Hachings Bigalke beendet Karriere: "Es hat riesig Spaß gemacht"

Sascha Bigalke und die SpVgg Unterhaching passten lange Zeit märchenhaft zusammen, doch im letzten Sommer wurde er aussortiert und fand danach keinen neuen Verein. Nun beendet der verletzungsgeplagte Offensivspieler seine aktive Karriere und will neue Erfahrungen sammeln.

Drittliga-Angebote ausgeschlagen

400.000 Euro bezahlte der 1. FC Köln einst, um Sascha Bigalke aus Unterhaching loszueisen und mit ihm den Bundesliga-Aufstieg anzugehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der gebürtige Berliner bereits drei Mittelfußbrüche hinter sich, zwei Kreuzbandrisse folgten. Bigalke zog sich aus dem Profifußball zurück und kehrte 2014 zum damaligen Regionalligisten aus Oberbayern zurück. "Ich bin wirklich sehr froh, dass ich noch fünf Jahre spielen konnte ohne die ganz großen Probleme, und es hat riesig Spaß gemacht", erzählt der 31-Jährige nun im "Kicker"-Interview, in dem er sein Karriereende bekannt gibt. Schon nach der schwierigen Zeit im Jahr 2014 war klar, dass bei einer weiteren Knieverletzung Schluss sein würde.

Bigalke blieb verschont und feierte unter anderem den Drittliga-Aufstieg mit Unterhaching. Im letzten Sommer wurde er aussortiert, einen neuen Verein fand er jedoch nicht. "Mit 18 hatte ich mir vorgestellt, ich könnte als Fußballer vielleicht ein bisschen mehr erreichen. Ich war Jugend-Nationalspieler, ich hatte einen Profivertrag bei Hertha BSC bekommen", gibt der 31-Jährige zu, dass er von einer größeren Karriere geträumt hatte und daher Angebote ohne passendes Gesamtpaket ausschlug. Auch aus dem aktuellen Teilnehmerfeld der 3. Liga.

Plan: Fußballlehrer werden

Von einem Wiedereinstieg als Aktiver rieten die Ärzte dem 31-Jährigen zuletzt ab, weswegen er nun neue Aufgaben im Profifußball anstrebt. Schon vor drei Jahren machte er die A-Lizenz als Trainer, die ihn schon jetzt für einen Posten als Cheftrainer bis hin zur Regionalliga befähigen würde. Im Nachwuchsbereich der Hachinger trainierte Bigalke bereits die U14-Mannschaft. Derzeit bildet er sich am Internationalen Fußball Institut in einer sogenannten Masterclass fort: "Das ist ein spezielles Ausbildungsangebot für Profispieler am Karriereende. Dort geht es z.B. um Themen wie 'Leadership' oder 'Spielanalyse'", erzählt Bigalke. Sein Plan: "Ab Juli würde ich sehr gerne in eine neue Aufgabe einsteigen, ob als Co-Trainer, Nachwuchstrainer oder auch zum Beispiel als Assistent der Geschäftsführung in einem Club. Hauptsache, ich kann Erfahrungen sammeln und lernen. Und dann will ich demnächst auch den Fußball-Lehrer machen."

Dass er diese Entscheidung nun aus eigener Hand treffen konnte, beruhigt den 31-Jährigen: "Ich wollte nicht auf der Trage vom Platz gebracht werden." Ob er in seiner Karriere möglicherweise etwas vermisste? Zumindest ein Wehrmutstropfen beibt: "Ich hatte ganz klar das Ziel mit Unterhaching in die 2. Liga aufzusteigen. Und es wurmt mich, dass wir es zweimal nach erfolgreichen Hinrunden nicht gepackt haben."

210 Partien für Haching

Nun steckt die Spielvereinigung tief im Abstiegskampf und Bigalke prognostiziert, dass sein Ex-Klub mindestens sechs Siege aus den letzten elf Spielen bräuchte. "Dann kommen sie auf mindestens 42 Punkte, und das sollte in dieser Saison schon reichen", gibt sich Bigalke zuversichtlich, dass die Oberbayern am Saisonende den Klassenerhalt feiern werden. Insgesamt endet seine eigene Karriere nun nach 210 Pflichtspielen für Unterhaching, in denen ihm 49 Tore und 79 Vorlagen in fünf verschiedenen Wettbewerben gelangen. Laut "tm.de" steht Bigalke zudem in der Liste der Hachinger Rekordspieler auf dem achten Platz – wird aber in dieser Spielzeit wohl noch von Markus Schwabl (208 Einsätze) überholt werden.

   
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