Ismaik kritisiert: 1860 "muss sich zukunftsfähig aufstellen"

Vor neun Jahren stieg der jordanische Millionär Hasan Ismaik beim TSV 1860 München ein und träumte von Duellen mit dem FC Bayern München in der Bundesliga. In der Gegenwart stehen die Löwen nur einen Platz hinter den Bayern – allerdings hinter den Amateuren in der 3. Liga. In einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse" bekräftigt der Jordanier trotzdem erneut seinen Plan vom Fußball-Oberhaus, spricht sich gegen die 50+1-Regel aus und kritisiert die Stadionpläne des Vereins.

Ismaik glaubt weiterhin an die Bundesliga

Erfolg lässt sich nicht so einfach kaufen, auch im Fußball nicht. Das dürfte auch Hasan Ismaik mittlerweile verstanden haben, schließlich pumpte der jordanische Investor in den vergangenen neun Jahren rund 70 Millionen Euro in den TSV 1860 München und erreichte in dieser Zeit nur den Abstieg aus der 2. Bundesliga über die Regionalliga bis hin in die 3. Liga. "Vielleicht war ich zu euphorisch, ohne die Strukturen des Klubs zu kennen. Vielleicht wollte ich zu schnell zu viel, aber ich hatte eigentlich nur eines im Kopf: Diesen Verein wieder dorthin zu führen, wo er eigentlich hingehört – in die Bundesliga“, gibt der 43-Jährige nun in einem Interview mit der Passauer Neuen Presse" zu, sich die Aufgabe bei den Münchnern einfacher vorgestellt zu haben, bekräftigt aber gleichzeitig auch, weiterhin an das Ziel Bundesliga zu glauben: "Wenn alle im Verein zusammenhalten würden, könnten wir eine Lawine lostreten!“

Dazu sei er bereit, weitere Gelder in den Verein zu investieren, knüpft diese Bereitschaft aber an mehrere Bedingungen: "Der Verein muss sich endlich zukunftsfähig aufstellen, mit der klaren Absicht, neben sportlichem Erfolg anzustreben, auch den Klub in schwarze Zahlen zu bringen. 1860 ist so eine große Marke, aber leider wird diese nicht gepflegt und aufpoliert.“ Zudem hofft er auf eine Auflösung der 50+1-Regel, wodurch er das alleinige Sagen beim TSV 1860 München erlangen könnte. Denn Ideen, wie es bei den Löwen weitergehen soll, hat Ismaik genug.

Schäfer als neuer Geschäftsführer favorisiert

So möchte der Jordanier beispielsweise den ehemaligen Geschäftsführer Robert Schäfer als Nachfolger für den im Sommer scheidenden Michael Scharold an die Grünwalder Straße zurückholen. "Ich habe Robert Schäfer schon wieder seit einiger Zeit im Hinterkopf. Ich halte ihn für einen fähigen Geschäftsführer, dem ich zutraue, dass er sich nicht manipulieren lässt, sondern immer den Erfolg von 1860 im Vordergrund sieht“, sagt Ismaik und glaubt, mit Schäfer einen "Menschenfänger" und "Motivator" an der Hand zu haben.

Weniger begeistert ist Ismaik hingegen von den Plänen des Vereins, in Zukunft auf ein modernisiertes und ausgebautes Grünwalder Stadion setzen zu wollen. "Es gibt eine Machbarkeitsstudie für das Grünwalder Stadion, die besagt, dass das Stadion auf 18.105 Plätze ausgebaut werden kann. Ich hatte dies anfangs für einen Scherz gehalten", sagt Ismaik, der die Lösung eines komplett neuen Stadions bevorzugt, für das in München trotz jahrelanger Suche aber kein geeigneter Standort gefunden werden konnte. Das Grünwalder Stadion hält der Investor definitiv nicht für die richtige Lösung und denkt dabei schon wieder an die Bundesliga: "Was passiert, wenn 1860 plötzlich ans Tor zur Bundesliga anklopft? Will man dann den Fans verkaufen: Sorry, wir können nicht aufsteigen, weil wir kein erstliga-taugliches Stadion haben."

   
  • ironimus

    In einem hat Ismaik recht. Der auf 18.100 Zuschauer angedachte Ausbau des GWS ist kompletter Nonsens, selbst mit Überdachung. Alle paar Jahre wird in diesen alten Kasten ein Haufen Geld reingesteckt, ohne dass jemals etwas zukunftsweisendes dabei herauskommt. Das wird auch dieses Mal so sein. Was sollen die Löwen mit diesem Fassungsvermögen anfangen, falls es doch wieder mal nach oben gehen sollte? Es würde hinten und vorne nicht reichen. Und mehr ist an diesem Standort bekanntlich nicht machbar. Das ewige Theater um das GWS ginge dann in die nächste Runde. Es braucht endlich neue Ideen. Und wenn es in München gar nicht geht, muss man eben nach einer Alternative im nahen Umland suchen. Das ständige Hin und Her muss ein Ende haben.

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