"Haben so viel Substanz": Remis tangiert 1860-Selbstvertrauen nicht

1860 München und der KFC Uerdingen lieferten sich am Samstagnachmittag ein Duell, das eher von defensiver Stabilität als offensivem Spektakel geprägt war. Angesichts des Spielverlaufs konnte Michael Köllner mit dem 0:0-Endstand leben. Der Löwen-Trainer schwärmte zudem von der "Substanz" in seiner Mannschaft. 

Köllner akzeptiert den Punktgewinn

"Schwierig, schwierig, schwierig!" Zu Beginn des Pressegesprächs nach Spielende brauchte Münchens Trainer Michael Köllner ein wenig Zeit, bis er die passenden Worte für das Gesehene zusammen hatte. Eines wurde dem Übungsleiter dann jedoch recht schnell klar: Gründe für Unzufriedenheit gab es nicht sonderlich viele. "Wir nehmen das Ergebnis so, wie es ist – wir haben einen Punkt geholt", befand Köllner und bezog sich auf die Konkurrenz: "Wenn wir die anderen Ergebnisse anschauen, dann sieht man, wie eng das alles in der Liga ist." Doch war es nicht nur die Leistungsdichte in der Spielklasse, die den Zähler gegen Krefeld aufwertete – auch der Spielverlauf trug dazu bei.

Anfangs hatte 1860 die Partie noch voll im Griff. "Wir haben das Spiel extrem kontrolliert, haben einen guten Ballbesitz gespielt", resümierte auch Köllner. Gegen die kompakte Defensive der Uerdinger gab es allerdings kaum ein Durchkommen. Erst zu Beginn des zweiten Durchgangs bot sich den überlegenen Löwen die erste Großchance: Nach Tallig-Hereingabe setzte Routinier Mölders eine Direktabnahme aus kurzer Distanz über den Querbalken (48.). München blieb auch in den folgenden Spielminuten dominant, musste dann allerdings zusehen, wie sich die Verhältnisse verschoben. Zunächst rettete 1860-Schlussmann Hiller nach einem Fehler seiner Vordermannschaft gegen KFC-Torjäger Kiprit (60.), dann leistete sich der vorbelastete Tallig an der Seitenlinie ein unglückliches Foulspiel und sah die Ampelkarte (69.). Besonders bitter: "Wir wollten gerade wechseln. Eigentlich ist Johann Djayo schon auf dem Weg gewesen – und dann passiert das." Den Hausherren blieb in Unterzahl nichts anderes übrig, als das das 0:0 "mit viel Leidenschaft, mit viel Herzblut" zu verteidigen. "Wenn wir 11-gegen-11 weiterspielen, bekommen wir unsere Möglichkeiten auch", haderte Köllner ein wenig.

"Machen uns überhaupt keine Sorgen"

Nach der Pleite in Dresden reichte es für die Löwen also erneut nicht zum Dreier. Einen Rückschlag bedeutete das jedoch nicht unbedingt. Köllner am "Telekom"-Mikrofon: "Man kann damit leben. Wir haben bis zur gelb-roten Karte schon ein sehr, sehr dominantes Spiel gemacht." Nun gelte es, den Zähler mit einem Sieg in Verl zu veredeln – schon unter der Woche geht es weiter. Am Selbstvertrauen dürfte die Aufgabe bei den Ostwestfalen nicht scheitern, anders als viele seiner Kollegen schien sich Michael Köllner fast über den engen Spielplan zu freuen: "Wir haben so viel Substanz in uns. Da machen wir uns überhaupt keine Sorgen wegen Englischer Wochen. Wir werden es am Dienstag sehen. Ich glaube, wir werden am Dienstag gut auf den Platz kommen."

   
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