Haching weiter auf Talfahrt: "Schlampig und harmlos"

Auf ihrer wieder rasanteren Talfahrt in den Tabellenkeller kann die SpVgg Unterhaching fast nur noch aus noch nicht gespielten Begegnungen Hoffnung schöpfen. Nach der fünfte Pleite in nunmehr schon sechs Spielen in Serie ohne Sieg mit 0:2 bei Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden stecken die Münchner Vorstädter tiefer denn je im Abstiegsstrudel und können sich nach der erneut enttäuschenden Vorstellung momentan bestenfalls mit der Aussicht auf ihre zwei Nachholspiele die immer prekärere Situation zumindest etwas schöner reden.

"Eigentlich war da nichts“

Trainer Arie van Lent war jedenfalls restlos bedient und konnte aus dem Auftritt in Sachsen offenkundig auch nicht ansatzweise Zuversicht für eine zeitnahe Besserung ziehen. "Es war ein langweiliges Spiel auch von uns, wir haben viel zu wenig nach vorne gespielt, eigentlich war da nichts. Wir haben schlampig verteidigt und waren schlampig im Pass-Spiel. Insgesamt waren wir zu harmlos", fand der Niederländer bei "MagentaSport" und auf der Pressekonferenz deutliche Worte.

In seiner Enttäuschung machte van Lent nur eine Ausnahme von seiner Kritik: Der erst 17 Jahre alte Debütant Boipelo Mashigo war nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit für den Ex-Profi der einzige Lichtblick bei einer ansonsten tristen Gesamtleistung. "Es ist positiv, dass 'Bibi' direkt unser bester Mann auf dem Platz war“, lobte der Coach das südafrikanische Mittelfeld-Talent aus der eigenen U19-Mannschaft, jedoch nicht ohne einen weiteren Seitenhieb gegen seine gestandenen Profis: "Zugleich ist es traurig, dass es so ist.“

Van Lents Rundumschlag ist nicht ohne Brisanz. Der 50-Jährige muss sich offenbar auch zunehmend hinterfragen und dabei prüfen, ob seine Maßnahmen die Mannschaft noch erreichen. Außerdem überschätzt van Lent die Möglichkeiten seines Teams womöglich. "Wir hatten gehofft, dass wir ein paar Bonuspunkte aus Dresden mit nach Hause nehmen können", meinte der Niederländer. Wunsch und Wirklichkeit hätten allerdings an der Elbe kaum weiter auseinander liegen können.

"Jetzt muss Wiesbaden drunter leiden“

Unterhachings Rückstand auf die Nichtabstiegslätze misst sich durch den abermaligen Nackenschlag schon in Punkten (zwei) und nicht mehr nur in der Tordifferenz. Anders als die meisten Konkurrenten im anbrechenden Kampf um den Klassenerhalt hat van Lents Mannschaft jedoch immerhin noch Nachholspiele am Mittwoch beim Halleschen FC und am 12. Januar gegen Aufsteiger SC Verl in der Hand.

Darauf will sich van Lent indes nicht verlassen. Schon im nächsten Spiel am Samstag gegen Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden will der Coach die Trendwende einleiten: "Jetzt muss eben Wiesbaden drunter leiden", erklärte van Lent trotzig.

 
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