KFC-Trainer Krämer zuversichtlich: "Werden die Klasse halten"

Nach zuletzt drei Spielen ohne Niederlage unterlag der stark kriselnde KFC Uerdingen am Montagabend mit 1:3 beim SV Wehen Wiesbaden und rückt tiefer in den Abstiegskampf. Was Trainer Stefan Krämer ärgerte und warum der 53-Jährige vom Klassenerhalt überzeugt ist.

"Ein Punkt war drin"

Wer weiß, was passiert wäre, wenn Muhammed Kiprit in dieser 57. Minute seine Nerven etwas mehr unter Kontrolle gehabt hätte. Nach einem Zuspiel von Haktab Omar Traoré schoss der 21-jährige Angreifer frei am Fünfmeterraum stehend am Tor vorbei und vergab so die große Chance auf den Anschlusstreffer zum 2:3 aus Sicht des KFC Uerdingen. Ein Treffer zu diesem Zeitpunkt hätte dem Team für die Aufholjagd neuen Schwung gegeben. Stattdessen blieb es bei der 1:3-Niederlage der Krefelder beim SV Wehen Wiesbaden am Montagabend. "Ich glaube, dass ein Punkt drin war", sagte KFC-Trainer Stefan Krämer nach der Partie bei "MagentaSport".

Dabei legte sein Team einen Start nach Maß hin. Bereits nach zehn Minuten erzielte Fridolin Wagner die Führung für die Gäste. Es sah danach aus, als könnte der Krisenklub auch das vierte Spiel im Jahr 2021 ungeschlagen absolvieren. "Die ersten 20 Minuten waren wir gut im Spiel, haben verdient geführt", meinte Krämer. Doch die Freude über den Treffer hielt nur zehn Minuten: Über Jakov Medic (20.) und einen Doppelpack von Maurice Malone (32./38.) drehte Wiesbaden die Partie noch in der ersten Halbzeit. In dieser Phase war die Krämer-Elf nicht gut im Spiel. "Zu billig" fand der Coach die Entstehung der Tore.

Mentalität hat gestimmt

Doch die Krefelder gaben sich nach der Pause nicht auf, "da sieht man, wie gut die Mentalität in der Mannschaft ist", lobte Schlussmann Hidde Jurjus, der dennoch urteilte, dass es während der 90 Minuten "zu wenig" war. Auch Krämer hob den Auftritt im zweiten Durchgang positiv hervor, sah seine Schützlinge als "spielbestimmend". Hätte Kiprit nach rund einer Stunde getroffen, "wird es noch mal ein offenes Spiel".

Mit 24 Punkten – drei wurden wegen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgezogen – liegt der Klub auf Rang 16, ist punktgleich mit dem MSV Duisburg, der auf dem ersten Abstiegsplatz ist, hat aber noch vier Nachholspiele offen. Dennoch bedeutet das Abstiegskampf. Dabei fällt es den Verantwortlichen zurzeit schwer, sich nur auf das Sportliche zu konzentrieren. Lange wurde eine neue Spielstätte gesucht, die mit Lotte gefunden wurde. Nach dem Rückzug von Investor Mikhail Ponomarev steht es auch wirtschaftlich schlecht um den Klub, der neue Investor hat sich der Mannschaft bislang noch nicht vorgestellt. Erst drei Tage vorher war klar, dass das Spiel in Wiesbaden ausgetragen werden kann.

Dennoch fahre Krämer "gern zur Arbeit", weil er viel Spaß mit dem Team habe und seine Begeisterung für den Fußball ohnehin grenzenlos sei. Der 53-Jährige, als sehr empathischer Mensch bekannt, versteht es durchaus, wenn die Profis "mal einen schlechten Tag haben." Das Drumherum schlage schon auf die Stimmung. Es mache "nicht wirklich Spaß, was wir teilweise abziehen müssen." Doch von seinem Team ist er weiterhin überzeugt, "das sind gute Jungs", und verspricht deshalb: "Wir werden die Klasse halten, da bin ich mir ganz sicher."

   
  • ironimus

    Krämer ist ein Guter. Passt eigentlich nicht zu diesem künstlichen Investor-Konstrukt. Persönlich würde ich es ihm gönnen, dass er recht behält.

  • Rico

    Krämer ist wirklich der einzige dort, dem ich den Klassenerhalt gönne. Guter Typ, hat mich damals gefreut als er nach Cottbus kam und nachdem er am 8. Spieltag 15/16 weg war, ging die schlimmste Phase unserer Vereinsgeschichte erst richtig los. Denke aber, notfalls würde es für ihn auch so irgendwo in der Dritten weitergehen.

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