"In einen Rausch gespielt": VfL gelingt historischer Sieg

Mit dem überdeutlichen 5:0-Kantersieg gegen den SV Waldhof Mannheim hat der VfL Osnabrück ein klares Statement gesetzt und Geschichte geschrieben. Der Grundstein für diesen Erfolg, da waren sich alle einig, wurde dabei schon in der vergangenen Woche gesetzt worden. Dennoch wollte Trainer Schweinsteiger nicht in Euphorie verfallen und forderte sein Team. 

Höchster Heimsieg ohne Gegentor seit 30 Jahren

Unterschiedlicher hätten die Bilder in den Kurven nach dem Abpfiff im Stadion an der Bremer Brücke am Samstagnachmittag kaum sein können: Während die Mannheim-Akteure zum Rapport der eigenen Fans antraten, tanzten die Lila-Weißen mit ihrem Anhang ausgiebig auf dem Feld. Ein 5:0-Heimerfolg erscheint in der Tat nicht unbedingt alltäglich. Tatsächlich war der Sieg am Samstag der höchste VfL-Heimerfolg ohne Gegentreffer im Profifußball seit ziemlich genau 30 Jahren. Der Gegner beim 6:0 damals? Waldhof Mannheim. Dies war auch der letzte Osnabrücker Heimsieg gegen den SVW, sodass gleich zwei historische Marken geknackt werden konnten. "Insgesamt bin ich zufrieden", bilanzierte VfL-Coach Tobias Schweinsteiger überaus zurückhaltend am Mikrofon von "MagentaSport".

Dabei ließen die Niedersachsen von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer am Ende als Sieger vom Feld gehen sollte. Nach diversen Großchancen hieß es nach einem wahnsinnig starken Schlussspurt mit drei Treffern zum Ende des ersten Durchgangs bereits 3:0 (35./38./45.+1.). "Wir sind von Anfang an sehr gut ins Spiel gestartet", gestand auch Schweinsteiger zu, doch wollte der junge Coach den Erfolg gar nicht allzu hoch hängen – und mahnte: "Der nächste Schritt ist gemacht, aber wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen." Viel mehr solle seine Mannschaft das Gezeigte "konstant abliefern", dass es nicht nur "mal ein gutes Spiel" bleibe. "In einen Rausch gespielt" habe sich der VfL, befand indes Stürmer Felix Higl.

Was Schweinsteiger störte, war, dass er trotz hoher Führung immer mal wieder einschreiten musste – gerade in der Überzahl im zweiten Durchgang. Die Überzahl sei "etwas ungewohnt" gewesen, sodass manche noch "lange Wege laufen" mussten. Vielleicht sei er auch "zu sehr Perfektionist", gestand er ein, doch haben ihm "ein paar Sachen auch nicht gefallen". Auch in den letzten Spielminuten sahen die 11.000 Fans, die ihr Team stetig nach vorne peitschten, einen Coach, der sehr aktiv in seiner Zone agierte. "Wenn sie es ohne meine Unterstützung hinkriegen, wäre mir am allerliebsten. Wenn ich helfen kann, dann helfe ich", merkte er abschließend mit einem Lächeln an.

Stürmer-Jobsharing geht auf

Was den ehemaligen Stürmer ebenfalls erfreut haben dürfte, war die Leistung seiner Angreifer. Wieder lag Schweinsteiger mit seiner Wahl, Felix Higl starten und Routinier Marc Heider von der Bank kommen zu lassen, goldrichtig. Higl steuerte ein Tor und ein Assist bei, während Heider den 5:0-Schlusspunkt setzte (84.). Es sei "als Stürmer", so Higl, "natürlich immer glücklich, wenn man trifft", doch auch, dass Joker Heider erfolgreich war, freute den 25-Jährigen. So habe er ihm dies "vom Herzen gegönnt". Mehr mitfühlen konnte dabei Ex-Stürmer Schweinsteiger, der aber festhalten wollte, dass "hundertprozentig auf ihn verlassen" könne. "Wir sind ähnliche Typen. Er weiß auch, dass ich nichts gegen ihn habe", war sich der Übungsleiter sicher.

Es scheint, als würde es unter Schweinsteiger langsam bergauf zu gehen. Nach einer Pleite zum Auftakt folgten zwei Heimsiege sowie das 1:1 gegen Spitzenmannschaft Freiburg II. Entsprechend waren sich auch alle einig, was den überragenden Kantersieg bedingte. "Ich glaube, wir hatten eine super Trainingswoche hinter uns", blickte Higl zurück. Auch sei Trainer bescheinigte dem Team, "was wir auf dem Trainingsplatz gezeigt haben, aufs Spielfeld rübergebracht" zu haben. Dies soll nun auch auswärts klappen. Hier wartet auf den VfL nun das Gastspiel in Dresden – dem nächsten Schwergewicht. "Dresden wird komplett anders", warnte Schweinsteiger.

Doch für einen kurzen Moment wollte der ambitionierte Übungsleiter dann doch noch abschalten, ehe es in die erneute Vorbereitung geht. Zum Basketballspiel nach Quakenbrück zog es den 40-Jährigen. Nach einem 5:0-Sieg, der zudem einen Sprung auf den 10. Platz der Tabelle bedeutete, nachdem der VfL sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen holte, war ihm das durchaus vergönnt.

   

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