Hansa setzt Lauf fort und überzeugt mit neuer Qualität

Der F.C. Hansa Rostock bleibt im Jahr 2018 weiterhin ungeschlagen. Im Duell der formstärksten Teams der vergangenen Wochen konnten sich die Hanseaten vor heimischer Kulisse gegen die Würzburger Kickers mit 3:1 (2:0) durchsetzen und mischen damit endgültig im Aufstiegskampf mit.

Zwei Chancen, zwei Tore

Nach dem Auswärtserfolg in Meppen war der Sieg gegen die Gäste aus Würzburg ein weiteres großes Ausrufezeichen. Der sonst eher zurückhaltende Pavel Dotchev ballte mit dem Schlusspfiff beide Fäuste gen Himmel, denn diesen Erfolg hatten sich seine Jungs hart erarbeitet. Hansa – auf gleich drei Positionen mit Veränderungen (Rankovic, Hilßner und Scherff für Bischoff, Nadeau und Väyrynen) – startete verhalten in die Partie. Gegen einen sehr gut stehenden Gegner fehlte die letzte schnelle Idee, das Mittelfeld zu überbrücken. Würzburg machte das bessere Spiel – bis zur Führung der Rostocker. Nach einem Foulspiel von Ex-Hanseat Ahlschwede verwandelte Soufian Benyamina den fälligen Strafstoß in der 32. Minute zum 1:0. Und Hansa legte nach und erzielte mit der zweiten Chance das zweite Tor durch Stefan Wannenwetsch. "Das war mein erstes Kopfballtor nach der F-Jugend", scherzte der 1,77 Meter große Mittelfeldspieler gutgelaunt nach dem Abpfiff in die Kameras.

Würzburg am Drücker – Rostock mit der Antwort

Was danach folgte, war das reinste Chancenfestival seitens der Rothosen bis zum Halbzeitpfiff. So klärte Rankovic gleich zweimal auf der Linie, nur Minuten später stand der Pfosten im Weg. Rostocks Defensive, immerhin die drittbeste der Liga, zeigte sich in diesen Minuten sehr anfällig.  Bei den Gästen hingegen wurde ein altbekanntes Problem wieder offensichtlich: Aus dem Spiel heraus erarbeiten sich die Kickers gute Chancen, nutzen diese aber nicht (lediglich drei Tore im Jahr 2018). Mit dem Glück des Tüchtigen ging es in die Pause, aus der die Kickers dann doch besser starteten: Nikolaou verkürzte in der 47. Minute auf 1:2. In dieser Phase, in der die Gäste abermals am Drücker waren und auf den Ausgleich drängten, fasste sich Rankovic ein Herz und zog mit einem satten Schuss aus 20 Metern ab – 3:1. Bis zum Schluss blieb es spannend, am Ende feierten jedoch nur die 10.300 Rostocker Fans.

Effizienz und Cleverness

Hansa siegte mit dem Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, aber irgendwie dann doch verdient, da sie die wenigen Chancen clever und gnadenlos effizient ausnutzten. Die gerade in der ersten Hälfte verunsicherte Rostocker Abwehr legte zudem nach dem Pausentee nochmal eine Schippe drauf und konnte sich steigern. "Es war das erwartet schwere und intensive Spiel für die Jungs und auch mich als Trainer“, so Pavel Dotchev, der zu keinem Zeitpunkt des Spiels das Gefühl hatte, dass der FCH "die Partie im Griff hat." Der 52-Jährige, der bis zum Abpfiff angespannt an der Seitenlinie das Spielgeschehen beobachtete und immer wieder lautstark eingriff und korrigierte, war danach sichtlich erleichtert. "Der Fußball ist manchmal brutal und ich habe das auch in den letzten zehn Minuten schon erlebt, dass ein Spiel kippen kann. Meine Spieler aber nicht", kommentierte er Hansas Tanz auf der Rasierklinge.

Tore von allen Mannschaftsteilen: Die neue Qualität

Betrachtet man die Verteilung der Torschützen aus den bislang absolvierten Partien fällt auf, dass nahezu aus allen Mannschaftsteilen geschossen und auch getroffen wird. Zwölf unterschiedliche Torschützen vor der Begegnung, Rankovic reihte sich als Nummer 13 nach dem Schlusspfiff ein. Ein Fakt, den auch Pavel Dotchev wohlwollend zur Kenntnis nahm. "Das freut mich natürlich sehr, dass die Jungs solche Erfolgserlebnisse haben", erklärte er, forderte aber gerade von Wannenwetsch im selben Atemzug noch mehr ein. "Er kann noch risikofreudiger sein im Hinblick nach vorne. Ich hoffe, dass er mit dem heutigen Treffer Blut geleckt hat."

Nun also auch Würzburg – Hansas Erfolgsgeschichte geht weiter und klammheimlich sammeln die Rostocker fleißig Punkt um Punkt. Der Anschluss an den Relegationsplatz wurde mit dem Sieg gewahrt, am kommenden Freitag wartet schon der nächste Gegner. Dann trifft die Kogge in Münster auf den SC Preußen, der unter dem neuen Trainer Marco Antwerpen wiedererstarkt aufspielt. Doch mit der neuen Qualität erscheint ein Auswärtssieg nicht unwahrscheinlich.

   
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