"Grütze zusammengespielt": Kwasniok trotz Sieg unzufrieden

Der 1. FC Saarbrücken setzt seinen Lauf fort: Mit dem 4:1 gegen den MSV Duisburg feierten die Saarländer am Mittwochabend den vierten Sieg in Folge und liegen als Tabellenfünfter nur noch zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Trainer Lukas Kwasniok war mit der Leistung seiner Mannschaft dennoch überhaupt nicht zufrieden.

"Schäme mich fast"

Vierter Sieg in Folge und den Abstand auf Relegationsplatz drei auf zwei Punkte verkürzt. Trainerherz, was willst du mehr? Auf diese eigentlich rhetorische Frage hatte Lukas Kwasniok dann aber doch einiges zu antworten. Auch wenn der 4:1-Erfolg gegen den MSV Duisburg zumindest auf dem Papier souverän erscheint, so war der FCS-Coach viel unzufriedener, als ein Außenstehender vermutet hätte. "Ich kann mich nicht daran erinnern, als Trainer jemals mit einer Mannschaft ein Spiel gewonnen zu haben – vor allem nicht in der Höhe – wenn man so eine Grütze zusammenspielt", lautete das harsche Urteil des 39-Jährigen bei "MagentaSport" am Mittwochabend. Lediglich vor dem Tor sei sein Team besser gewesen als der Gegner. Das war es dann aber auch. Die drei Punkte nehme er natürlich sehr gern an, doch "ich schäme mich fast schon für das 4:1", erklärte der Deutsch-Pole, der seit Dezember 2019 beim FCS tätig ist, den Klub am Saisonende aber verlassen wird. "Wir haben richtig schlecht gespielt."

Denn mit der Umsetzung der mitgegebenen Aufgaben, der Haltung und der Einstellung der Profis während des Spiels war Kwasniok "überhaupt nicht zufrieden". Auch nach erfolgreichen Situationen sei die Mannschaft nicht in der Lage gewesen, "die Haltung zu verändern. Das hat mich enttäuscht, aber das ist bei einem Sieg gut, dass es ein Warnschuss ist, wenn man gewonnen hat – sonst wäre das Gejammer groß". Dass es am Ende trotzdem zum vierten Sieg in Folge reichte, habe an der individuellen Qualität in den einzelnen Szenen gelegen, so der Coach.

Das Maximale erreichen

Auf den zweiten Doppelpack von Minos Gouras in Folge angesprochen, gestand Kwasniok, dass der Offensivspieler "normalerweise" in der zweiten Halbzeit gar nicht mehr auf dem Feld gewesen wäre: "Mir hat seine Spielleistung nicht gefallen." Doch weil der Deutsch-Grieche nach überstandenem Schlüsselbeinbruch Ende letzten Jahres wieder fit ist und "eine unheimliche Dynamik" habe, blieb er auf dem Feld, erzielte das 3:1 und 4:1 und entschied so das Spiel. "Jetzt ist er für uns eine Bereicherung", lobte sein Trainer.

Da Hansa parallel sein Spiel in Lübeck verlor, ist der FCS nur noch zwei Punkte hinter den Rostockern, die auf Rang drei liegen. Die Saarländer haben sich aus ihrer Ergebniskrise befreit und können wieder vom Aufstieg träumen. "Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir das Maximale versuchen zu erreichen. Und das sind nun einmal so viele Siege wie möglich", so Kwasniok. Weiter geht’s für die Saarbrücker am Samstag mit einem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen. Ob Topscorer Nicklas Shipnoski (elf Tore, zehn Vorlagen) dabei sein wird, ist noch offen – der 23-Jährige musste mit einer Verletzung am Oberschenkel ausgewechselt werden.

   
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