Enochs vor Regensburg: "Wir wollen eine Heimmacht werden“

Eine Stadt am Bodensee dürfte sich aktuell großer Beliebtheit erfreuen: Fast die ganze 3. Liga sucht Konstanz, der VfL Osnabrück und erst recht Jahn Regensburg sind darin einbegriffen. Am Samstag treffen beide Teams aufeinander – und geht es nach der Statistik sowie der Zielsetzung, dürften die Lila-Weißen kaum zu schlagen sein. Und doch glimmt der Funke Hoffnung beim Außenseiter…

Ausrutscher in Chemnitz

Aber der Reihe nach: Beim VfL Osnabrück stimmte in der Englischen Woche vieles – nur nicht der Abschluss. Mit 0:3 unterlag die Elf von Trainer Joe Enochs beim Chemnitzer FC, das war völlig verdient und daran gab es zu fast keiner Sekunde einen Zweifel. Man hatte sich den Schneid vollends abkaufen lassen und im Spielverlauf nur eine wirklich große Chance kreiert. Das war, gepaart mit einigen individuellen Aussetzern im Defensivverbund gegen den starken Sturm um Anton Fink und Co., einfach zu wenig. Doch ist dies als Ausrutscher oder als Trendwende zu bewerten? „Wir wollen eine Heimmacht werden, es soll für jeden Gegner schwer sein, uns im eigenen Stadion zu schlagen“, stellte Joe Enochs gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" klar und bemerkte: „Regensburg hat sehr gefährliche und schnelle Stürmer.“

Jahn Regensburg: Grandiose Offensive, Zittern in der Defensive

Angesprochen fühlen dürfen sich dabei allen voran das Offensivduo um Erik Thommy und Jann George – zwei Namen, die vielleicht nicht jeder vor der Spielzeit auf der Liste hatte. George traf bereits fünffach und bereitete einen Treffer vor, Augsburg-Leihgabe Thommy legte sechs Tore auf und traf selbst einmal. Allen voran Thommy, dem schon vor Jahren eine große Zukunft vorausgesagt wurde, scheint der Durchbruch in dieser Saison zu gelingen. Jahn Regensburg – das ist aus Osnabrücker Sicht ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Gegner: Der geballten Offensivkraft steht nämlich nach wie vor ein absoluter Notstand in der Defensive entgegen, der sich durch den Ausfall von Robin Urban sogar noch weiter verschärft hat. Mit dem 34-jährigen Thomas Paulus steht noch ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung, er dürfte neben dem gelernten Mittelfeldspieler Sven Kopp im Defensivzentrum auflaufen. Dort bieten sich dem VfL Chancen, die Viererkette zu überspielen.

In Chemnitz fehlte Halil Savran erstmals so richtig…

Die Favoritenrolle geht daher eindeutig an den VfL Osnabrück, der bisher zehn Punkte aus vier Heimspielen sammelte – und darauf hofft, dem üppigen Gegentorkonto des SSV Jahn (15) weitere Treffer hinzuzufügen. Gleichzeitig könnte im Idealfall sogar die Tabellenführung winken – ein Patzer des MSV Duisburg und ein ausreichend hoher Sieg wären die Bedingungen dafür. Wichtiger als derartige Momentaufnahmen käme aber eine Reaktion auf das 0:3 in Chemnitz, als Osnabrück phasenweise auch die nötigen Grundtugenden nicht ausreichend auf dem Platz gebracht hatte. Verletzungsbedingt verzichten muss Übungsleiter Enochs derweil auf Linksverteidiger Michael Hohnstedt, der an einem Muskelfaserriss laboriert. Auch Halil Savran, der beim Gastspiel in Sachsen auch als Anführer erstmalig bitter vermisst wurde, ist aufgrund seiner Fußfraktur weiterhin keine Option. Ganz andere Sorgen hat derweil Bastian Schulz: Der defensive Mittelfeldspieler steht bereits bei vier Gelben Karten, könnte sich gegen Regensburg seine erste Sperre einhandeln.

   
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