"Großes Kompliment": Hansa im Stile einer Spitzenmannschaft

Hansa Rostock reitet weiter auf der Erfolgswelle. Der 1:0-Sieg gegen Waldhof Mannheim war der sechste Sieg in den vergangenen sieben Partien. Was das Team von Trainer Jens Härtel auszeichnet und wieso er seine Mannschaft aktuell noch nicht als Spitzenteam ansieht.

Zuletzt 19 von 21 Punkten geholt

Als Jens Härtel nach dem Abpfiff noch ein paar Worte an seine Mannschaft gerichtet hatte, war der Jubel bei den Spielern fast so groß wie über den Sieg. Denn Härtel hatte den Profis zwei freie Tage verordnet. Mit Blick auf die anstehenden Englischen Wochen möchte der 51-Jährige dem Team noch einmal die Gelegenheit zum Durchschnaufen geben. Und die trainingsfreie Zeit lässt sich nach sechs Siegen aus den vergangenen sieben Partien auch wunderbar mit dem Gewissen vereinbaren.

Mit 42 Punkten aus 23 Spielen steht die Kogge auf dem dritten Platz und hat drei Zähler Vorsprung auf Verfolger Türkgücü München, der bereits zwei Partien mehr absolviert hat. Es gebe einen Zeitpunkt in der Saison, ab dem die Mannschaften aus der Spitzengruppe der Tabelle anfangen, sehr regelmäßig zu punkten, meinte Hansa-Offensivspieler Bentley Baxter Bahn am "Telekom"-Mikrofon. "Da musst du mit dabei sein. Und das machen wir in den letzten sieben Spielen auch sehr gut", so der 28-Jährige mit Blick auf die Ausbeute von 19 aus 21 möglichen Punkten.

"Konter schlampig ausgespielt"

Dass sich die Norddeutschen in den letzten Wochen zu einem Top-Team der Liga entwickelt haben, zeigt allerdings nicht nur der Blick auf die Tabelle. Die Härtel-Elf verteidigte gegen die Mannheimer konsequent, ließ in 90 Minuten nicht eine richtig gute Torchance für die Gäste zu. "Wir haben es auch gut verteidigt, gerade bei den Standards muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen", lobte Härtel. Damit sei Hansa auch als "verdienter Sieger" vom Platz gegangen.

Damit aber auch der Trainer sein Team als Spitzenteam einstuft, fehlte ihm in der entscheidenden Phase das zweite Tor: "Wir hatten in der zweiten Halbzeit noch zwei, drei richtig gute Kontersituationen, die wir schlampig ausspielen." Mit einem weiteren Treffer wäre die Schlussphase der Partie wesentlich nervenschonender gewesen. So blieb es beim einzigen Tor des Tages durch Nico Neidhart (22.), der sehenswert eingenetzt hatte. "Ich treffe den Ball natürlich perfekt", so der 26-jährige Verteidiger, für den es bereits das vierte Saisontor war.

Defensive steht stabil

"Das Tor hat uns natürlich enorm geholfen", äußerte sich Härtel zur Führung. Denn zuvor hatten die Rostocker durchaus ein paar Probleme gegen den Waldhof, der seine Grundformation zur Überraschung der Hausherren im Vergleich zu den vorherigen Spielen geändert hatte. Zudem seien seine Spieler "bei zweiten Bällen am Anfang etwas schlampig" gewesen, kritisierte Härtel. "Der Ball war oft direkt weg. Aber das wurde besser." Mit der Führung habe sich dann ein anderes Spiel entwickelt.

Und danach konnte Hansa seine große Stärke ausspielen: "Wenn wir momentan führen, ist es sehr schwer, gegen uns ein Tor zu schießen", meinte Neidhart. "Jeder haut sich in den Ball rein." Deshalb kassierte die Mannschaft in den vergangenen sieben Partien auch nur fünf Tore, kam auch trotz langer Zeit in Unterzahl am vergangenen Spieltag beim TSV 1860 München zu einem torlosen Unentschieden. Weiter geht es für die Ostseekicker am Samstag bei Viktoria Köln. Dann will Hansa die Erfolgsserie weiter ausbauen.

   
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