Fünf Fragen: Das erwartet uns am 1. Spieltag

Die 3. Liga ist zurück! Nein, ganz ohne Fußball lässt es sich einfach nicht leben, und seien wir ehrlich: Wer mit seinem eigenen Verein wirklich durch dick und dünn geht, für den ist auch das Mitfiebern mit der deutschen Nationalmannschaft allenfalls ein schnödes Ersatzprogramm. Nun können wir die Sommerpause ad acta legen, der erste Spieltag kommt! Und es stehen gleich einige heiße Duelle auf der Agenda, die uns mehrere Fragen entlocken.

Es geht wieder los

Es sind einerseits die klassischen Themen, die so altgedient sind und auf die doch jeder Drittligafan mit Spannung und Interesse schauen wird: Wie schlagen sich die Aufsteiger aus Regensburg, Zwickau und Lotte? Was machen die Absteiger Duisburg, Paderborn und Frankfurt? Gewürzt wird das Auftaktprogramm durch ein pikantes Derby zwischen dem SC Preußen Münster und dem VfL Osnabrück am Sonntag. Mehr Rivalität gibt es in der 3. Liga außerhalb des Fußballostens in dieser Spielzeit nicht, und gleich zu Beginn treffen die Teams aufeinander. Wer holt sich den Sieg und startet mit einem Prestigeerfolg in die Spielzeit? Es ist kaum zu berechnen…

Frage 1: Wer gewinnt das Eröffnungsspiel am Freitagabend?

Das ist wieder einmal ein Kracherstart, ganz klar: Wenn der MSV Duisburg am Freitagabend im eigenen Stadion auf den SC Paderborn trifft, dann klingt das (mindestens) nach zweiter Bundesliga – oder vielleicht sogar mehr? Beide Teams waren innerhalb der letzten zehn Jahre auch mindestens eine Spielzeit in Deutschlands Belletage vertreten. Nun müssen die beiden Absteiger sich nach dem Worst Case sportlich konsolidieren. Wie das funktioniert? Zum Beispiel mit dem Wiederaufstieg. Dieses Ziel wird bei beiden Clubs zwar nicht offen formuliert, aber die Ambitionen dürften insgeheim jedem Fußballkenner bekannt sein.

Ähnlichkeiten zwischen den Klubs sind unverkennbar: In der Spitze sind beide Kontrahenten herausragend besetzt, unter dem Strich besitzen beide Mannschaften allerdings einen dünnen Kader, der bisher aber von großen Verletzungen verschont blieb. Heißt: Das Duell wird umkämpft, eine knappe und heiße Sache. Vielleicht sprechen aber ausgerechnet die stimmgewaltigen Fans der Zebras das letzte Wort und peitschen ihre Farben zu einem Heimsieg.

Frage 2: Welcher Aufsteiger kommt am besten aus den Startlöchern?

Mit drei starken Aufsteigern haben wir es dieses Jahr zu tun: Jahn Regensburg kommt aus der Regionalliga Bayern, der FSV Zwickau aus der Regionalliga Nordost und die Sportfreunde Lotte aus der West-Staffel. Alle drei sind für gewohnt unangenehm zu spielen – und da in der abgelaufenen Saison zwei der drei damaligen Aufsteiger ganz weit oben landeten, sollte sich jeder davor hüten, diese sogleich als Abstiegskandidaten abzustempeln.

Besonders attraktiv gerät der Start für Jahn Regensburg: Gleich zum Auftakt kommt der F.C. Hansa Rostock in die continental Arena – ein volles Haus ist garantiert. Die Siegchance ist beim Jahn allemal gegeben, zumal Hansa nicht zum Favoritenkreis zählt. Die Sportfreunde Lotte starten beim SV Werder Bremen II, einem Klub, der für gewohnt heiß gehandelt wird, wenn es um die unteren Plätze geht. Auch die Elf von Ismail Atalan hat daher keine schlechten Chancen auf einen erfolgreichen Start! Der FSV Zwickau reist dagegen zum FSV Mainz 05 II, einer unangenehmen Truppe mit modernem Spielkonzept. Ein Punkt wäre für Zwickau ein Gewinn, alles weitere Bonus.

Frage 3: Muss ein Fast-Absteiger einen Fehlstart hinnehmen?

Der VfR Aalen und der SV Wehen Wiesbaden schwammen beide in großer Not, als die letztjährige Saison auf die Zielgerade einbog. Aalen rettete sich relativ frühzeitig, Wiesbaden in allerletzter Sekunde. Vor der neuen Spielzeit ist bei Gastgeber Wehen Wiesbaden kein Ziel formuliert worden: Meilenweit hatte man die ursprünglich anvisierten Aufstiegsränge verfehlt, Bescheidenheit tut gut. Der VfR Aalen hat dagegen den Klassenerhalt als Maximalziel ausgerufen – ihnen steht ein Bruchteil des Etats vom SVWW zur Verfügung, allerlei junge Leute müssen es richten. Alles andere als ein Heimsieg von Wiesbaden wäre eine positive Überraschung für die Truppe von Peter Vollmann.

Frage 4: Weiht Rot-Weiß Erfurt das neue Steigerwaldstadion mit einem Heimsieg ein?

Endlich ist es (quasi) fertig, das Steigerwaldstadion zu Erfurt. Nun gut, die wichtigen Ehrengäste besitzen zwar noch keine fertiggestellten Räumlichkeiten – aber die Tribünen stehen, das Ding ist überdacht, sehr gut! Zum Auftakt wartet gleich ein Ostduell gegen den Halleschen FC, und das bedeutet: Stimmung pur. Zumal nicht nur durch das neue Stadion ein wenig Vorfreude in der eigenen Stadt entstanden ist. Die gute Rückrunde unter Stefan Krämer wirkt nach, ihm wird einiges zugetraut – allen voran eine Saison ohne Sorgen. Beim Halleschen FC würde man dagegen gerne auf den fast schon obligatorischen Fehlstart verzichten. Da aber Rico Schmitt den Kader mächtig umgekrempelt hat, ist eine Prognose über Erfolg oder Misserfolg bei der Wundertüte HFC kaum möglich.

Frage 5: Kann der VfL Osnabrück seine Derby-Misere im zehnten Anlauf beenden?

Fast fünf Jahre ist es nun her, dass der VfL Osnabrück durch ein Tor von Alexander Kotuljac einen 1:0-Erfolg über Preußen Münster einfuhr. Damals waren die Lila-Weißen noch Zweitliga-Absteiger und der SCP ein Frischling in der 3. Liga. Keiner ahnte erstens, dass dieses Duell noch in mindestens fünf weiteren Drittligajahren würde stattfinden werden und zweitens, dass die Niedersachsen die darauffolgenden neun Duelle allesamt nicht gewinnen würden. Fünf Niederlagen und vier Remis, so lautet die aus VfL-Sicht traurige und die aus Preußen-Sicht sehr erfreuliche Derbybilanz.

Wird das in diesem Jahr anders? Klar ist: Beide Teams haben sich ordentlich verstärkt, Preußen Münster tritt vielleicht noch einen Hauch profilierter auf. Daher wird der Sportclub, dem zudem der Heimvorteil zugerechnet wird, als leichter Favorit ins Rennen gehen. Osnabrück bleibt die Hoffnung auf den Auswärtscoup und die Parole: Irgendwann muss es doch endlich wieder klappen!

 

 

 
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