"Ausrufezeichen gesetzt": FCM meldet sich mit Wucht zurück

"Der FCM ist wieder da" schallte es nach Schlusspfiff durch die MDCC-Arena. Der 1. FC Magdeburg hat die Tabellenführung mit einem eindrucksvollen 4:0 gegen Türkgücü München zurückerobert und sich die zuvor zwei Niederlagen aus den Gliedern geschüttelt. Neben Baris Atik, der traf und einen Treffer vorbereitete, konnten gleich mehrere Spieler persönliche Geschichten bejubeln.  

Ende nach acht Jahren Warten

Alexander Bittroff hatte alles noch genau auf dem Schirm. Damals, am 28. Juli 2013, hatte er zuletzt im Profifußball getroffen. Im Trikot des FC Energie Cottbus erzielte der gebürtige Brandenburger in der 8. Minute das 2:0 gegen den SC Paderborn. Seitdem kamen zwar jeweils zwei Treffer im Landespokal und der Regionalliga hinzu. In der 3. Liga aber herrschte Flaute. Am Montagabend hatte das Warten – es waren immerhin 121 Spiele – ein Ende. Nach Vorlage von Kai Brünker traf der 33-Jährige zur Magdeburger Führung. "Eiskalt, wie ein Stürmer muss man sagen. Das kann man nicht besser machen", sagte der Innenverteidiger mit einem Schmunzeln bei "MagentaSport".

In einer offenen und umkämpften ersten Halbzeit, in der beide Teams schon hätten treffen können, war es der Impuls, den die Blau-Weißen gebraucht hatten. Nach dem Seitenwechsel sorgten Baris Atik (55.) und Florian Kath (56.) mit einem Doppelschlag für die Entscheidung zugunsten des FCM, der sich in dieser Phase in einen Rausch spielte. Jason Ceka erzielte den Endstand (82.). "Das war sehr, sehr wichtig. Wir haben uns heute reingebissen und es in der zweiten Halbzeit erarbeitet", so Bittroff. "Mit Kampf und mit Wille. Und mit der spielerischen Klasse haben wir den Gegner dominiert. Als Einheit haben wir die Stadt und den Verein verkörpert – so muss das jede Woche sein."

"Hoch intensives Spiel"

Und nicht nur der Defensivspieler schrieb eine persönliche Geschichte. Für Atik, der seine Scorerpunkte elf und zwölf sammelte, war es das erste Heimtor in dieser Saison. Kath traf erstmals seit seiner Rückkehr im Oktober 2020 in der Liga für den FCM. "Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt", sagte er im Vereins-TV. Und der 21-jährige Ceka konnte zudem seinen ersten Profitreffer bejubeln. "Das war ganz wichtig für ihn. Er spielt die letzten Wochen außergewöhnlich. Er hatte knifflige Szenen in den Vorwochen, in denen er nicht belohnt wurde", sagte Titz, der seinen höchsten Sieg als FCM-Trainer feiern konnte, und lobte das Team für den "unglaublichen Willen. Wir hatten die Gier, Tore zu erzielen. Es war wichtig, dass wir uns mal wieder belohnen".

Heile Welt also bei den Elbestädtern, nachdem es zuletzt zwei Niederlagen gegeben hatte? Fast. Denn schließlich findet ein Coach eigentlich immer etwas zu bemängeln. Titz meinte am "Telekom"-Mikrofon. "Es war gut gemacht, in der ersten Halbzeit war es ein hoch intensives Spiel", so der 50-Jährige. "Türkgücü war gut im Spiel, sie hatten ihre Möglichkeiten." Was er kritisch anmerken musste: "In der ersten Halbzeit hätten wir nach dem 1:0 auch das 2:0 machen können, dann wäre es ein Stück einfacher gewesen." Doch Brünker war an Münchens Keeper René Vollath, der eine höhere Niederlage verhindert hatte, gescheitert. Besser machten es im zweiten Durchgang seine Kollegen.

Lob an die Fans

Dass am Ende drei Punkte zu Buche standen, schrieb Kath derweil auch den Fans zu: "Die Fans hatten einen wahnsinnigen Anteil am Sieg – das war ein Schlüssel zum Erfolg." Über 90 Minuten trieben die FCM-Anhänger ihr Team gewohnt lautstark nach vorne und feierten es nach Schlusspfiff ausgiebig. Nach dem Achtelfinal-Spiel im Landespokal bei Sechstligist Haldensleber SC geht es für den FCM am 16. Oktober zum SV Meppen – dann wollen die Elbestädter die Tabellenführung verteidigen.

Die Siegesfeier nach Spielende:

 

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