Hansa unterliegt Lotte: Ein Dämpfer zur richtigen Zeit?

Im letzten Spiel des Jahres 2017 ist die Siegesserie des F.C. Hansa Rostock gerissen. Im Duell gegen die Sportfreunde aus Lotte verloren die Rostocker vor 11.500 Zuschauern im Ostseestadion mit 0:3 (0:1). Mit einem Sieg gegen Lotte hätten die Hanseaten auf dem dritten Tabellenplatz überwintern können – nun ist es immerhin Rang vier. 

Frühe Führung und fragwürdiges Abseitstor durch Hüsing

Es war eine der bitteren Niederlagen der laufenden Saison, die die Hanseaten gegen die abstiegsbedrohten Westfalen hinnehmen mussten. Schon früh fiel der Führungstreffer der Gäste in der zwölften Minute durch eine Direktabnahme von Oesterhelweg. Keine Chance für Kai Eisele im Tor des FCH – gleich zweimal wurde der Ball abgefälscht. Die Antwort der Rostocker folgte prompt. Nur eine Minute später verlängerte Oliver Hüsing einen Freistoß von Marcel Hilßner in das gegnerische Tor.

Die folgenden Jubelstürme der Hansa-Fans wurden jedoch wegen einer vermeinlichen Abseitsstellung im Keim erstickt. Eine Fehlentscheidung, wie die Zeitlupe im Nachhinein belegte. Pech für Hansa, welches sich aber weiterhin konstant durch die Partie zog. Sowohl Hilßner als auch Soufian Benyamina vergaben gute Chancen für die Gastgeber, von Lotte war nach dem Führungstreffer derweil weiter nichts zu sehen.

0:2 und 0:3 – Lotte kontert Hansa aus

Auch nach der Pause hatte Hansa gegen die robusten Gäste einen schweren Stand und kassierte prompt durch einen Konter in der 65. Minute das 0:2. Lotte mauerte, Hansa zwar mit mehr Ballbesitz aber ohne zwingende Torchancen. Mit nur noch zehn Mann (Verletzung von Willi Evseev nach ausgeschöpftem Wechselkontingent) und einem 0:3 beendete der FCH die letzte Partie des Jahres. Erneut war es Oesterhelweg, der in der Schlussminute den Deckel drauf machte. Verständlich, dass Trainer Pavel Dotchev nach dem Abpfiff frustriert war. "Mich hat heute alles geärgert. Lotte hat uns total neutralisiert und wir konnten kein Spiel mehr aufbauen“, erklärte der 52-Jährige. "Das war heute ein schwarzer Tag für uns, den ich mir so nicht vorgestellt habe."

Hansa wollte zu viel

Noch in der Woche hatte Dotchev gesagt, dass der FCH weit von einer Spitzenmannschaft entfernt ist. Auch wenn das Ergebnis am Ende sicherlich zu hoch ausfällt: An diesem Nachmittag bestätigte sich seine Aussage einmal mehr. Hansa wollte viel und vor allem meist spielerisch lösen und bekam dann recht schnell die Grenzen aufgezeigt. Die zweitbeste Abwehr der Liga offenbarte einige Schwächen und wirkte über weite Strecken viel zu behäbig, im Angriff sahen die Hanseaten kein Land. "Fußball ist kein Wunschkonzert“, sagte Dotchev nach dem Schlusspfiff, der sich eigentlich mit einem Sieg zum Jahresende verabschieden wollte.

Nach der überaus positiven Hinrunde war dies sicherlich ein Dämpfer zur richtigen Zeit, der zwar schmerzt, aber von dem die Hansa-Welt nicht untergeht und der in der Winterpause die Sinne weiter schärft. Im neuen Jahr können die Rostocker dann unter Beweis stellen, ob sie ein gefestigtes Team sind, indem sie an ihre positive Bilanz aus den vergangenen acht Spielen mit sechs Siegen anknüpfen.

   
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