Hansa-Coach Baumann: "95 Prozent werden nicht reichen“

Im Kellerduell am 25. Spieltag kam der F.C. Hansa Rostock nicht über ein 1:1 (0:1) bei der SG Sonnenhof Großaspach hinaus. Die Gäste, seit nunmehr drei Spielen ohne Niederlage, verpassten mit dem Unentschieden den Sprung von den Abstiegsplätze. Mit 22 Punkten aus 25 Partien steht die Kogge zwar nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses unter dem Strich, doch da sämtliche direkte Konkurrenten ein bzw. zwei Spiele weniger auf dem Konto haben, könnte sich der Abstand in den kommenden Wochen wieder vergrößern.

Erste Halbzeit: Harmlose Gastgeber gegen tonangebende Rostocker

Aufgrund mangelnder Spielpraxis seitens der Gastgeber (zwei witterungsbedingte Spielabsagen) standen die Rostocker vor einem großen Fragezeichen, was die Spielstärke der SG betraf. Hansa machte aber von Beginn an das Beste daraus und erwischte einen guten Start. Im zentralen Mittelfeld stand nach dem Stevanovic‘ Kreuzbandriss Sascha Schünemann in der ersten Elf. Nach einer Phase des Abtastens gelang Steven Ruprecht auf holprigem Rasen nach 21 Minuten das Führungstor. Der Innenverteidiger, der auch schon gegen Regensburg eine gute Partie absolvierte und sich mit einem Tor belohnte, erzielte per Kopfball nach einer Flanke von Christian Bickel zum 1:0 – sein viertes Saisontor. Die Gastgeber, das angriffsschwächste Team der Liga (23 Treffer), blieben in der ersten Hälfte weitestgehend harmlos und ohne Zug zum Tor. Die Rostocker, die nun klar tonangebend waren, verpassten es hingegen, den zweiten Treffer nachzulegen. Somit ging es mit einem knappen Vorsprung in die Pause.

Zweite Halbzeit: Hansa verschenkt fast schon sicheren Sieg

Nach dem Seitenwechsel riskierte die SG mehr, auch weil Hansa das Ergebnis nun verwaltete und hinten abriegelte. Schünemann verpasste in der 68. Minute mit einem Schuss aus der Distanz das 2:0, sechs Minuten später klingelte es bei Hansa im Kasten. Der eingewechselte Rühle traf nach einer Ecke zum Ausgleich. Das 50. Gegentor in dieser Saison für die Rostocker. Von dem Überzahlspiel kurz vor Abpfiff (Rote Karte für Aupperle 90. Minute) können die Hanseaten nicht mehr profitieren. „Ich bin nicht zufrieden. Wir müssen nach dem guten Auftritt in der ersten Halbzeit einfach mehr mitnehmen. Wir haben das Spiel in der zweiten Hälfte verschenkt. Darüber müssen wir definitiv reden“, stellte Karsten Baumann nach der Partie fest. „Wir waren zu passiv. Großaspach nahm nach dem Seitenwechsel das Herz in die Hände.“ Die Forderung des Cheftrainers für die kommenden Partien ist eindeutig: „Es ist ein weiter Weg. Wir müssen jedes Spiel zu hundert Prozent über 90 Minuten antreten. 95 Prozent werden nicht reichen.“

Spiel der Rostocker in 2015 macht Hoffnung

Auch wenn die Hanseaten aus dieser Begegnung nur einen Punkt mitnehmen konnten, Hoffnung macht das Spiel des FCH in 2015 dennoch. Verlor man in 2014 noch solche Partien gegen direkte Konkurrenten, zeigt das Team jetzt mehr Moral, Einsatz und Kampf und belohnte sich damit mit einem Sieg gegen Wiesbaden und einem Unentschieden gegen Regensburg nach zweimaligem Rückstand. Am kommenden Samstag heißt der Gegner Mainz II. Mit einem couragierten Auftritt im heimischen Stadion können die Hanseaten gegen den Tabellennachbarn zeigen, dass drei Punkte in einem eigentlichen Sechs-Punkte-Spiel möglich sind.

 

   
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