Kaiserslautern: Auch Weimer tritt aus dem Aufsichtsrat zurück

Die Turbulenzen rund um den Betzenberg nehmen kein Ende. Mit Martin Weimer hat am Mittwochnachmittag bereits das zweite Mitglied des Aufsichtsrates innerhalb von wenigen Tagen seinen Rücktritt von all seinen Ämtern verkündet, um so "öffentlichen Diskussionen entgegenzutreten." 

Reaktion auf Anschuldigungen von Außen

Erst am vergangenen Freitag hatte mit Bernhard Koblischeck der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern seinen Rücktritt erklärt, nur wenige Tage später ist nun auch Martin Weimer dem 61-Jährigen gefolgt. Wie der FCK am Mittwochabend mitteilte, ziehe sich Weimer als Mitglied des Aufsichtsrates des 1. FC Kaiserslautern e.V., des Beirates der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH und des Aufsichtsrates der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KG zurück. In seiner Begründung gab Weimer an, "möglichen öffentlichen Diskussionen entgegentreten" zu wollen, "die dem Verein in einer sehr schweren Situation, aber auch meiner Reputation nachhaltig schaden."

Nachdem Weimer bei den Wahlen am 26. Februar mit der höchsten Stimmenanzahl aller Bewerber erst in seinem Amt bestätigt worden war, wurden anschließend Stimmen laut, die einen möglichen Interessenkonflikte im Hinblick auf seine Mandate beim FCK und seiner beruflichen Tätigkeit sahen, da Weimer gleichzeitig noch für eine Bank arbeitet, die über verschiedene Wege in den Fußball investiert. Am 15. März war in dieser Angelegenheit eine anonyme Anzeige eingegangen, woraufhin Weimer seine Mandate bereits ruhen ließ. Der 1. FC Kaiserslautern bestätigte allerdings umgehend, dass keine Konflikte im Hinblick auf Inkompatibilität zur Satzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. zu sehen seien.

Merk sieht gezielte Diskreditierung

Dennoch zog Weimer nun die Konsequenzen aus den Anschuldigungen: "Ich bedauere diesen Schritt sehr und möchte ausdrücklich betonen, dass dies nicht im Zusammenhang mit der sehr schweren Situation des Vereins und seiner Beteiligungen steht. Diese Entscheidung treffe ich zuallererst zum Schutze meiner Person, meiner Familie, aber auch zum Schutze des Vereins und seiner Gremien", sagt Weimer zu seinem Rücktritt und erhält Zuspruch aus dem verbliebenen Aufsichtsrat. Interessenkonflikte zwischen seiner beruflichen Tätigkeit und seiner Amtsausübung beim FCK sehe er nicht. Mit anonymen Attacken gegen seine Person seine eine Dimension erreicht worden, "die es mir unmöglich macht, dieses Ehrenamt mit Energie und Überzeugung weiterhin zu bekleiden".

Beiratsvorsitzender Dr. Markus Merk fügt an: "Gezielt werden Gremienmitgliedern persönlich diskreditiert, ohne Rücksicht auf einzelne Personen und auf unseren Verein. Ich kann den Rücktritt von meinem wertgeschätzten Gremiumsmitglied und Kollegen Martin Weimer sehr gut verstehen und hoffe, dass unsere Fans und Mitglieder erkennen, dass es bei dieser Form der Denunzierung keine Perspektive geben kann." Weimers Rücktritt habe man mit "großem Bedauern" zur Kenntnis genommen.

   
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