Spitzentrio souverän, 1860 patzt – MSV gewinnt Kellerduell

Sechs Spiele am Drittliga-Samstag! Tabellenführer Dresden fuhr einen 2:0-Sieg gegen Zwickau ein und bleibt damit Tabellenführer, während Kaiserslautern die erste Niederlage unter Marco Antwerpen gegen Ingolstadt kassierte (0:1). Saarbrücken gewann eine turbulente Partie gegen 1860 München (2:1) und Rostock zog einen 1:0-Sieg in einem chancenarmen Spiel gegen Mannheim. Zudem spielten: Duisburg-Unterhaching (2:1) und Lübeck-Türkgücü (0:2).

Zwickau 0:2 Dresden: Abgezockter Tabellenführer

Fast 17.000 Geistertickets gingen für das Duell zwischen den befreundeten Vereinen aus Zwickau und Dresden über die Ladentheke. Die Gäste erarbeiteten sich dabei erste Feldvorteile, doch insgesamt trafen beide Mannschaften schon zu Beginn mit offensiver Einstellung aufeinander. Die erste Riesen-Parade konnte dann Johannes Brinkies für sich verzeichnen, als der FSV-Keeper gegen Christoph Daferner zur Stelle war – der SGD-Stürmer touchierte eine Hereingabe von Kade minimal, was den Ball aber – fast – unberechenbar machte (29.). Kurz vor der Pause war Brinkies erneut im Fokus, kam aber zu spät. Nach einer Dresdner Ecke knallte der Ball nach einem Kopfball von Sohm zunächst an den Innenpfosten, dann hinter die Linie. Brinkies reagierte schnell – aber trotz Zwickauer Proteste wohl trotzdem zu spät, sodass die SGD führte (38.). Der FSV reagierte wütend, aber Schikora zielte wuchtig nicht genau genug (42.). Kurz vor der Pause dann der Nackenschlag: Per Elfmeter, verursacht durch Nkansahs unfreiwilliges Handspiel, erhöhte Daferner auf 2:0 aus Dresdner Sicht (45.).

Dresden hat nach dem Seitenwechsel die Entscheidung bereits auf dem Fuß, weil Königsdörffer einen Abpraller im Strafraum genau auf den Fuß bekam – aber der Youngster verzog deutlich (52.). Einen anschließenden Freistoß lenkte Brinkies gerade noch um den Pfosten (53.). Zwickau erhöhte daraufhin die Schlagzahl vor dem Dresdner Kasten, doch die Großchancen blieben Mangelware. So wirkte das Spiel schon früh entschieden, denn Dresden ließ dank souveräner Defensivarbeit nichts mehr anbrennen. Einzig Wolfram prüfte Broll aus knapp acht Metern mit einem strammen Schuss (85.), letztlich ging der Ball aber knapp vorbei. Dresden bleibt damit Tabellenführer, während sich Zwickau auf dem elften Platz positioniert.

Saarbrücken 2:1 TSV 1860: Turbulente zweite Halbzeit

Den ersten Torschuss im Verfolgerduell gab naturgemäß 1860-Stürmer Sascha Mölders ab (3.), der das Karriereende im Laufe der Woche erneut verschob. Bis zur ersten Großchance dauerte es eine Weile, dann aber spielte Stefan Lex einen Ball auf Greilinger, der FCS-Keeper Batz bereits geschlagen hatte – aber Steven Zellner klärte auf der Linie (23.)! Die Aufgaben für 1860-Keeper Marco Hiller wurden schwieriger, dann war das Geburtstagskind geschlagen: Jänicke setzte sich auf der Außenbahn durch, die Kugel flog vor den Kasten und Shipnoski startete perfekt ein, um den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken (32.). Der schönste Angriff des Spiels blieb daraufhin unbelohnt, als Willsch zunächst Lex im Strafraum bediente, der aber weiter zu Mölders gab und der 35-Jährige mit dem Rücken zum Tor hauchzart aus der Drehung daneben zielte (41.). Daraufhin wäre beinahe ein Dribbling von Zellner als letzter Mann bestraft worden (44.), doch die Saarbrücker Führung hielt zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zerfahren und die Nerven waren daher schon früh gespannt: Eine kleine Rudelbildung folgte früh im zweiten Abschnitt (48.). Das Unglück für 1860 summierte sich binnen 180 Sekunden. Zuerst lief Zellner Lex in die Hacken, woraufhin die Löwen einen Elfmeter zugesprochen bekamen (62.). Steinhart scheiterte vom Punkt gegen Batz, daraufhin rollte der Konter und ein eigentlich ungenaues Zuspiel erreichte Jacob, der mit der Fußspitze zu Günther-Schmidt weiterleitete – und der schob aus wenigen Metern ein – 2:0 (64.). Es blieb turbulent, kurz darauf netzte Mölders ein – und zwar kurios: Zellner klärte eigentlich zu Perdedaj, von dem der Ball zum Münchner springt. Mölders ließ sich nicht zweimal bitten (67.). Der Anschlusstreffer machte 1860 Mut, aber es lief für den FCS: Erst stocherte Jacob den Ball unter Hiller frei (75.), dann zog Günther-Schmidt an Erdmann vorbei und wurde per Trikotzupfer zu Fall gebracht (76.) – kein Elfmeter. Kurz vor Schluss scheiterte Golley an Hiller und verpasste die Vorentscheidung (88.). In der Nachspielzeit hatte Biankadi die Riesenchance, als der Ball nach einem Schuss von Staude vom Pfosten zurückgeprallt kam. Doch anstatt den Ball aus einem Meter im Tor unterzubringen, traf er den auf der Linie stehenden Bösel. Saarbrücken rettete den Sieg damit über die Zeit. Direkt nach Abpfiff kam es dann noch zu einer Rudelbildung, bei der Salger, Mölders und Gouras jeweils Gelb sahen. Da es für Salger die zweite Verwarnung an diesem Tag war, fehlt er im kommenden Heimspiel gegen Unterhaching nun gelb-rot-gesperrt. In der Tabelle verkürzt Saarbrücken den Rückstand nach oben auf einen Zähler zu 1860, das sich nun auf Platz fünf wiederfindet. Der FCS ist Siebter.

Rostock 1:0 Mannheim: Neidhart schießt Hansa zum Sieg

Im Ostseestadion überließ Hansa Rostock zunächst den Gästen aus Mannheim den Ball, gefährlich wurde es in der Anfangsphase aber auf beiden Seiten nicht. Dann aber richtig: Ein Einwurf der Rostocker landete bei Omladic, der den Ball per Hacke an Neidhart weiterleitete und dieser fackelte nicht lange, sondern schweißte das Spielgerät mit vollem Risiko in die Maschen (22.). Die Kogge zeigte sich danach präsenter im Spiel, der Treffer schien Wirkung bei Mannheim zu zeigen. Beide Teams machten defensiv jedoch kaum bis gar keine Fehler, die Anzahl der Fouls stieg gleichzeitig.

Auch im zweiten Abschnitt wurden die Nicklichkeiten härter. Christiansen und Löhmannsröben prallten zusammen, weil der Mannheimer in den Rostocker hineingerannt war (49.). Der SVW kam mit Druck aus der Kabine, aber ohne Durchschlagskraft. Die beste Chance in der zweiten Hälfte sicherte sich Lion Lauberbach, der Joker erhielt den Ball von Bahn und ging an SVW-Keeper Timo Königsmann vorbei. Statt in den leeren Kasten einzuschieben, schoss Lauberbach den zurückeilenden Seegert an (75.). Danach spielte Rostock den knappen Erfolg souverän herunter – und bleibt in der Tabelle auf dem dritten Platz. Mannheim dagegen verharrt nach der dritten Pleite in Folge auf Platz neun.

Ingolstadt 1:0 Kaiserslautern: Späte Pleite für den FCK

Zwischen beiden Teams entwickelte sich früh ein offener Schlagabtausch, in dem beide Seiten ihre Chancen bekamen. Auf der einen Seite verpasste Caiuby nur knapp den Kasten (7.), auf der anderen scheiterte Marlon Ritter frei vor dem Ingolstädter Keeper (14.). Knapp danach musste Carlo Sickinger beim FCK verletzt vom Platz (17.), danach wurde die Partie zerfahrener. Spielerisch bewegten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, doch die gefährlichen Strafraumszenen blieben aus. Sinnbildlich: Ein Weitschuss von Ouahim (40.) aus knapp 20 Metern segelte deutlich vorbei.

Gefährlicher wurde es unmittelbar nach dem Seitenwechsel, als Dennis Eckert Ayensa aus rund 18 Metern auch mal abzog und FCK-Torhüter Avdo Spahic zur Faustabwehr zwang (50.)! Auf der Gegenseite verpasste Ritter an der Strafraumkante einen gefährlichen Abschluss, weil ihm der Ball bei der Annahme versprang (53.). Den Führungstreffer verpasste dann der FCI, weil Elva eigentlich frei im Sechzehner doch noch von Zimmer bedrängt wurde und dadurch knapp vorbei zielte (70.). Ein weiterer Abschluss aus spitzem Winkel von Caiuby nach einem Freistoß ging ebenfalls daneben (73.). Die Schanzer eroberten sich in der Schlussphase ein spielerisches Übergewicht, konnten es aber erst ganz spät nutzen – Elva behielt im Strafraum den Überblick, legte auf Butler ab und der schob per Volley ein (85.). Die Schanzer bleiben damit Zweiter, während es für Kaiserslautern auf Platz 14 wieder düsterer wird: Der Vorsprung auf Rang 17 beträgt bei drei Spielen mehr nur noch einen Punkt.

MSV 2:1 Unterhaching: Krempicki bleibt cool

19 Tage musste MSV-Cheftrainer Pavel Dotchev auf seinen Einstand warten, dann sah der Rekordtrainer der 3. Liga aber einen perfekten Start seines neuen Teams: Aziz Bouhaddouz wurde mit einem Lupfer von Moritz Stoppelkamp perfekt freigespielt, sodass der zweite Debütant des Tages frei auf SpVgg-Keeper Jo Coppens zugehen und einschieben konnte (9.). Haching protestierte aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition, die allerdings klar von Youngster Jannis Turtschan aufgehoben wurde. Die Duisburger schienen alles im Griff zu haben, aber die Spielvereinigung attackierte mit Wut im Bauch – und kam prompt zum Ausgleich. Markus Schwabl gab einen Steckpass in die Mitte, wo Niclas Anspach alleine gelassen wurde und der 20-Jährige schob ebenfalls gekonnt ein (16.). Die Gäste erhöhten daraufhin den Druck und sicherten sich die größeren Spielanteile. Einen Aufreger gab es aber erst kurz vor Ende der ersten Hälfte: Dominik Stroh-Engel verwertete einen Abpraller vom Aluminium freistehend vor dem leeren Kasten, doch beim vorherigen Schuss entschied Schiedsrichter Steven Greif auf Abseits – Glück für den MSV (38.).

In der zweiten Hälfte behakten sich beide Mannschaften gleichermaßen, die größeren Schwierigkeiten mit dem Platz im eigenen Stadion schien der MSV zu haben. Keeper Leo Weinkauf ließ sich bei einer Glanzparade gegen Stroh-Engel davon nicht beirren (55.). Erst in der Schlussphase zeigten sich die Zebras wieder etwas gefährlicher und prüften Haching beispielsweise durch einen Distanzsschuss von Marlon Frey (74.). Dann der Knock-Out für Haching: Connor Krempicki, erst 40 Sekunden zuvor eingewechselt, tanzte im Strafraum erst Coppens aus und legte sich den Ball dann in aller Ruhe auf den stärkeren Fuß, um sicher in die Maschen zu hämmern (79.). Haching rannte bis zum Ende an, erspielte sich aber keine Großchance mehr. Duisburg springt durch den zweiten Sieg in Folge über den Strich auf Platz 16, während Unterhaching mit elf sieglosen Partien am Stück auf Platz 18 stecken blieb.

Lübeck 0:2 Türkgücü: VfB engagiert, aber harmlos

Das Duell der Aufsteiger wurde zum Aufeinandertreffen der Gegensätze. Lübeck geriet früh unter Druck und hatte Glück, dass ein erster Abschluss von Sercan Sararer nur an den Pfosten trudelte (6.). Kurz darauf war das Glück aber schon aufgebraucht, als wieder Sararer zum Ball ging und einen Freistoß aus zentraler Position direkt in die Maschen schlug (9.). Der VfB wirkte in der Folge zwar engagiert, aber auch nur bemüht. Der beste Abschluss im ersten Abschnitt ließ entsprechend lange auf sich warten, kam dann aber durch Cyrill Akono zustande: Der Leihspieler aus Mainz dribbelte sich in den Strafraum, verfehlte das Gehäuse letztlich aber um zwei Meter (34.). Kurz vor der Pause verpasste Kilian Jakob nur knapp den zweiten Treffer nach einer weiteren Sararer-Flanke (38.).

Der zweite Durchgang glich den ersten 45 Minuten. Chancen der Lübecker verpufften, obwohl Akono im Strafraum klar zu Fall gebracht wurde – vorher stand der Angreifer jedoch im Abseits (49.). Wenn es gefährlich wurde, dann aber nur über den ehemaligen Münsteraner: Von der Strafraumkante zog Akono den Ball ab und zwang TGM-Keeper René Vollath zur Parade (63.). Die Partie plätscherte vor sich hin, weil auch Türkgücü nur das Nötigste tat. Bei einem Versuch von Martin Röser in den Schlussminuten waren die Abwehrspieler rechtzeitig per Block zur Stelle (89.), ehe Leih-Stürmer Noel Niemann auf der anderen Seite zur Entscheidung einnetzute (90.). Lübeck bleibt damit Tabellenletzter und verliert den Anschluss zum rettenden Ufer, während Türkgücü München nun auf Platz vier der erste Verfolger der Spitzenteams ist.

 

 
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