Gorenzel blickt voraus: Nur acht Spieler für 20/21 unter Vertrag

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Der sportliche Aufschwung beim TSV 1860 München hat die Löwen in ruhigere Tabellenregionen gebracht. Die wenigen Möglichkeiten, die das Team von Trainer Daniel Bierofka wegen der Unruhen im Umfeld und der zerfahrenen Transferpolitik hatten, haben sie offensichtlich genutzt. "Sorgenfrei" ist der Klub laut Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel allerdings nicht.

20 Verträge laufen aus

Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel atmet auf, nachdem sich die Löwen mit sechs Punkten aus den letzten beiden Spielen wieder ins Mittelfeld der Tabelle vorschoben. Zuvor geriet 1860 München dorthin, wo sie vermeintliche Experten schon im Vorfeld der Saison sahen: im Tabellenkeller. "Wenn du eine sorgenfreie Saison spielen willst, musst du gegen Chemnitz und Jena Ergebnisse einfahren", wird der 47-Jährige, der den Klassenerhalt der Münchener Löwen als oberstes Ziel gesetzt sehen will, nun in der "Abendzeitung" zitiert.

Als Sport-Geschäftsführer muss Gorenzel allerdings schon früh über den Tellerrand hinausblicken. In diesem Fall ist es nicht nur die aktuelle Saison, die den Kaderplaner beschäftigt, denn beim TSV laufen nach aktuellem Stand gleich 20 Verträge zum Saisonende aus. "Über die laufende Spielzeit hinaus haben nur acht Spieler gültige Verträge", gibt Gorenzel zu, dass vor ihm eine große Herausforderung liegt. Und es betrifft nicht irgendwen: Unter den Kandidaten sind unter anderem Sascha Mölders, Efkan Bekiroglu und Kapitän Felix Weber.

"Mit 2,4 Millionen wirst du dich schwer tun"

Eine finanzielle Einschränkung in der Kaderplanung sind die Fans der Münchener Löwen inzwischen gewohnt, nicht selten wurde der "fehlende Handlungsspielraum" von Verantwortlichen des Vereins betont. Ein Ende im Machtkampf zwischen Präsident Robert Reisinger und Investor Hakan Ismaik ist nicht in Sicht, eine Besserung der allgemeinen Situation damit auch nicht. Das Budget, mit dem Gorenzel jetzt schon für die Zukunft planen muss, ist überschaubar: "Mit 2,4 Millionen wirst du dich schwer tun, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die sorgenfrei durch die Saison 20/21 kommt. Das muss jedem klar sein."

Erste Gespräche sollen demnächst mit Bekiroglu geführt werden, der in seiner zweiten Saison bei 1860 München stark aufspielt: Drei Tore und ein Assist konnte der 24-Jährige in der aktuellen Phase der Löwen beisteuern. In der internen Torjägerliste steht der zentrale Mittelfeldspieler damit an der Spitze, dahinter folgt Innenverteidiger Weber – dem gelang am letzten Spieltag der Doppelpack gegen Jena. Vor Gorenzel liegt eine Mammutaufgabe.

   
  • anteater

    Je nach Quelle die man verwendet und je nachdem, wie sehr man mitbekommen hat, was für diese Saison an Kaderzusammenstellung ging, trotz Dauergejammer der sportlichen Leitung, muss man das nicht überdramatisieren.

    Wir haben den drittgrößten Kader der Liga. Das ist schon eine reife Leistung, wenn man ständig beklagt, kein Geld zu haben. Man hat den zunächst gesamten zusätzlichen Etat (~ € 250.000) für einen Spieler, der als DER Stabilisator für die Abwehr verkauft wurde, verblasen. Bis auf haufenweise gelbe Karten und katastrophales Aufbauspiel hat man hier noch nichts gesehen.

    Es laufen die Verträge von alternden (wohl) Spitzenverdienern (Mölders) aus und auch jene von Spielern, die bislang überhaupt nicht überzeugen konnten (z.B. Lex, Ziereis). Gerade Lex dürfte als damaliger Neuzugang aus der 2. BL auch nicht schlecht verdienen. Wahrscheinlich kann man allein mit den (möglicherweise) wegfallenden Gehältern von Lex und Mölders vier oder mehr hungrige, talentierte Spieler finanzieren.

    Gorenzel ist jetzt gefordert, aber er klang in der Presserunde auch erstmals so, als wäre er bereit dazu, die Gegebenheiten bei uns anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

liga3-online.de