Kaderanalyse: Was der MSV auf dem Transfermarkt sucht
In der Drittliga-Saison 2026/27 wird der MSV Duisburg zweifelsohne zu den Favoriten zählen, selbst wenn die Zebras den Aufstieg nicht als offizielles Ziel ausrufen. Das Grundgerüst der Mannschaft steht nämlich schon, und Abgänge von Leistungsträgern deuten sich nicht an. Der MSV kann Stellschrauben ziehen. liga3-online.de analysiert den Kader.
Braune entgeht Sperre knapp
Rasim Bulic wurde bereits mit dem VfL Osnabrück und dem FC St. Pauli in Verbindung gebracht, aber MSV-Sportchef Chris Schmoldt zeigte sich beim wertvollsten Profi im Duisburger Kader entspannt. Auch die Marktwerte von Conor Noß und Lex-Tyger Lobinger werden auf 500.000 Euro geschätzt, wodurch die Offensivkräfte anderen Vereinen sicherlich nicht verborgen blieben. Aber alle Leistungsträger der Duisburger haben einen Vertrag über das Saisonende hinaus, weshalb die Zebras selbst alle Karten in der Hand halten, um einen guten Kader weiter zu verstärken. Und: Obwohl Duisburg einen verhältnismäßig jüngeren Kader hat, sollten die Zebras die U23-Regel bei Transfers berücksichtigen.
Angefangen auf der Torhüterposition. Maximilian Braune ist unumstritten, denn der 22-Jährige hielt die Zebras im Saisonfinale mehrfach im Rennen. Der eine oder andere Lapsus schlich sich beim Eigengewächs im Laufe der Saison zwar auch mal ein, doch insgesamt erwies sich Braune stets als sicherer Rückhalt. Einziges Manko? Der 22-Jährige stand kurz vor Schluss bei vier gelben Karten. Ausgerechnet in einer Zweitliga-Relegation hätte womöglich eine Sperre gedroht, weshalb Duisburg den passenden Back-up braucht. Ersatzkeeper Omer Hanin stand wegen schwerwiegenderen Verletzungen kein einziges Mal im Kader, und der Vertrag von Julius Paris läuft aus. Nachwuchstalent Laurenz Jennissen steht parat.
Der Abwehr fehlt die Breite
Es folgt ein Blick in die Abwehrreihe, wo sich die Duisburger in der Breite verstärken müssten. Nach dem Abgang von Mert Göckan ist Can Coskun der einzige Mann auf der linken Seite, während sich Joshua Bitter und Niklas Jessen zuletzt die rechte Schiene teilten – andererseits zog Bitter mit der Dreierkette in die Innenverteidigung, in der Tobias Fleckstein, Ben Schlicke und Alexander Hahn um ihre Plätze kämpfen. Alle Verteidiger des MSV werden mit Ansprüchen an einen Stammplatz in die Saison starten, weshalb neue Spieler nicht mit dem leichtesten Stand starten werden. Allerdings zeigten besonders Jessen und Schlicke, wie man sich aus der Rolle des jungen Reservisten zum Stammspieler entwickeln kann.
Vor der Abwehr hängt viel vom Verbleib von Bulic ab. Mit Müller, Egerer und Meuer haben die Zebras gleich drei Spieler abgegeben, um die Qualität in der Zentrale durch neues Personal zu erhöhen. Das Duisburger System ist darauf ausgelegt, dass ein zentraler Mann die Zerstörung des gegnerischen Spiels übernimmt und der andere Part den spielerischen Teil der eigenen Mannschaft fördert. Im Saisonfinale bekamen Bulic und Viet diese Rollen zugeteilt, dahinter noch Aljaz Casar als Joker in der Hinterhand. Offen ist noch die Rolle von Jakob Bookjans.
Offensive Außenbahnen gut besetzt
Wie Viet ist Bookjans eigentlich für einen offensiveren Part vorgesehen. Ob das Mittelfeld der Duisburger als Doppelsechs, Doppelacht oder Raute mit Sechser und Zehner ausgelegt wird – das wird in einzelnen Spielphasen variieren. Entsprechend wird sich der MSV in diesem Bereich besonders breit aufstellen wollen. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass Duisburg die meisten Abgänge in diesem Mannschaftsteil verzeichnet, um dort auch den größten Platz für Zugänge zu schaffen. Während auf der Außenbahn mit Kother, Sussek und Borkowski sowie mit Noß, Krüger und Symalla genügend Personal vorhanden wäre. Gerade im Falle von Krüger und Noß wären aber auch zentralere Rollen möglich.
Bleibt die Sturmspitze, in der Lobinger das Maß der Dinge ist. Mit Thilo Töpken laufen noch Gespräche, mit Tim Heike wird nicht mehr geplant. Vier Leihspieler um Visser, Hartwig, Zahmel und Wegkamp kehren nach Duisburg zurück, die allesamt keine Perspektive im Sturmzentrum haben. Einzig mit Wegkamp spricht der MSV noch, weil der Routinier durch einen Kreuzbandriss zurückgeworfen wurde. Eine weitere Alternative zu Lobinger wird daher sicherlich ein Thema in den Gedankenspielen der Verantwortlichen sein. So lässt sich zusammenfassen: Ohne Abgänge ist der MSV in jedem Mannschaftsteil gut besetzt. Um die Entwicklung fortzuführen, werden die Zebras eine zweite Reihe aufbauen, die die erste Garde herausfordern und übertrumpfen möchte.