Hansa Rostock: Zwischen Torfestival und Kaderplanung

Über 17.000 Zuschauer, Sonnenschein, begeisternder Offensivfußball – bei Hansa Rostock könnte nach dem 4:2 über den Halleschen FC alles in bester Ordnung sein. Der im Sommer anstehende personelle Umbruch wirft allerdings seine Schatten voraus. 

"Genau das wollte ich erleben"

Zwei durchaus ambitionierte Teams trafen am 37. Spieltag im Rostocker Ostseestadion aufeinander: Hansa war in dieser Spielzeit bereits lange im Kampf um Relegationsrang drei dabei, Halle peilt mit dem neuen Trainer Torsten Ziegner in der kommenden die oberen Ränge an. Wer entsprechend guten Fußball erwartete, wurde nicht enttäuscht. 4:2 hieß es am Ende eines unterhaltsamen Spiels, wobei auch ein Unentschieden leistungsgerecht gewesen wäre. Hansa-Coach Dotchev zeigte sich zufrieden: "Genau das wollte ich erleben: Diese Stimmung und einen sauberen Abschied von unseren Fans."

Zum einen wollte sich Hansa also den Fans vernünftig präsentieren, zum anderen hieß es, die Ansprüche für die kommende Spielzeit zu untermauern. Die Rostocker starteten gut, gingen nach einem Kopfball von Scherff (8.) und einem Linksschuss von Henning (31.) mit 2:0 in die Halbzeit. Eine Vorentscheidung war dies jedoch keineswegs. Insbesondere die Hallenser Röser und Fetsch hatten etwas dagegen und sorgten in Ko-Produktion für den 2:2-Ausgleich. Jeweils war es Röser (58., 74.), der auf Vorarbeit seines Kollegen vollendete. In der zweiten Hälfte entwickelte sich zuweilen ein rasantes Spiel. "Auf einmal haben beide Mannschaften kein Mittelfeld mehr", resümierte Dotchev anschließend, "das war von außen fast lustig anzusehen." Die gute Laune hatte er, da sein Team in der Schlussphase noch einmal auf das Tempo drückte. Erneut Bryan Henning (82.) sowie Tim Väyrynen (84.) schossen die Hansestädter zum Sieg.

Nicht alles unbeschwert an der Ostsee

Der Spieltag hätte für die Rostocker kaum besser verlaufen können – die Verletzungen von Bischoff (Kniegelenksverletzung) und Rankovic (Oberschenkelprellung) mal ausgeklammert. Dennoch ist die Zufriedenheit wohl vorerst nur eine Momentaufnahme. Zu groß ist die bevorstehende Aufgabe des Kaderumbruchs. Schon der Blick auf die Aufstellung vom Samstag genügt, um die Schwere eben dieser zu erkennen. Eigengewächs Tommy Grupe verlässt den Verein ebenso wie Tim Väyrynen, Torschütze zum 4:2. Auch der Verbleib von Doppelpacker Bryan Henning ist weiterhin offen. Dieser vermied am Mikrofon von "Telekom Sport" ein Bekenntnis und gab zu Protokoll: "Es ist noch alles offen". So ähnlich lässt sich die momentane Situation bei Hansa wohl auch am besten zusammenfassen: Es ist noch vieles offen.

   
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