KFC Uerdingen meldet Insolvenz an – Spielbetrieb soll weiterlaufen

Der KFC Uerdingen reagiert auf die bislang nicht erfolgreiche Suche nach einem neuen Investor und hat am Donnerstag ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Der Spielbetrieb soll derweil weiterlaufen, allerdings werden dem KFC drei Punkte abgezogen.

Ziel: Zukunft des Vereins sichern

"Nach langen und intensiven Überlegungen, wie wir die aktuellen Herausforderungen bestmöglich meistern können, halten wir diesen Schritt für die optimale Lösung, um die Zukunft des KFC Uerdingen zu sichern", wird der scheidende Präsident Mikhail Ponomarev in einer Mitteilung des Vereins zitiert. "Wie ich immer betont habe, ist mein oberstes Ziel, den KFC Uerdingen nicht nur in dieser Saison, sondern langfristig in der Dritten Liga zu erhalten und in eine geordnete und gesicherte Zukunft zu überführen." Vor einer Woche war bekannt geworden, dass die Suche nach einem neuen Investor bislang nicht erfolgreich verlaufen war. Ein neuer Geldgeber ist nach dem Ausstieg von Ponomarev, der den Verein spätestens zum Saisonende verlassen wird, allerdings notwendig, um den Spielbetrieb der 3. Liga finanzieren zu können.

Nach zwei Aufstiegen in Folge und dem nun dritten Jahr in der 3. Liga würden die aktuellen Rahmenbedingungen aufgrund erheblicher Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie, gepaart mit hohen Kosten aufgrund der in Krefeld ungeklärten Stadionsituation, den Verein vor "große Herausforderungen" stellen, heißt es in einer Mitteilung. KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart erklärt: "Mit dem Eigenverwaltungsverfahren bietet sich uns die Möglichkeit, in Eigenregie erfolgreich die Zukunft unseres Vereins zu sichern. Wir nutzen diese Zeit, um einen geeigneten Investor für den KFC Uerdingen zu finden." Weinhart zufolge würden die Gespräche mit potenziellen Investoren weiterhin laufen, bedürfen allerdings noch etwas Zeit. "Deswegen haben wir uns zu diesem Schritt entschieden." Sollte ein neuer Investor gefunden werden, könnte der Einstieg kurzfristig erfolgen – die Mitglieder haben den Weg für eine Anteilsübertragung bereits frei gemacht.

Folge: Drei Punkte Abzug

Das Insolvenzverfahren in Eigenregie soll nach Angaben des Vereins keine Auswirkungen auf den laufenden Spielbetrieb haben. "Wir werden für die beginnende Rückrunde und auch für unsere langfristigen Ziele einen konkurrenzfähigen Kader stellen", betont Weinhart. Es sei unabdingbar, dass wir unsere Mannschaft auf Einsparpotenzial beleuchten, um die laufenden Kosten zu senken." Mit Heinz Mörschel und Stefan Volkov haben zwei Spieler den Verein bereits verlassen.

Klar ist aber, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit einem Abzug von drei Punkten in der laufenden Saison einhergehen wird. Normalerweise hat die Insolvenz-Anmeldung einen Abzug von neun Punkten zur Folge, aufgrund der aktuellen Corona-Lage wurde das Strafmaß für die aktuelle Saison aber reduziert. In der vergangenen Spielzeit hatte der DFB einen Punktabzug bei einer Insolvenz ausgesetzt, wovon der 1. FC Kaiserslautern profitierte. Rechtskräftig ist der Punktabzug für den KFC aber noch nicht, zunächst muss der DFB einen entsprechenden Beschluss fassen. In dieser Woche wir das aber wohl nicht mehr der Fall werden. Nach aktuellem Stand würde Uerdingen nur noch einen Zähler vor den Abstiegsrängen rangieren.

Zukunft ungewiss

Unabhängig vom Ausgang des Eigenverwaltungsverfahrens sei eine Sache für die Verantwortlichen jedoch klar: "Es müssen in Sachen Stadion und Umfeld des Vereins Lösungen für den KFC Uerdingen gefunden werden", sagt Mikhail Ponomarev. "Wir brauchen die Grotenburg als Heimstadion, da ist die Stadt Krefeld dringend am Zug. Ein neuer Investor wird definitiv nicht Millionen für ein Stadion in der Fremde zahlen, weil die Grotenburg nicht fertig wird." Ursprünglich sollten die Umbauarbeiten an der Grotenburg im Sommer abgeschlossen sein. Doch ob der Zeitplan zu halten ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Ebenfalls unklar ist, ob das Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen werden kann. Die Zukunft des KFC bleibt somit einmal mehr ungewiss.

Weiterlesen: Fragen und Antworten zur Insolvenz des KFC Uerdingen

   
  • Günther1987

    Lübeck fast 1Mio und Zwickau fast 2Mio Euro, die Kleinen schließen Ihre Finanzlücken wie vom DFB gewünscht und der FCK letzte Saison und der KFC diese Saison gehen in die Insolvenz

  • ironimus

    Was sollen sie auch anderes machen. Ponomarev hat ja gesagt, dass er alle Rechnungen zahlt, weil sonst kein Geld da ist. Vieleicht schaffen sie es, die Saison zu Ende zu spielen. Mehr wird nicht drin sein.

  • Michael Vogel

    Das war ja klar, dass es so kommen würde. Aber wenn der Russe ab sofort nichts mehr zahlt, wie wollen die Krefelder dann die restliche Saison finanzieren? Teure Spieler, teure Stadionmiete usw.?

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