Hansa: Zwischen Rückblick, Anfang, Rückkehr und Zukunft

Das verrückte Spiel gegen Osnabrück hat man in Rostock gerade erst verdaut, da ging es schon tief in den Süden nach Unterhaching. Natürlich zieht man gerade nach solchen „Erlebnissen“ seine Lehren und nimmt sich viel vor für das nächste Spiel. Als dann in der ersten Minute erneut ein Elfmeterpfiff ertönte, war man als Hanseat schon wieder am Verzweifeln, zumal Keeper Hahnel keine Chance hatte, den gut geschossenen Strafstoß von Haberer zu parieren. Es deutete sich ein Déjà-vu des vergangenen Samstags an, aber zum Glück wurde der zweite Foulelfmeter dabei übersprungen und die Rostocker erzielten stattdessen bereits nach zwölf Minuten den Ausgleich in Person von Eigengewächs Tommy Grupe: Der 21-Jährige köpfte einen Freistoß des 22-jährigen Shervin Radjabali-Fardi ins Hachinger Tor. Doch damit nicht genug, denn Grupe ließ zehn Minuten später auch noch den zweiten Streich folgen, als er nach einem zweifach verlängerten Einwurf erneut Köpfchen bewies.

Die „Osnabrück-Erfahrung“

Diese Partie vor 2.700 Fans, darunter circa 1.300 Hansafans zeigt einmal mehr, dass die Rostocker ein tolles Team sind und über die Fähigkeit verfügen, auch zurückzukehren. Dies gelang vor allem durch das von Coach Andreas Bergmann geforderte aggressive Pressing, mit dem die Bayern überhaupt nicht klarkamen. Hansa verpasste allerdings, den Sack zu zumachen vergab wieder einmal zu Chancen. In der Folge konnten die Jungs von der Ostsee sogar noch eine weitere „Osnabrück-Erfahrung“, denn nachdem Torschütze Haberer bei einem Zweikampf Hansa-Innenverteidiger Denis-Danso Weidlich im Gesicht traf, gab es für ihn die gelb-rote Karte, so dass die Rostocker eine halbe Stunde in Überzahl agieren konnten. Doch dann das Paradoxe: die Hachinger wehrten sich gegen die Niederlage. Kampf, wie ihn die Rostocker aus der Vorwoche zur Genüge kannten. Die Rand-Münchner rannten zehn Minuten gegen das Rostocker Tor an, doch das Ergebnis blieb das gleiche.

Ein besonderes Spiel und ein Ausrufezeichen

Für zwei Hansa-Spieler wurde das Spiel zu einem ganz besonderen: Zuerst kam der 19-jährige Robin Krauße zu seinem Drittliga-Debüt und durfte seinem Team vier Minuten helfen, die Führung zu verteidigen, bevor es dann in der 91. Minute (endlich) das vielumjubelte Comeback von Publikumsliebling Ken Leemans gab. Aber das war noch nicht alles, denn Ken Leemans meldete sich mit einem richtigen Ausrufezeichen zurück und spielte einen Traumpass auf den ebenfalls eingewechselten Nikolaos Ioannidis, der wiederrum seine torlose Zeit beendete und abgezockt das 3:1 erzielte.

Was bleibt von diesem Spiel?

3 Punkte! Hansas Teamgeist, mit einer Mannschaft, die niemals aufgibt! Eine Mannschaft, die in ihrer Art die Fans mitreißt und sie zum mitreisen animiert. Tommy Grupe ist seit Wochen in herausragender Form und entwickelt sich prächtig. Auch gestern war er der beste Mann auf dem Platz und wurde als zentraler Mittelfeldspieler sogar sehr torgefährlich, was seine beiden Tore unterstreichen. Mit Krauße hat ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs seine ersten Schritte in der 3.Liga gemacht und Routinier Ken Leemans meldete sich nach einem Dreivierteljahr Verletzungspause zurück. Des Weiteren ist besonders wichtig: Hansa Rostock ist zurück auf dem Erfolgsweg. Genau rechtzeitig, denn nächste Woche kommt Tabellenführer Heidenheim nach Rostock zum Topspiel F.C.H. gegen FCH. Man darf also gespannt sein!

FOTOS: Stefan Kurkal 

   
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