Gorenzel auch in Halle auf der Bank – Trainersuche vor Durchbruch

Auch 22 Tage nach der Trennung von Michael Köllner steht der TSV 1860 München weiterhin ohne Cheftrainer da, sodass Sportchef Günther Gorenzel am Freitagabend beim Spiel in Halle bereits zum vierten Mal auf der Bank sitzen wird. Dann aber wohl letztmals, steht die Trainersuche doch vor dem Durchbruch, wie der 51-Jährige andeutete.

"Finale wirtschaftliche Kriterien" bekannt

Wer wird neuer Trainer des TSV 1860 München? Eine Frage, die nun seit über drei Wochen unbeantwortet ist. Doch geht jetzt alles ganz schnell? Wie Gorenzel auf der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag berichtete, seien ihm nun die "finalen wirtschaftlichen Kriterien" bekannt. Ob sich die Gesellschafter auf das zur Verfügung stehende Budget geeinigt haben, dazu machte der 51-Jährige keine Angaben, sondern sagte nur: "Wir versuchen nun, zeitnah die bestmögliche Lösung zu präsentieren." Eine Aufgabe, die in den Bereich von Gorenzel fallen wird, wie der Sportchef bestätigte.

Als Wunschkandidat und Favorit galt zuletzt Achim Beierlorzer. Ob sich der 55-Jährige mit seinem Ex-Verein RB Leipzig mittlerweile auf die Höhe der Abfindung geeinigt hat, ist bislang allerdings nicht bekannt. Doch selbst wenn der neue Cheftrainer noch bis Freitagabend unterschreiben sollte: Weil die Zeit zu knapp sein dürfte, wird erneut Gorenzel auf der Bank sitzen – zum bereits vierten Mal. "Stand jetzt ja", so der Sport-Geschäftsführer, unter dem 1860 aus drei Spielen nur einen Punkt geholt hat. Auf die Frage, ob sich daran noch etwas ändern könnte, sagte er: "Davon gehe ich nicht aus."

"Um jeden Millimeter kämpfen"

Es wird also erneut die Aufgabe des Österreichers sein, die verunsicherte Mannschaft zurück in die Spur zu führen. Noch immer wirkt die 0:3-Pleite gegen den SC Verl samt der Reaktionen von den Tribünen nach, wobei Gorenzel sagte: "Die Mannschaft hat nicht alles verkehrt gemacht." Im Training unter der Woche – wie schon in den letzten beiden Wochen gab es keinen freien Tag – habe der 51-Jährige der Mannschaft deutlich gemacht, dass die jetzige Situation nur im Kollektiv gestemmt werden könne. "Das versuche ich den Jungs Tag für Tag nahezubringen." Offenbar mit Erfolg, wie er berichtete: "Die Jungs haben jetzt verstanden, dass sie um jeden Millimeter kämpfen müssen – gerade gegen Teams, die sprichwörtlich um die Existenz kämpfen. Das macht mich zuversichtlich." Ein spielerischer Ansatz sei in der aktuellen Lage "der falsche Ratgeber", sagte Gorenzel und kündigte an: "Das wird sich auch in der Personalauswahl zeigen." Heißt wohl: Statt auf Kreativspieler wird der Österreicher eher auf robuste Akteure setzen.

"Jedem muss bewusst sein, in welcher Situation wir stecken", so der 51-Jährige, der gegenüber der Mannschaft aber auch darauf hingewiesen habe, dass der anvisierte Aufstieg "noch möglich" sei. In der Tat fehlen trotz einer Serie von nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen lediglich fünf Punkte auf den vierten Platz. Will 1860 aber nochmal oben ran, muss in Halle gewonnen werden. Über 1.000 Fans werden den TSV begleiten. Noch fraglich sind die angeschlagenen Marco Hiller, Stefan Lex und Fynn Lakenmacher. Im Heimspiel gegen Viktoria Köln am 4. März könnte dann der neue Trainer sein Debüt feiern – und die Aufholjagd einläuten?

   
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