Haching weiter im freien Fall: "Dann brechen wir auseinander"

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Bei der SpVgg Unterhaching läuft nichts mehr zusammen – neben einer 0:4-Klatsche beim Karlsruher SC verloren die Oberbayern mit Alexander Kaltner einen weiteren Spieler langfristig. Hinzu kommt eine Torlos-Serie über 703 Minuten und der Abstand nach unten schmilzt im schlimmsten Fall auf fünf Punkte. Trainer Claus Schromm wurde nach der Partie deutlich.

Glücklos, Aussetzer & Verletzungspech

"Hast du Scheiße am Fuß, hast du Scheiße am Fuß": Deutlicher und treffender als das berühmte Zitat von Ex-Nationalspieler Andreas Brehme könnte die Situation bei der SpVgg Unterhaching derzeit nicht beschrieben werden. Mit einem Rumpfkader von nur 14 Feldspielern und zwei Torhütern reisten die Oberbayern nach Karlsruhe, um beim Tabellendritten der Saison eine starke erste Halbzeit zu spielen – am Ende kassierte die Spielvereinigung dennoch eine 0:4-Niederlage. "Jeder, der das Spiel gesehen hat und der das Ergebnis sieht, wird sehen, wie pervers manchmal der Sport sein kann", war Trainer Claus Schromm in der Pressekonferenz nach dem Spiel bedient.

Neben der Partie verlor Haching auch Nachwuchs-Kicker Alexander Kaltner. Als Joker betrat der 19-Jährige den Platz in der 78. Minute, zwei Zeigerumdrehungen später musste er verletzt runter. Diagnose: Schwere Knieverletzung, Saisonaus. "Das ist symptomatisch für unsere Situation", haderte Schromm. Weniger tragisch, wenn auch spielentscheidender, war der Aussetzer von Nico Mantl im Tor der Hachinger. Beim Herausstürmen in einer harmlosen Szene köpfte der 19-Jährige Anton Fink die Kugel auf den Fuß, der bedankte sich. Das Spiel als "Griff ins Klo" zu bezeichnen, wäre aus Sicht der Unterhachinger noch liebevoll ausgedrückt.

Schleunigst "noch vier, fünf Punkte holen"

Bis dahin hatten die Oberbayern die Partie weitgehend im Griff. "Allerhöchsten Respekt" empfand Schromm die Leistung seiner Jungs, die den Torfluch trotz aussichtsreicher Chancen nicht brechen konnten. 703 Minuten wartet die ehemals beste Offensive der Liga nun schon auf einen eigenen Treffer. "Es ist die bitterste Niederlage meiner Fußball-Karriere", fand auch Angreifer Sascha Bigalke am "Telekom"-Mikrofon deutliche Worte. "Da fallen über Nacht noch drei, vier Leute mit Krankheit aus, wir machen hier eine überragende Halbzeit beim absoluten Aufstiegsaspiranten" – und dann das: 0:4. "Dann brechen wir auseinander", gestand Bigalke die Wirkung des ersten Gegentreffers schonungslos ein. Vorwürfe für den jungen Mantl gäbe es nicht.

Trainer Claus Schromm schloss sich dem Urteil an: "Unser Junior hat uns auch zwei, drei Mal im Spiel gehalten. Dann passiert eben sowas." Kaum jemanden in Oberbayern wird es überraschen, dass solche Fehler ausgerechnet in dieser Phase der Saison geschehen. Die Leistung seiner Mannschaft will der Trainer aber nicht schmälern – denn überraschend war es für ihn nicht: "Wir wollen unser Spiel umsetzen, alles andere macht auch gar keinen Sinn. Was sollen wir uns hinten reinstellen? Wir schaffen es einfach nicht, die Kugel in dieses Drecksdingen zu bringen." Und das könnte der SpVgg bald teuer zu stehen bekommen. Siegt Großaspach im Montagsspiel gegen 1860 München, schmilzt der Vorsprung der Oberbayern vor dem Abstiegsplatz auf fünf Zähler. "Wir müssen schleunigst schauen, dass wir noch vier, fünf Punkte holen", ist Offensivkraft Bigalke daher dringend gewarnt.

   

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