Fünf Gründe für die Siegesserie von Dynamo Dresden

Vier Siege in Folge! Das gab es bei Dynamo Dresden zuletzt vor fünf Jahren. liga3-online.de nennt fünf Gründe, warum es beim Zweitliga-Absteiger nach dem durchwachsenen Saisonstart derzeit so gut läuft.

Grund 1: Mannschaft hat sich gefunden

Abgesehen vom Pokalsieg gegen den HSV wirkte es zu Saisonbeginn häufig, als wüssten die Dynamo-Profis nicht recht, was sie am jeweils anderen haben – Routinen fehlten, Struktur war nur selten zu erkennen. Angesichts des großen Umbruchs im Sommer überraschte das erst einmal wenig. Immerhin waren gleich 14 neue Akteure zu den Sachsen gestoßen. Und so wurden die Verantwortlichen nach keinem der Rückschläge müde, auf die laufende Findungsphase hinzuweisen. Diejenigen, die hinter den Beteuerungen der Bosse nur leere Worthülsen vermuteten, sehen sich nun eines Besseren belehrt: Dynamo spielt seit mehreren Wochen groß auf.

Nach dem Auswärtssieg beim MSV Duisburg bestätigte unlängst Jonathan Meier den wachsenden Teamgeist: "Wir haben uns gut gefunden, es passt gut." In die gleiche Kerbe schlug auch Christoph Daferner. "Vielleicht waren wir zu Saisonbeginn etwas zu ehrgeizig und dadurch verkrampft", mutmaßte der Angreifer, "aber jetzt sind alle so erfolgshungrig, dass wir unsere Serie unbedingt bis zur Winterpause halten wollen." Als Sinnbild für den Positivtrend steht Ransford-Yeboah Königsdörffer: Zu Beginn der Spielzeit wirkte das 19-jährige Eigengewächs auf dem Platz doch eher verloren, mittlerweile sammelt er eine Torbeteiligung nach der anderen (drei Treffer, zwei Vorlagen).

Grund 2: Taktikwechsel

Zu Beginn der Saison lief Dynamo Dresden in der Defensive mit einer Viererkette auf. Trainer Markus Kauczinski behielt das System bis zum neunten Spieltag bei, die Elbestädter fanden sich auf einem unbefriedigenden achten Tabellenplatz wieder. Anschließend stellte Kauczinski auf eine Abwehr-Dreierkette um – und Dynamo ließ in vier Partien keinen einzigen Zähler mehr liegen. Zufall? Wohl kaum! Die Mannschaft fing sich in den besagten Spielen nur noch zwei Gegentore, auch das Abwehrtrio um Mai/Ehlers, Knipping und Hartmann gewann zusehends an Sicherheit und strotzt mittlerweile vor Selbstvertrauen.

Grund 3: Hartmanns zweiter Frühling

Vor allem Marco Hartmann darf als der personifizierte Aufschwung bezeichnet werden, erlebt der 32-Jährige derzeit doch seinen zweiten Frühling. Noch zu Saisonbeginn fristete der Routinier ein Dasein als Auswechselspieler, dann ereilte ihn auch noch eine Verletzung. Dass der Defensivspezialist jedoch noch längst nicht zum alten Eisen gehört, beweist er seit erwähnter Taktikumstellung. Hartmann verleiht dem Spiel der SGD die nötige Struktur und traf zudem schon zweimal ins Schwarze.

"Er gibt gerade den jungen Spielern brutalen Halt", hob Christoph Daferner den Stellenwert des Routiniers nach dem Spiel in Rostock hervor. "Man kann sich an ihm hochziehen, außerdem gibt er wertvolle Tipps." Ganz nebenbei werkelt Hartmann unermüdlich an der Errichtung seines eigenen Denkmals. Im Jahr 2013 aus Halle an die Elbe gewechselt, schnürt der gebürtige Leinefelder seine Fußballschuhe in der nunmehr achten Saison für Dynamo. Laut einer SGD-Vereinsinfo haben in der Nachwendezeit nur zwei Akteure mehr Spielzeiten in Gelb-Schwarz auf dem Buckel: Volker Oppitz und Maik Wagefeld. Wieviel Einfluss Hartmann in seinen acht Jahren genommen hat, belegen weitere Zahlen: Mit ihm auf dem Platz holte die SGD in 144 Partien durchschnittlich 1,66 Punkte, ohne ihn reichte es nur zu 1,09 Zählern pro Spiel.

Grund 4: Mehr Tore

Was Marco Hartmann für Dynamos Defensive ist, könnte Philipp Hosiner für die Offensive werden. Der Neuzugang kommt nach einem stockenden Start immer besser in Tritt und sammelte in jeder der letzten drei Partien Scorerpunkte. Überhaupt machte die Dresdner Offensive einen gewaltigen Sprung nach vorne. Während es an den ersten neun Spieltagen nur zu 1,1 Toren pro Partie langte, steigerten die SDG-Profis diesen Wert in den vergangenen vier Auftritten auf einen Schnitt von 2,5 Toren. Auch stark: In den bisherigen 14 Pflichtspielen in Liga und Pokal trugen sich bereits neun verschiedene Dynamo-Akteure in die Torschützenliste ein.

Grund 5: Kevin Broll

Der letzte Grund in unserer Analyse wird wieder von einem einzelnen Spieler verkörpert: Kevin Broll. Dresdens Schlussmann zeigte zu Saisonbeginn ungewohnte Wackler. Mittlerweile zeigt der Keeper jedoch wieder sein wahres Gesicht und spielt stark auf. Nicht nur in den letzten beiden Partien hielt der 25-Jährige seinen Kasten sauber – Broll steht mit sechs weißen Westen ganz oben im Ranking der Torhüter. So hat der frühere Aspacher ohne Zweifel seinen Anteil daran, dass Dynamo die beste Abwehr der kompletten Liga stellt (nur elf Gegentore) – und sich nun anschickt, ganz oben anzugreifen.

   
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