Hinrunden-Fazit Hansa Rostock: Viel Mittelmaß

Sehr durchwachsen fällt die Hinrunde der Saison 2016/2017 für den F.C. Hansa Rostock aus. In der vergangenen Saison noch auf dem 16. Platz, finden sich die Hanseaten derzeit auf dem 13. Rang wieder. liga3-online.de analysiert die Hinserie und wirft einen Blick auf die Stärken und Schwächen.

Das lief gut

Die Rostocker sind das drittbeste Team der Liga – auswärts! Nur der MSV Duisburg und der 1. FC Magdeburg holten in der Ferne einen Punkt mehr als der FCH. Untermauert wird die Auswärtsstärke durch die glänzende Defensive. Keine andere Mannschaft kassierte weniger Gegentore in fremden Stadien. In neun Spielen musste Schlussmann Marcel Schuhen nur sechs Mal hinter sich greifen – Ligaspitze!

Das lief nicht gut

So erfolgreich die Hanseaten in der Fremde waren, desto mehr enttäuschten sie vor heimischem Publikum. Die Diskrepanz ist riesig und fällt sofort ins Auge: In zehn Heimspielen gingen die Rostocker nur zwei Mal als Sieger vom Platz. Der letzte Sieg datiert aus September, als Hansa den Aufsteiger aus Zwickau mit 5:0 aus dem Stadion schoss. Danach regierte Tristesse und nur noch zwei weitere Punkte konnten eingefahren werden. Unterm Strich stehen zehn Punkte aus zehn Spielen – viel zu wenig. Mangelnde Konstanz und viele individuelle Fehler waren nicht ganz unerhebliche Ursachen für die vor allem zu Hause nicht genutzten Möglichkeiten. So musste Cheftrainer Christian Brand immer wieder zahlreiche Umstellungen in der Stammelf vornehmen. Verletzungen und Sperren verhinderten zudem eine gewisse Kontinuität in der ersten Elf.

Bewertung der Neuzugänge

Überschaubar lasen sich zu Saisonbeginn die Neuzugänge der Hanseaten. Die Verpflichtung des Mittelfeldspielers Timo Gebhart war der Transferkracher Ende August. Der Ex-Bundesliga-Profi kam bis dato auf sieben Einsätze; erzielte dabei vier Tore und drei Vorlagen. Ausgebremst wurde er immer wieder durch Sperren und Verletzungen. Seine Fitness ist immer noch nicht bei 100 Prozent, dennoch besitzt er die Qualität, Spiele selbst zu entscheiden. Kerem Bülbül kam auf Leihbasis vom FC Ingolstadt und konnte sich mit zwei Toren und drei Vorlagen in den engeren Kader spielen. Die Auftritte des offensiven Mittelakteurs gleichen trotzdem mal Licht mal Schatten. Sechs Spiele von Beginn an reichten Christian Dorda-Ersatz Fabian Holthaus nicht, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Der Linksverteidiger, der von Fortuna Düsseldorf wechselte, verletzte sich zudem und spielt seit Oktober nur noch in der Reserve der Rostocker eine Rolle. Er muss in der Rückrunde enorm zulegen, um sich nochmal aufzudrängen. Lange hatten die Verantwortlichen um Jeff-Denis Fehr gebuhlt, überzeugen konnte der 21-Jährige bisher nicht. Er brachte es lediglich auf Kurzeinsätze und spielte zuletzt mit Hansas Reserve in der Oberliga. Mit Eric Behrens und Samuel Aubele wechselten zwei junge Nachwuchstorhüter an die Ostsee, die ihren Platz hinter der unumstrittenen Nummer eins Marcel Schuhen gefunden haben. Sie waren im Landespokal stets ein sicherer Rückhalt.

Bester Spieler

Mit sechs Toren und vier Vorlagen führt Stephan Andrist die Torschützenliste der Hanseaten an. Der Schweizer, der sich auf dem rechten Flügel am wohlsten fühlt, ist der Torgarant der Rostocker, wenngleich er oftmals große Chancen liegen ließ. Schon jetzt hat er fast so viele Tore wie in der gesamten vergangenen Saison auf dem Konto (7) und ist neben Schlussmann Schuhen der konstanteste Spieler der Rostocker.

Schwächster Spieler

Viele Akteure blieben hinter den Erwartungen zurück. Stürmer werden an Toren gemessen und daran mangelt es in dieser Saison bei Marcel Ziemer. Der frühere Sturmtank kam zwar auf 18 Einsätze mit drei Toren, lief aber stets seiner Form hinterher. Sein goldenes Tor in der 86. Minute gegen Duisburg war ein Lichtblick – mehr aber auch nicht. Gleiches gilt für seinen Sturmkollegen Melvin Platje. Der Niederländer kam zuletzt nicht einmal mehr auf Kurzeinsätze; ein Wechsel ist daher nicht ausgeschlossen.

Fazit

Insgesamt betrachtet war es eine Hinrunde voller Höhen und Tiefen. Aus Rostock grüßt das Mittelmaß: Sechs Punkte Abstand zum Relegationsrang und sechs Punkte Abstand zu den Abstiegsplätzen. "Da wo wir stehen, sind wir zu Recht. Wir sind eine mittelmäßige Mannschaft“, brachte es auch Hansa-Trainer Brand im Dezember auf den Punkt. Immer wieder warfen Niederlagen wie zum Beispiel gegen Osnabrück, Holstein Kiel und den Chemnitzer FC die Hanseaten an einem Punkt zurück, an dem sie den Anschluss nach oben hätten herstellen bzw. halten können. Treffender hätte Brand es nicht formulieren können: "Wir können jeden schlagen, aber auch gegen jedes Team verlieren.“ Zu inkonstant spielte die Kogge, der 13. Tabellenrang ist demnach völlig gerechtfertigt.

Ausblick und Prognose

Die Rückrunde hängt viel von der Rückkehr der Verletzten (Erdmann, Gebhart, Gardawski, Hoffmann) ab und ob eventuell zusätzlich verpflichtete Spieler den Konkurrenzkampf – vor allem im Offensivbereich – neu entfachen können. Ein Abstieg sollte dennoch mit diesem Kader kein Thema sein. Für ganz oben wird es jedoch noch nicht langen, da dem Team die nötige Konstanz fehlt.

   

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