Karsten Baumann: Niederlage in Bielefeld "wirft uns nicht um"

Wer am Samstagnachmittag die Schüco-Arena in Bielefeld besuchte, bekam für sein Geld ordentlich was geboten. In der Partie der Arminen gegen den F.C. Hansa Rostock gab es alles, wofür es sich als Fan lohnt, ins Stadion zu gehen: Kampf und Leidenschaft, Emotionen, einige Tore, zwei irreguläre Treffer und einen Platzverweis. Bielefeld bezwang die Gäste von der Ostsee mit 3:2 (1:1), die zugleich die erste Niederlage in 2015 einstecken mussten.

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Erste Halbzeit: Vier Treffer und trotzdem nur 1:1

Dabei sah es lange Zeit so aus, als könnten die Hanseaten wenigstens einen Punkt von der Alm entführen. Für den gesperrten Marco Kofler absolvierte Tommy Grupe erstmals wieder ein Pflichtspiel nach mehr als einem Jahr Verletzung. Mittelfeldspieler Christian Bickel musste ebenso kurzfristig passen; ihn ersetzte Sabrin Sburlea auf der linken Seite. „Nominell standen wir mit drei Stürmern auf dem Platz (Ziemer, Sburlea, Savran Anm. d. Redaktion). Der Plan war, dass wir kompakt stehen und mit den Dreien gut nach vorne drängen. Leider ist uns das in den ersten dreißig Minuten nicht gelungen, aber wir haben dann darauf reagiert“, erklärte Chefcoach Karsten Baumann nach dem Spiel. Bielefeld tat sich zwar schwer gegen gut stehende Rostocker, erzielte jedoch in der 22. Minute das 1:0, welches korrekterweise nicht gegeben wurde. Dennis Mast stand nach einer Parade des Rostocker Schlussmanns im Abseits. Auch das 1:0 für die Gäste in der 42. Minute durch Top-Torjäger Marcel Ziemer nahm die Unparteiische Steinhaus aufgrund einer Abseitsposition wiederum korrekt zurück. Drei Minuten später jubelten die Rostocker erneut: Halil Savran erzielte per Kopf das 1:0 – dieses Mal regulär und nicht ganz unverdient. Als sich die rund 1.600 mitgereisten Rostocker schon Richtung Bratwurst begaben, fiel der Ausgleich für die Arminia – in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Ein Gegentor, welches laut Baumann nicht gleich nach der Führung hätte fallen dürfen.

Gefährliche Rostocker auch in Unterzahl

In der zweiten Hälfte erhöhten die Gastgeber den Druck und wieder war es ein Kopfball, der die großen Rostocker Hintermänner überraschte. Hemlein köpfte per Aufsetzer zum 2:1 für den DSC. Und es wurde noch bitterer für die Gäste: Zwei Minuten nach der Führung spielten die Rostocker nur noch zu zehnt. Mikko Sumusalo, der bereits Gelb in der ersten Halbzeit für einen zu früh ausgeführten Freistoß sah, kassierte nach einem Foul folgerichtig die Gelb-Rote Karte. Mehr als 35 Minuten in Unterzahl musste die Kogge nun überstehen. Wer aber dachte, die Rostocker würden sich einigeln und zurückziehen, sah sich getäuscht. Noch vor einem Jahr hätte dies niemand für möglich gehalten, doch nun stemmte sich die Kogge gegen die Niederlage beim Tabellenführer und konterte immer wieder gefährlich. Der verdiente Ausgleich erfolgte in der 70. Minute. Per Foulelfmeter verwandelte Steven Ruprecht zum 2:2. „Am Ende haben wir in Unterzahl alles in die Waagschale geworfen, was aber nicht reichte“, so Baumann. Zwei Minuten vor Abpfiff war es wieder ein Kopfball, der den Arminen die 3:2-Führung bescherte und zugleich den Endstand  besiegelte. Baumann: „Die Spieler sind wütend, dass sie den Punkt nicht festgehalten haben. Das Spiel ist schwer zu verdauen für uns, aber es wirft uns nicht um.“

Negativ: Drei Gegentore durch Kopfbälle, positiv: Einsatz und Moral

Die Hanseaten konnten dennoch hoch erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Sie boten den Arminen lange Zeit Paroli und waren sicherlich einer der stärksten Heimgegner im bisherigen Saisonverlauf. Auch wenn das Team um Karsten Baumann am Ende mit leeren Händen dastand, konnten sie sich wiederholt auf ihren Einsatz und die tolle Moral verlassen. Zu dem unerwarteten Punkt auf der Alm fehlten an diesem Spieltag das nötige Glück und zwei Minuten Spielzeit. Auch Cheftrainer der Arminen Norbert Meier hatte positive Worte für die Gäste übrig. „Hansa ist schon eine andere Mannschaft in 2015. Man hat gesehen, dass es nicht einfach für uns war“, sagte der 56-Jährige. Einzig das Zustandekommen der Gegentreffer müssen die Hanseaten analysieren. Die hochgewachsene Rostocker Abwehr um Ruprecht (1,96 m), Hüsing (1,93 m) und Ahlschwede (1,86 m) offenbarte Timingprobleme, die zu Toren für die Arminia führten. Am Rande erwähnenswert ist weiterhin, dass die beiden Langzeitverletzten Shervin Radjabali-Fardi und Tommy Grupe nach langer Verletzungspause ihr Comeback gaben. Baumann bemerkte dazu: „Beide haben ihre Sache gut gemacht. Ein paar Situationen zeigten jedoch, dass die Spielpraxis fehlte.“ Hansa belegt nach dieser Niederlage mit 31 Punkten weiterhin den 16. Tabellenplatz.

 

   
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