Hansa meldet sich zurück: "Sind doof, wenn wir das nicht ziehen"

Nach dem ernüchternden 0:2 im Ostduell gegen den 1. FC Magdeburg rehabilitierte sich der F.C. Hansa Rostock am Freitagabend, gewann mit 1:0 bei der U23 des FC Bayern München und eroberte damit die Tabellenspitze. Zwar zeigte die Kogge keinen Galaauftritt, doch Trainer Jens Härtel wusste dies im engen Aufstiegsrennen einzuordnen. 

Kolke gewohnt stark

Dass seine Mannschaft den Gegner nicht entzaubert und keinen allzu sehenswerten Fußball gespielt hatte, war Jens Härtel kurz nach dem Abpfiff bewusst. "Klar, das war ein Arbeitssieg, der war hart erkämpft. Aber das ist in dieser Phase so. So richtig brillant spielt von denen, die oben stehen, niemand. Wir müssen einfach dranbleiben", sagte der Hansa-Trainer nach dem 1:0-Erfolg bei Bayern München II bei "MagentaSport". Der Gegner habe "schon mehr Spielkontrolle", gehabt, zudem konnten die Gäste von Glück reden, dass Bayerns Sarpreet Singh nach 49 Minuten nur die Latte getroffen hatte und Keeper Markus Kolke in gleich mehreren Szenen der gewohnt starke Rückhalt war. Mit dem Glück im Bunde war Rostock auch in der Nachspielzeit, als es nach einem Handspiel von Tobias Schwede keinen Elfmeter gab.

Somit holte sich die Kogge nach zuletzt nur einem Punkt aus zwei Spielen wieder einen Sieg und durch den Spielausfall von Dynamo Dresden auch die Tabellenführung an diesem Spieltag. Der Vorsprung auf den vierten Rang beträgt sieben Zähler, kann sich im Laufe des Spieltages aber wieder verkleinern, sollte 1860 München gegen Türkgücü ebenfalls erfolgreich sein. Während Trainer Härtel meinte, die Tabellenführung sei "im Moment noch nicht so richtig wichtig", sprach Abräumer Jan Löhmannsröben davon, dass es für die Psyche wichtig sei, "Druck auf die anderen auszuüben". In seiner gewohnt offenen Art fügte er an: "Ja, leck mich am Arsch, wenn wir das Ding jetzt nicht ziehen, sind wir selber doof. Aber wir müssen genauso weiterarbeiten." Schon am Mittwoch geht es mit einem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden weiter. Dann wird allerdings Lukas Scherff fehlen, der in der 90. Minute für ein Foul an Angelo Stiller Gelb-Rot gesehen hat.

Wieder ein Sieg nach Führung

Dass die Norddeutschen am Freitagabend den 18. Saison einfahren konnten, lag derweil nicht nur an der mangelnden Chancenverwertung der U23 des Deutschen Rekordmeisters. Die Gastgeber halfen auch bei Hansas Treffer ordentlich mit: Einen langen Ball auf Simon Rhein wollte Bayern-Keeper Ron-Thorben Hoffmann weit vor dem Tor klären, verlor die Kugel aber an John Verhoek, der einige Meter außerhalb des Strafraums zum Tor des Tages treffen konnte. Letztlich ist es auch eine Qualität eines Spitzenteams, Fehler des Gegners zu bestrafen.

Neben Glück hatte die Härtel-Elf aber auch die nötige Einstellung, um den Erfolg einzufahren. "Ich glaube, ich habe heute dreimal den Tod auf dem Platz gesehen, weil wir so viel gerannt sind", sagte Löhmannsröben. Bei der 0:2-Pleite gegen den 1. FC Magdeburg am vergangenen Wochenende hatte das Team "nicht unser Gesicht gezeigt", so der 29-Jährige. Vor dem Auftritt gegen die Bayern hätten sich die Spieler eingeschworen, "als Kollektiv arbeiten" zu müssen. Das hat funktioniert und zeigte auch die Stärke der Hanseaten, nach Führung die drei Punkte einzufahren. 18 Mal waren die Rostocker bislang in dieser Saison in Front – jedes Spiel wurde gewonnen. Die Bilanz eines Aufsteigers. "Jetzt kommt eine Englische Woche, danach sind wir alle schlauer." Durchaus möglich, dass Hansa dann noch immer Tabellenführer ist.

 
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