Haching: Van Lent ohne Antworten auf bedrohliche Talfahrt

Für die SpVgg Unterhaching und besonders Trainer Arie van Lent wird die Luft immer dünner. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den direkten Rivalen FSV Zwickau und nun schon sieben Spielen nacheinander ohne Sieg sind die Münchner Vorstädter nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz noch nicht auf einen Abstiegsplatz abgerutscht.

"Alles ein bisschen zu wenig"

"Wir entscheiden die Spiele selbst – leider auf der falschen Seite", ärgerte sich van Lent im "MagentaSport"-Interview über die erneuten Fehler seiner Mannschaft vor allem in der Defensive: "Das tut uns allen weh." Aus Sicht des Niederländers war die dritte Niederlage auf eigenem Platz in Serie ausgerechnet im Jubiläumsspiel der Bayern – Unterhaching bestritt als erste Mannschaft ihre 400. Begegnung in der 3. Liga – völlig überflüssig. "Wir schaden uns immer selbst“, schimpfte van Lent in seiner Spielanalyse über Fahrlässigkeiten seiner Spieler gleich zu Beginn "beim Rückstand nach vier Minuten. Dann betreiben wir unheimlich viel Aufwand, um verdient den Ausgleich zu machen, nur um dann wieder dahin zu kommen, wo wir vorher waren."

Auf der Suche nach den Ursachen für die Misere – der Ex-Bundesligist holte seit seinem bislang letzten Erfolg am 11. Dezember (2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern) gerade einmal zwei Punkte und trudelt scheinbar unaufhaltsam immer weiter Richtung Tabellenkeller – tappt der Coach scheinbar im Dunkeln. "Ob es eine Blockade gibt, interessiert mich eigentlich weniger. Wir müssen einfach Pässe an den Mann zu bringen, Torchancen nutzen. Manchmal ist es nur ein Laufweg", beschrieb van Lent trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch das erste Saisontor von Luca Hufnagel (40.) die Probleme: "Das alles fehlt uns dann, bei uns ist alles ein bisschen zu wenig oder nicht durchdacht, und hinten verteidigen wir nicht konsequent genug."

Müller in Lübeck vor Drittliga-Rekord

Den Umfang der Mängelliste spiegelt auch die Tabelle wider. Lediglich aufgrund von Niederlagen der Abstiegskonkurrenten aus Magdeburg, Kaiserslautern und Duisburg steht Haching noch über dem Strich. "Es ist, wie es ist“, kommentierte van Lent die zunehmend prekärere Lage seines Teams im Kampf um den Klassenerhalt. Fast schon trotzig demonstrierte der frühere Bundesliga-Torjäger Hoffnung auf Besserung mit Blick auf das nächste Abstiegsduell am Mittwoch bei Aufsteiger und Schlusslicht VfB Lübeck: "Da haben wir die nächste Chance.“

Ein besonderes Spiel wird die Begegnung an der Lohmühle für Routinier Robert Müller. Der Abwehrspieler kann in Lübeck durch seinen 333. Einsatz zum alleinigen Drittliga-Rekordspieler aufsteigen, nachdem der 34-Jährige gegen Zwickau die bisherige Bestmarke von Tim Danneberg einstellte. Auch wenn Müller angesichts der schon fünften Heimniederlage kaum zum Feiern zumute gewesen ist, vergaß der Innenverteidiger im Gespräch mit "transfermarkt.de" seine persönlichen Ambitionen über den akuten Frust nicht ganz: "Wenn mein Körper weiterhin mitmacht, würde ich gerne noch ein, zwei Jahre in der dritten Liga spielen, und vielleicht schaffe ich es, dass ich die 400 Spiele knacke."

   
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