wilde Fahrt, als nach dem darauffolgenden Konter Matthias Morys von Alexander Hack umgestoßen wurde. Eine Tätlichkeit, die Morys natürlich gerne annahm – auch da hätten andere Unparteiische vielleicht nur die Gelbe Karte gezeigt. Kempter blieb konsequent und schickte Hack jedoch nach acht (!) Minuten vom Feld. Wie angeschlagen der VfR zu diesem Zeitpunkt aber war, zeigte sich in der Folge: Erst versenkte Philipp Klement einen Freistoß direkt (14.), dann durfte Marcel Costly ungestört durch die komplette VfR-Verteidigung spazieren und ein fantastisches Solo zur Mainzer Führung in Unterzahl abschließen (31.). Zwischendurch hatte Jonathan Kotzke einen weiteren Elfmeter für Aalen herausgeholt, den Michael Klauß aber halbhoch ansetzte und an Jannik Huth scheiterte (23.). Was für ein Spektakel! Es sollte nach dem Seitenwechsel zunächst so weitergehen, als Fabian Kalig eine Aalen-Flanke mit dem Ellenbogen stoppte und so den zweiten Strafstoß für Aalen verschuldete.

Bernhardt: "Wir sind einfach nur froh“

Dieses Mal war die Entscheidung unstrittig, dieses Mal trat der Finne Mika Ojala an und versenkte per Lupfer frech zum 2:2-Ausgleich (58.). Und es sollte noch besser kommen, als Matthias Morys sieben Zeigerumdrehungen später einen Stockfehler der Mainzer nutzte und die Führung erzielte, die Aalen nicht mehr hergeben sollte. Das war nichts für schwache Nerven, aber der Bann war gebrochen – und die Schwarz-Weißen gerettet. Torhüter Daniel Bernhardt bekannte nach Abpfiff gegenüber dem SWR: "Es ging hoch und runter, ein echtes Wechselbad der Gefühle. Wir sind nun einfach nur froh, die nächste Saison wieder in der dritten Liga spielen zu dürfen.“ Auswärts in Halle und zuhause gegen Bremen II geht es nun zur Erleichterung des VfR Aalen damit "nur" noch um einen positiven Saisonabschluss.

 
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