Halbfinale im DFB-Pokal: Der FCS steht vor historischer Chance

Im Halbfinale des DFB-Pokals steht der 1. FC Saarbrücken im Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern am heutigen Dienstagabend vor einer historischen Chance (20:45 Uhr) – und das sogar gleich doppelt. Zum einen kann der FCS erstmals in seiner Vereinsgeschichte in das Finale einziehen, zum anderen könnten die Saarländer der erste Drittligist seit 23 Jahren sein, der es nach Berlin schafft. 

Drei große Vorbilder

Was haben die U23 von Hertha BSC, Energie Cottbus und Union Berlin gemeinsam? Sie alle schafften es als drittklassige Vereine ins Pokalfinale. Hertha II gelang das Kunststück 1993 als erste Mannschaft. Vor über 76.000 Zuschauern im Olympiastadion mussten sich die Berliner dann allerdings Bayer Leverkusen mit 0:1 geschlagen geben. Vier Jahre später folgte Energie Cottbus, das mit einer Rekordserie von 57 Spielen in Folge ohne Niederlage sowohl zum Aufstieg in die 2. Liga als auch ins Pokal-Endspiel stürmte. Dort unterlagen die Lausitzer dann jedoch dem VfB Stuttgart um Giovane Elber, der beide Treffer zum 2:0 erzielte. Der bislang letzte Drittligist, der sich für das Finale qualifizierte, war Union Berlin in der Saison 2000/01.

Zwar mussten sich auch die Eisernen geschlagen geben (0:2 gegen Schalke 04), sicherten sich durch die Finalteilnahme aber einen Startplatz im UEFA-Cup, weil Schalke sich über die Liga für die Champions League qualifiziert hatte. Damit war erstmals überhaupt ein Drittliga-Klub aus Deutschland im internationalen Geschäft vertreten. Union überstand damals sogar die erste Runde, ehe dann in Runde 2 gegen Litex Lowetsch aus Bulgarien Schluss war. Seit 2015 ist jedoch nur noch der Pokalsieger für die Europa League qualifiziert. Sollte der Pokalsieger bereits über die Bundesliga das Ticket für das europäische Geschäft gelöst haben, rückt der nächstplatzierte Erstligist nach. 

Erneuter Millionen-Geldregen winkt

Heißt für den 1. FC Saarbrücken: Nur der Pokalsieg bringt die Saarländer nach Europa, wo sie zuletzt 1955/56 als Vertreter des damals noch eigenständigen Saarlandes vertreten waren. Sollten die Blau-Schwarzen den Einzug ins Endspiel, wo am 25. Mai Bayer Leverkusen oder Fortuna Düsseldorf waren würde, tatsächlich erstmals in ihrer Geschichte schaffen, wären sie dort der erste Drittligist seit 23 Jahren und der erste Klub aus der 2008 gegründeten 3. Liga überhaupt. "Dieses Ding, dass wir nach Berlin fahren können, ist bei uns jetzt schon im Kopf", sagte Torhüter Tim Schreiber bei der Pressekonferenz am Montag. "So ein Gefühl baut man einmal auf und das will man sich dann auch nicht nehmen lassen."

Gelingt der Coup, würde dies auch mit einem weiteren finanziellen Geldregen einhergehen. Welche Summe die Pokal-Finalisten überwiesen bekommen, ist bislang zwar noch nicht bekannt, doch in der vergangenen Saison erhielt allein der Finalverlierer 2,88 Millionen Euro. Weil die Prämien in dieser Saison nochmal gestiegen sind, dürften es jetzt rund drei Millionen Euro sein. Insgesamt hätte der FCS in dieser Saison dann über 9,6 Millionen Euro kassiert, nachdem die Saarländer bislang bereits 6,65 Millionen Euro eingesammelt haben. Sollte der FCS den Pokal am Ende sogar gewinnen, dürften die Prämien auf über 10,6 Millionen Euro ansteigen. Doch erstmal muss am Abend der 1. FC Kaiserslautern besiegt werden.

   
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