Im Fahrstuhl gefangen: Schere zwischen 2. und 3. Liga zu groß?

Erst erwischte es den 1. FC Magdeburg, dann den SV Wehen Wiesbaden und nun die Würzburger Kickers – mit Eintracht Braunschweig könnte in dieser Saison sogar der zweite Zweitliga-Aufsteiger postwendend den Weg zurück in die 3. Liga antreten. Dahinter dürfte mehr stecken als bloßer Zufall, auch wenn es immer wieder positive Ausnahmen gibt.

Zu leicht für die zweite Liga

Wer als Achtzehnter auch gegen den Siebzehnten verliert, der hat kaum noch Argumente für sich und den Klassenerhalt. Niemand, auch nicht im eigenen Lager, konnte in Würzburg nach dem 1:3 gegen Osnabrück am Samstag bestreiten, dass dieser Abstieg ein hochverdienter war. Die bittere Note, die dieser Abgang nach nur acht Monaten im Zweitliga-Betrieb hat, ist nicht von der Hand zu weisen – Würzburgs Fans erlebten weder den tollen Last-Minute-Aufstieg im Vorjahr noch die wenigen schönen Momente in der bald abgelaufenen Saison. 3.000 Zuschauer, verteilt auf drei Partien zu Saisonbeginn, durften die Luft der 2. Bundesliga schnuppern. Wussten sie da schon, dass die Mission zum Scheitern verurteilt war? Jetzt können wir das sichere Urteil fällen: Trotz etlicher Transfers und Trainerwechsel waren die Kickers zu leicht für diese Liga.

Gewiss war das omnipräsente Chaos, dem Sportvorstand Sebastian Schuppan nun Stück für Stück Einhalt gebieten will, eine Ursache – gleich vier Trainer versuchten sich während der Saison an den Unterfranken. Und gerade während der Pandemie schien Würzburg unter den erschwerten Rahmenbedingungen überfordert, einen Kader von Zweitliga-Format zusammenzustellen. Ein mit 31 Spielern fast schon aufgeblähter Kader, gespickt mit Akteuren, die von den internationalen Resterampen befreit worden waren – wäre weniger mehr gewesen? Hätte es dann, gestützt vom wichtigsten Sponsor und Anteilseigner Flyeralarm, doch klappen können mit der Etablierung in der 2. Liga, oder ist die Schere längst zu groß? Es bleibt ein leises Gefühl, dass der Aufstieg für einen Klub der Größenordnung Würzburgs so oder so zu früh kam.

FWK, SVWW und FCM als jüngste Beispiele

Würzburg ist nicht das einzige Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit, die es (im Fall FWK sogar gleich zweimal) nicht geschafft haben, sich zu etablieren. 2020 erwischte es Aufsteiger Wehen Wiesbaden, hier gänzlich ohne Chaos, der damalige Erfolgs- und schließlich Abstiegstrainer Rüdiger Rehm hat in der hessischen Hauptstadt noch jede Krise überlebt und ist weiterhin in Amt und Würden. 2019 war es der 1. FC Magdeburg, der mit viel Vorfreude auf die große Bühne Zweitklassigkeit kam und dort ebenfalls scheiterte, während der SC Paderborn den sensationellen Durchmarsch in die Bundesliga schaffte. Das ist in der Geschichte der 3. Liga neben den Ostwestfalen bislang nur dem SV Darmstadt 98 (2015) gelungen.

Viel häufiger ereilt frühere Drittligisten aber das umgekehrte Schicksal. In diesem Jahr könnte auch Eintracht Braunschweig betroffen sein, noch kämpfen die Löwen mit dem VfL Osnabrück – Aufsteiger aus dem Jahr davor – sowie dem SV Sandhausen um Klassenerhalt und Relegationsplatz. Braunschweig hielt seinen Kader weitestgehend zusammen, es befürchteten sich allerdings Prognosen aus dem Vorjahr: Gibt es so etwas wie einen "schmeichelhaften" Aufstieg, der BTSV erlebte genau diesen. Und wusste damit wohl schon: Wer die 3. Liga nicht dominiert, sondern unter anderem von der Schwäche der Konkurrenz profitiert, der muss Großes vollbringen, um – sofern nicht plötzlich ein Millionen-Investor aus der Wunderlampe steigt – gegen den HSV, Kiel und Co. konkurrenzfähig zu sein.

Das leidige Thema Finanzen

Der Grund ist bekannt, entscheidend angepackt wird aber seit Jahren nicht. Während in der zweiten Liga selbst die tiefstplatzierten Klubs knapp 7,5 Millionen Euro TV-Geld pro Spielzeit einstreichen, ist es in der 3. Liga nicht einmal ein Fünftel dieses Betrags. Gerade "Fahrstuhlvereine" wie zuletzt Braunschweig und Wiesbaden sehen sich großen Herausforderungen gegenüber, den Kostenapparat anzupassen. Wer um jeden Preis einen zweitliga-tauglichen Kader zusammenstellen will, hat es umso schwieriger, im Abstiegsfall Personalkosten so rapide zu drosseln, als dass keine roten Zahlen anfallen. Die Kunst ist ein Mittelweg – und selbst der macht "normale" Drittliga-Aufsteiger auch wirtschaftlich zu klaren Außenseitern in der höheren Spielklasse.

Es ist gar nicht so leicht, die Klubs zu finden, die sich nach früherer Zugehörigkeit nun dauerhaft oberhalb der 3. Liga eingenistet haben. Das Feld dürften derzeit Union Berlin – gut, die Drittliga-Zeit ist ziemlich lange her – Arminia Bielefeld sowie der Vollständigkeit halber genannt auch RB Leipzig aus der Bundesliga anführen, im Unterhaus schlagen sich Heidenheim, Aue und Regensburg seit mehreren Jahren wacker. Nun drängen in Dresden, Rostock, 1860 München und Ingolstadt vier Ex-Bundesligisten zurück in die Zweitklassigkeit. Die einen verfügen über potente Sponsoren, andere über ein Umfeld mit exorbitanter Strahlkraft, wieder andere über beides. Genügt das, um die eigenen Ansprüche all der Genannten – das Etablieren in der 2. Bundesliga – zu erfüllen? Wer auch immer im dramatischen Aufstiegsrennen dieser Saison am Ende jubelt: Der weitere Weg der künftigen Zweitliga-Welpen wird mindestens genauso spannend zu verfolgen sein.

   
  • ironimus

    Ich fürchte, die Schere wird künftig eher noch weiter auseinandergehen. Das liegt zwar auch an den Finanzen, aber nicht nur. Einige Schwachpunkte in Liga 3 sind hausgemacht. Aber man traut sich nicht an diese ran, was auch mit der fehlenden Solidarität der Vereine zu tun hat. Dazu fehlt ein eigenes Stimmrecht, so dass man sich den Befindlichkeiten von oben (DFL) und unten (DFB-Regionalverbände) weitgehend unterordnen muss. Für beide Seiten ist die 3. Liga nur Mittel zum Zweck.

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  • Brünnstein

    Sehr gut auf den Punkt gebracht, liga3-Redaktion!

    • liga3-online.de

      Danke :)

  • Ex-Meister RedDevil

    Je höher man in der Liga steht, umso mehr TV-Gelder kassiert man. Vielleicht wäre ein Überdenken seitens des DFB nötig, damit auch mal die kleineren Vereine längerfristig in den zwei höchsten Ligen spielen könnten. Beste Beispiele für einen Totalabsturz sind FC Kaiserslautern, Alemannia Aachen, Wattenscheid 09, RW Essen, KFC Uerdingen, Energie Cottbus (um nur einige zu nennen). Wären TV-Gelder anders verteilt, würden diese Clubs eventuell immer noch in höheren Ligen als da wo sie momentan rumkraxeln.

    • anteater

      Uerdingens Absturz ist ja schon auch mit dem Ausstieg von Bayer verbunden. Krefeld ist tatsächlich eine eher sterbende Stadt, Fan-Potential gibt es auch nicht sonderlich viel, man hat ja noch die Konkurrenz Eishockey plus eben etliche höherklassige Fußballvereine, die locker mit Öffis erreichbar sind. Vielleicht auch ein bisschen das Problem von Wattenscheid als Stadtteil von Bochum.

      Aber ein grundsätzliches Finanzierungsproblem ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.

  • Nikita

    Ich halte es für normal, dass ein Aufsteiger um den Klassenerhalt spielt und um nichts anderes.
    Braunschweig spielt jetzt mMn auch völlig im Rahmen des Erwartbaren und dass Würzburg 18. ist, ist keine Sensation. Einer muss ja da stehen und ein Aufsteiger gehört natürlich zum Kreis der Anwärter. Dynamo könnte als Aufsteiger vielleicht einen Mittelfeldplatz erreichen, für Hansa oder 1860 wäre ein 15. Platz nach einem Aufstieg ein Erfolg. Magdeburg hat damals den Fehler begangen, in Panik auszubrechen, weil man um Platz 15/16 rangierte, dabei ist das völlig normal.

    • Frank

      Da widerspreche ich dir.
      Hansa wird oben die meisten Probleme bekommen.
      Dafür spielen sie einfach einen viel zu schlechten Ball und haben dieses jahr einfach das nötige Glück.
      Ingo würde es noch schlechter ergehen.
      Dresden sehe ich im Mittelfeld, da diese eben auch noch finanzielle Mittel zur Verfügung hätten.
      Allerdings kann ich mir bei 60 im Leben nicht vorstellen, dass diese auch nur im Ansatz etwas mit dem Abstieg zu tun hätten.
      Sie spielen ein wahnsinniges Pressing, den mit Abstand besten Ball..kommt nicht von ungefähr das Torverhältnis.
      Sie stehen einzig auf Rang 3, weil sie extreme Probleme gegen tiefstehende Mannschaften besitzen, was aber auch besser geworden ist.
      In der 2. Liga werden die Teams gg 60 aber nicht mehr tiefstehen.
      Würden sie aufsteigen, würde ich sie mit einem Paderborn, Duisburg oder Kiel in ihrer ersten 2. Liga Saison nach dem Aufstieg vergleichen.
      Diese hatten ähnliche Vorraussetzungen

      • Nikita

        1860 spielt wirklich gut, aber ohne Mölders würden sie irgendwo im Mittelfeld stehen. Und dass Mölders eine ganze Saison ohne Leistungseinbruch und ohne Verletzung durchspielt, grenzt schon fast an ein Wunder. Dass er noch eine Saison und das auf Zweitliganiveau und noch ein Jahr älter genauso spielt und niemals fehlt, darauf kannst Du nicht wetten. 1860 kann echt froh sein, dass Mölders verletzungsfrei geblieben ist, denn keine Mannschaft in der Spitzengruppe hätte solche Probleme, einen wichtigen Spieler zu ersetzen. 1860 hat einen kleinen und unausgewogenen Kader. Tolle Spieler für die Startelf, aber keine gute Bank. Auch einen Ausfall von Neudecker, Dressel, Lex oder Steinhart hätte 1860 nicht überstanden, während alle anderen Teams zahlreiche Ausfälle wichtiger Spieler hatten und kompensieren mussten und konnten. Entweder 1860 rüstet wahnsinnig auf oder sie werden bzw. würden riesige Probleme in der 2. BL bekommen.

      • anteater

        "Neudecker, Dressel, Lex"

        Einen davon können wir schon kompensieren, bei zwei wird es kritisch und bei drei unmöglich.

        "Entweder 1860 rüstet wahnsinnig auf"

        Es hieß kürzlich, dass wir im Aufstiegsfall zwei Spieler holen würden. Das dürfte kaum reichen, es sei denn man holt einen Stürmer, der wirklich so gut wie jede Gelegenheit nutzt, was äußerst unwahrscheinlich ist.

        "riesige Probleme in der 2. BL bekommen"

        Davon würde ich erstmal stark ausgehen, aber die Erfolgsfans gehen ja eh woanders hin.

      • anteater

        Als Sechzger finde ich nicht, dass wir einen "guten Ball" spielen. Es passt halt Trainer und Taktik, aber mit der Truppe in der 2. Liga, ich weiß ja nicht. Mölders dürfte da richtige Probleme bekommen, das ist schlichtweg nicht mit 3. Liga zu vergleichen.

        Aber was weiß ich schon. Wenn mir jemand zu Saisonbeginn gesagt hätte, dass wir am vorletzten Spieltag noch theoretisch direkt aufsteigen können und am letzten Spieltag die Relegation erreichen können, hätte ich das mit Kusshand angenommen. Echt sehr viel aus unseren Mitteln gemacht.

  • Philipp Schramm

    …, während der SC Paderborn den sensationellen Durchmarsch in die Bundesliga schaffte.

    Paderborn hätte das Ganze aber auch umgekehrt fast hin bekommen. Nur weil der Investor von 1860 München damals die 11 Mio. € nicht geben wollte, durfte 1860 nicht in die 3. Liga aufsteigen.
    Sonst hätte Paderborn den umgekehrten Durchmarsch von der 1. BL bis in die Regionalliga gemacht. So wären sie zwar sportlich abgestiegen, aus den genannten Gründen aber haben sie den Klassenerhalt am "grünen Tisch" erhalten.

    • Jens

      So weit wie ich mich erinnern kann ist 1860 von der 2.Liga in die Regionalliga abgestiegen und dadurch war Paderborn gerettet!

      • Philipp Schramm

        Stimmt, Fakt ist aber, das Paderborn sonst innerhalb von 4 Jahren den Durchmarsch nach unten in die 4. Liga gemacht hätte.
        Nur weil der Investor von 1860 München die für die 3. Liga erforderlichen 11 Mio. € nicht bereitstellen wollte.

    • Friedrich Herschel

      Ich denke, es ist die Zeit danach gemeint. Der SC Paderborn hatte 8 Jahre lang jedes Jahr die Spielklasse gewechselt, wenn man die Rettung am Grünen Tisch durch 1860 trotzdem als sportlichen Abstieg wertet.

  • RoadToChampionsLeague

    Die Verteilung der Fernsehgelder sollte sich zu großen Teilen einfach am Interesse der Zuschauer ausrichten. Wenn Sandhausen gegen Heidenheim spielt, interessiert das auf gut Deutsch gesagt "keine Sau". Dafür sollten diese Vereine, dann aber entsprechend auch wesentlich weniger Geld bekommen als bspw. Nürnberg und der HSV als Publikumslieblinge. Solange die DFL die Gelder weiter nach rein sportlichem Abschneiden verteilt, werden wir uns an "kostenschlanke" Vereine wie Hoffenheim/Heidenheim/ Sandhausen und Co in den oberen Ligen gewöhnen müssen. Die brauchen wahrscheinlich noch nicht mal einen Fanbeauftragten anstellen für die paar 100 Interessierten.

    • 60er

      Nein, das ist nicht fair

      Diese kleineren Vereine arbeiten gut und haben es sich hart erarbeitet, da oben zu stehen.
      Diese können schließlich auch nichts dafür.
      Sollte man ihnen die Fernsehgelder kürzen, hätten sie im Profifußball keine Chance mehr

      • RoadToChampionsLeague

        Diesen Punkt sehe ich genau umgekehrt. Die kleinen Vereine stehen da oben, weil die Fernsehgelder so unfair verteilt werden, wie es aktuell ist. Was mir hier in D machen, ist als wenn z.B. alle Einnahmen aus den Kinobesuchen fair auf alle Filme aufgeteilt werden würden unabhängig davon, ob in dem einen Film viele Besucher und im anderen wenige Besucher waren. Wenn du das als fair betrachtest, dann ist das System so richtig. Ich sehe es aber als fair an, dass im Beispiel bleibend, die Filme, die mehr Zuschauer anziehen, auch mehr Geld bekommen sollten.

      • 60er

        Was kann denn Augsburg dafür, dass der HSV sich zu dumm anstellt!?
        Die Fernsehgelder werden nach Erfolg verteilt und das ist gut so.
        Es wäre schlicht unverschämt(!) dem HSV mehr Fernsehgelder zu geben, als beispielsweise Fürth, nur weil diese besser arbeiten.
        Denn anders als bei großen Vereinen hängen bei den "kleineren" Vereinen Existenzen daran. "Größere" haben auch noch andere Einnahmequellen.

        Deswegen kann man das mit einem Kinobesuch auch nicht vergleichen!

      • RoadToChampionsLeague

        Das ist nicht unverschämt, sondern einfach Marktwirtschaft. Du scheinst 60er Fan zu sein. Vielleicht fällt dir ein lokales Beispiel leichter: Mir wäre sehr an einer interessengesteuerten Verteilung der Fernsehgelder gelegen, um solche Projekte wir Türkücü zu verhindern. Die haben weder Fans, noch ein Stadion oder sonst irgendwelche Strukturen, die zu einem Sportverein für mich persönlich dazugehören. Die schmarotzen einfach das Geld, das Fans und Sponsoren aus München für die Roten und die Blauen ins System bringen. Frag mal 100 Leute am Maximiliansplatz, ob sie einen Euro für das Projekt Türkücü oder für Bayern/ 1860 geben wollen. Da sagen dir doch mind. 99 Leute für Bayern/ 1860 oder?

      • Philipp Schramm

        Und was deinen Verein FCK angeht, solltet ihr in Sachen Finanzen mal den Ball ganz flach halten.
        Ihr wirschaftet seit Jahren deutlich über eure Verhältnisse, ihr zahlt mit die höchsten Gehälter in der 3. Liga, ihr habt so gewirtschaftet, als wenn ihr immer noch in der 1. BL spielen würdet.

        Auch habt ihr nämlich als einziger Verein die Corona-Krise ausgenutzt, um euch zu "bereinigen", sprich, ihr habt als einziger Verein Insolvenz angemeldet, aber auch nur aus dem Grund, das ihr keine Punkte im laufendem Ligabetrieb abgezogen bekommt.

        Das nehmen Euch immer noch viele sehr übel.

        Der KFC-Uerdingen z.B. hat zwar auch Insolvenz angemeldet, allerdings wurden ihm in dieser Saison dafür auch 3 Punkte abgezogen.
        Und ihr vom FCK habt auch während und nach dem Insolvenzverfahren genauso weiter mit dem Geld um Euch geworfen. Wie kann man in einem laufenden Insolvenzverfahren einen Spieler von einem anderem Verein abkaufen wollen, obwohl das Geld dafür gar nicht da gewesen wäre.
        Gott sei Dank ist der entsprechende Spieler nicht zu Euch gewechselt, sondern hat im Gegenzug bei sein Verein sogar verlängert.

        Für die Spieler des FCK würde es mir leid tun, aber ich wurde mit Schadenfreude herumlaufen, wen der FCK absteigen würde. Vielleicht kommen die Vereinsoberen dann endlich mal von ihren hohen Rössern runter, wenn fast alle Einnahmequellen wegfallen.

      • RW

        Mit Ausnahme der Fans trifft Deine Analyse über Türkgücü doch 1 zu 1 auf Kaiserslautern zu! Fürs Stadion wird seit Jahren nur noch ein Bruchteil der eigentlichen Miete gezahlt, das Geld schmarotzt der Verein durch ein fadenscheiniges Insolvenzverfahren, worunter andere solide wirtschaftende Clubs leiden müssen. Und gleichzeitig holt man sich mit hohen Gehaltszahlungen einige der Top-Spieler der Liga. Weiterhin ist es ja tatsächlich so, wie weiter ob schon erwähnt, dass das Interesse an Vereinen zumindest teilweise ausschlaggebend für die Verteilung der TV-Gelder ist. Wie sollte das denn Deiner Meinung nach aussehen? Am Beispiel 2.Liga: 80% für den HSV, der Rest teilt sich die Krümel? Schau doch mal in die erste Liga! Da ist auch die Vereitelung der TV-Gelder ein Stückweit für die Dominanz des FC Bayern München verantwortlich. Findest Du die Zustände da noch spannend? Eigentlich müsste man die Meisterschaft gar nicht mehr ausspielen… Für die Spannung in den Ligen wäre es durchaus förderlich, die vorhandenen Gelder noch gleichmäßiger zu verteilen. In der aktuellen Saison hat der Absteiger Düsseldorf mit gut 24 Mio fast das dreifache vom Aufsteiger Würzburg (ca. 9 Mio) erhalten. Zusätzlich haben etablierte Vereine meist auch höher dotierte Sponsorenverträge, also noch mehr Geld zur Verfügung. Es sei denn man findet einen Oligarchen, Mäzen oder was auch immer, wodurch Strukturen wie bei Hoffenheim oder RB Leipzig entstehen. Und diese Vereine möchtest Du ja nicht in der ersten Liga und vermutlich auch nirgends sonst haben. Aber mit Deiner Argumentation würdest Du sie fördern…. Ziemlich doof, oder?

      • RoadToChampionsLeague

        Bestes Beispiel ist doch die Verteilung der Magenta-Gelder in Liga 3. Wieviele Abos haben denn die Fans von Verl, Türkücü, Wehen etc. zusammen? 1000 Abos? Diese Vereine bekommen aber genauso viel Geld wie die Rostock, Magdeburg, FCK, 1860, … Das ist doch komplett krank.

      • RW

        Erst mal ganz provokativ: Und wenn das anders wäre, wäre der FCK nicht insolvent? Das bezweifle ich doch stark.
        und die Liga 3 ist eh schon finanziell eine ganz schwierige, da sind Aufsteiger doch froh um jeden Euro, den sie in Ihre Verpflichtungen stecken können. Es gibt nämlich durchaus noch Vereine, die gewissenhaft wirtschaften (wollen). In Liga 3 klappt das nachweislich nur bedingt.
        Ich habe explizit von Liga 2 und Bundesliga gesprochen, wo es einfach krasse Unterschiede in der Verteilung gibt, was dazu führt, dass Aufsteiger oftmals relativ chancenlos dastehen, wenn sie eben keinen Brausehersteller als Alleinherrscher im Verein haben. Ich wiederhole mich, aber auf den Punkt gebracht, ist die ungerechte Verteilung der Gelder mitverantwortlich für den Einstieg von Investoren in einzelne Vereine, da sonst früher oder später das Geld ausgeht…

      • RoadToChampionsLeague

        Da bin ich wirklich nicht drauf eingegangen. Ich denke, dass du das ganze Investoren-Business nicht mehr aufhalten kannst. Aber abgesehen davon ist es für Vereine wie bspw. Sandhausen oder Verl wahnsinnig attraktiv oben mitzuspielen, da die Fernsehgelder für diese Vereine relativ gesehen riesig sind. Die haben keine großen Fan- oder Sponsoringeinnahmen. Und vor solchen Vereinen könnte man sich über eine gerechtere Verteilung (gerecht ist natürlich immer subjektiv) schützen. Vor einem RB-Konstrukt hilft dir nur der Verband, der aber kein Interesse zu haben scheint. Ich würde mich einfach über Profiligen (1-3 Liga) nur aus Vereinen mit solider Fanbasis wahnsinnig freuen. Da wäre dann auch wieder ein Rot-Weiss Essen oder Jena dabei und eben nicht Verl und RB.

      • RW

        Aber ist es nicht etwas ignorant, bestimmen zu wollen, wo eine solide Fanbasis anfängt und wo einem Verein quasi das Existenzrecht im Fußball entzogen wird? Und wenn man ehrlich ist, ist eben auch in Leipzig oder Hoffenheim das Stadion voll und auch da gibt es sowas wie Ultras bzw. zumindest eine solide Fanbasis, wie Du es nennst. Ob das jetzt was mit Tradition zu tun hat, steht auf einem anderen Blatt. Ich denke nicht, dass wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen, aber überleg mal für Dich, ob das eine faire Argumentation ist, die Du da anführst. Vielleicht hilft es, sich mal in die Lage eines Sandhausen- oder Verl-Fans zu versetzen und dann drüber nachzudenken, wie cool das wäre, wenn Dir ein Fan eines anderen Vereins (über den man durchaus nicht zwangsläufig positiv denken muss) die Daseinsberechtigung im Profi-Fußball aberkennt…

      • RoadToChampionsLeague

        Wenn ich mal einen Fan von verl oder Sandhausen treffe, mache ich das. Ich geb dir dann bescheid 😂

      • RW

        Das ist also deine Art, damit umzugehen, dass du einfach keine Argumente hast? du gehst auf meine nicht ein und machst dich lustig! Kann man schon machen, ist halt ein Beweis für Arroganz, Ignoranz und am Ende auch ein Zeichen von Dummheit…

      • RoadToChampionsLeague

        Was soll ich dir denn antworten? Meine Argumente habe ich ausreichend dargelegt. Du bestehst darauf, dass jeder Plastikverein und jede Dorfmannschaft eine Existenzberechtigung im Profifussball hat. Das sehe ich anders. Ich lasse dir deine Meinung. Ich fand es nur lustig mit "frag mal einen Fan von Sandhausen". Die bringen so knappe 50 Auswärtsfahrer mit. Wie groß ist denn bitte die Wahrscheinlichkeit, dass ich mal zufällig auf einen Sandhausen-Fan treffe? Tendiert wohl gegen Null. Nicht böse gemeint, wirklich nicht.

      • RW

        Lass einfach gut sein, so sehr ich auch suche, ich finde Deine Argumente nicht. Das einzige, was ich lese, ist Deine Meinung, aber mit Argumenten belegst Du keine Deiner Aussagen.

      • RoadToChampionsLeague

        Mein Hauptargument ist, dass die Verteilung der Fernsehgelder rein nach sportlichen Kriterien unfair ist und strukturell Vereine nach oben spült, die ausser dem lizenzspieleretat kaum Kosten haben. Wir beim FCK müssen ein uberdimensioniertes Stadion zu völlig aus der Welt gefallenen kreditkonditionen bezahlen und haben einen riesigen aparat an Jugendmannschaften. Das wir genauso viel oder wenig Geld bekommen wie irgendein daher gelaufener Verein, der in einem städtischen Stadion spielt und die Nachwuchsarbeit auf sparflamme fährt, sehe ich irgendwie nicht ein.

      • RW

        Ihr beim FCK bekommt für Euer Stadion doch seit Jahren Sonderkonditionen von der Stadt! Also hör auf, das Opfer zu spielen. Euere wirtschaftlichen Probleme kommen auch nicht von einer unfairen Verteilung von TV-Geldern sondern von der Unfähigkeit, solide zu wirtschaften.
        Und auch kleinere Vereine haben Kosten, auch kleinere Vereine leisten Nachwuchsarbeit, betreiben NLZ. Und nochmal: Kleinere Vereine haben oftmals keinen Hauptsponsor, der große Summen locker macht. Wer steht denn da (fast) ganz oben in Liga 3? Das kannst Du hier nochmal nachlesen:

        https://www.liga3-online.de/trikot-vermarktung-drittligisten-kassieren-169-millionen-euro/

        Also, hör auf zu jammern, akzeptiere, dass Euere Probleme eben Euere Probleme sind und hör auf, weniger bekannten aber trotzdem erfolgreicheren Clubs die Existenzberechtigung im Profifußball abzusprechen!

      • 60er

        Und die kleineren Vereine stehen doch nicht da oben, weil das Fernsehgeld deiner Meinung nach unfair verteilt ist…was ist denn das für ein Mist.
        Mannschaften wie Augsburg, Freiburg usw leben mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen..
        Mannschaften wie der HSV, Lautern, Schalke, 60, uvm stehen da unten, weil sie nicht nur Geld ausgegeben haben, dass sie nicht hatten, sondern auch ihr Geld falsch angelegt hatten bzw durch Unglück(Schalke mit ablösefreien Abgängen) schlicht nicht kompensieren konnten.

      • RoadToChampionsLeague

        Strukturell habe Vereine wie der HSV, Schalke, 60,FCK das Problem, dass sie eine ganz andere Kostenstruktur bzw. Struktur haben. Heidenheim bspw. spielt quasi umsonst in ihrem Stadion, bei RB kann der Investor machen, was er will, da es keine Mitglieder gibt, die ihm reinreden. Im Endeffekt hat jeder Traditionsverein natürlich hausgemachte Probleme, aber eine Bundesliga ohne fans ist schon irgendwie fad. Der nächste Verein mit Problemen ist ja Bremen. Würde mich nicht wundern, wenn das nordderby HSV gegen Werder mittelfristig in Liga 2 stattfindet. Dafür kann dann Kiel gegen Wolfsburg um den Titel des nordmeisters spielen. Schöne neue fussball Welt…

      • Friedrich Herschel

        Wolfsburg wird nie Nordmeister, nur weil sie auch in Niedersachen sind. Wolfsburg ist südlicher als Berlin gelegen.

      • Philipp Schramm

        Du willst doch jetzt nicht allen Ernstes RB Leipüzig als "Traditionsclub" bezeichnen. Dieses Kunstrukt ist in meinen Augen nicht mal ein Verein, auch wenn er es nach deutscher Gesetzgebung tatsächlich ist.
        Für mich ist RB Leipzig eijn sogenanntes Finanzkonstrukt von RedBull. Nur sie dürfen den Namen RedBull in Deutschland nicht im Namen von RB Leipzig benutzen, weil RedBull ein Konzern aus Österreich ist. Selbst das ursprüngliche "Vereinslogo" mussten sie wieder ändern lassen.

        Im Gegensatz zu echten Traditionsvereinen, leben diese Vereine von ihren Mitgliedern und Fans. RB Leipzig lebt zwatr von viel3en Fans, "Mitglieder" haben sie aber ausser ein paar ranghohe Mitarbeiter aus dem RedBull-Konzern keine.
        Und ganz ehrlich, RB Leipzig hat sich nicht hochgespielt, die haben sich hochgekauft, weil eben Millionen und Milliarden von Euro’s in dieses Konstrukt geflossen sind.

    • Friedrich Herschel

      Ein Teil wird bereits genau nach Zuschauern/Fanbase verteilt.

      • RoadToChampionsLeague

        OK, wie funktioniert das? Ist mir Ehrlicherweise unbekannt

      • Friedrich Herschel

        Ein Großteil (afaik 50%) wird gleichmäßig an alle Vereine verteilt. Ein weiterer fetter Brocken sind frühere sportliche Leistungen (Vorsaison, aber auch 2 Fünfjahres- und sogar eine Zehnjahreswertung). Der Rest dann über Nachwuchsförderung und Faninteresse.

      • RoadToChampionsLeague

        Danke. Das war mir dann aber doch bekannt. Es sind wie du sagst, ein Großteil für sportlichen Erfolg, nur dass dann in der Vergangenheit liegende Saisons ggf. stärker gewichtet werden. Mir geht es einfach darum, dass diese Entwicklung aufhört, dass irgendwelche Einzelprojekte in die oberen Ligen aufsteigen und Vereine mit großer Fanbasis zur Seite gedrückt werden. Natürlich qualifizieren die Hoffenheims dieser Welt sich sportlich, aber im Endeffekt interessiert sich in 10 Jahren keiner mehr für die Bundesliga, wenn da 10 Vereine wie Hoffenheim rumspringen.

      • Philipp Schramm

        Echten Fußball-Fans ist das egal, in welcher Liga ihr Verein spielt.
        Schau dir mal den FCM (FC Magdeburg) an, die hatten selbst zu Oberliga- oder Regionalliga Zeiten Zuschauerzahlen, davon haben einige Zweit- und oder gar Bundesligisten geträumt.

      • Falk Schmiedeknecht

        1-2K in der Oberliga und 4-5K in der RL – an welche Zweit- oder gar Bundesligisten hast Du denn bei dieser steile These gedacht? Oder war das mehr so ein Gefühl.
        Überdurchschnittlich Publikum kommt dort auch nur, wenn man vorne mit dabei ist.

      • RoadToChampionsLeague

        Da gebe ich dir ja Recht. Aber die anderen Vereine, mit denen mein Verein in einer Liga spielt, sind mir und auch anderen Fans nicht ganz unwichtig. Ich spiele lieber gegen Mannheim, SB oder Karlsruhe als gegen Großaspach, Hoffenheim oder RB.

    • anteater

      "Sandhausen gegen Heidenheim"

      Würde ich mir auch nicht anschauen, aber offenbar arbeiten die finanziell solider als wir (Sechzig) oder ihr, also haben die es auch verdient dort zu stehen wo sie stehen, auch wenn es da kein Fanpotential in unserem Sinne gibt.

      • RoadToChampionsLeague

        Natürlich haben die es sportlich verdient. Man kann ja aber vielleicht auch 50% der Gelder nach sportlichen Kriterien und 50% nach Zuschauer Interesse verteilen. Im Moment bekommen wir eine spannenden zweite Liga mit Nürnberg, HSV, Schalke, Köln, ggf. Bremen, Dresden, Rostock, ggf. 1860. Das kann aber irgendwie weder im Interesse der DFL, des DFB noch der Fans sein, dass die 2.liga langsam spannender ist als die 1.liga. Da muss jetzt langsam mal korrigiert werden

      • anteater

        Ach, für den DFB wäre es doch klasse, wenn seine Liga, also die 3. Liga, interessanter würde als die Bundesliga ;-)

  • Mario Schulz

    Die Aufsteiger bekommen zwar deutlich mehr Geld als die Drittligisten, können bei den Medienerlösen aber auch nicht mit den gestandenen Zweitligisten mithalten. Fortuna Düsseldorf erlöst über 24 Mio € aus diesen Topf, Hannover und der HSV über 22 Mio, während Braunschweig, Würzburg oder Osnabrück knapp 9,5 Mio € erhalten. Solange es bei der Verteilung so große Unterschiede gibt, wird sich daran auch nichts ändern.

    • Friedrich Herschel

      Weil ziemlich viel über die 5-Jahres-Tabellen für frühere sportliche Leistungen verteilt wird. Du musst dich also erstmal etablieren, bevor du überhaupt die gleichen Finanzmittel kriegst.

  • Philipp Schramm

    2019 war es der 1. FC Magdeburg, der mit viel Vorfreude auf die große Bühne Zweitklassigkeit zurückkehrte …

    Liebe Liga3-online Redaktion.

    Der FCM war vorher nie in der 2. Liga, im Gegensatz zu Dynamo Dresden, Hansa Rostock und kurz nach der Wende auch der HFC.

    • liga3-online.de

      Ist korrigiert, danke.

    • Hartmut Neumann

      Da war der Jan etwas übereifrig. Aber im Prinzip hat er Recht.

    • Chris

      Ach … der Fehler lag eher in der Jahreszahl … da muss 2022 stehen statt 2019

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