Fünf Gründe für den Aufschwung des KFC Uerdingen

Der KFC Uerdingen steht auf Tabellenplatz zehn. Was im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär anmutet, ist beim Blick auf die Entwicklung der Krefelder in den vergangenen Wochen durchaus bemerkenswert – nach dem 9. Spieltag belegte der KFC noch einen Abstiegsrang. Zuletzt jedoch sammelte die Steuernagel-Elf stolze zehn Zähler aus vier Partien, liga3-online.de nennt die Gründe für den Aufschwung.

Grund 1: Stefan Reisinger

Es ist kaum zu übersehen: Seit Stefan Reisinger das Sagen hat, punktet der KFC kontinuierlich. Nach dem 9. Spieltag übernahm der 38-Jährige zunächst interimsmäßig von Heiko Vogel, leitet die Geschicke mittlerweile gemeinsam mit Daniel Steuernagel. Unter Reisinger holten die Uerdinger zehn Punkte aus vier Spielen. Es scheint vor allem die charismatische Art und Emotionalität des langjährigen Co-Trainers zu sein, die bei der Mannschaft auf Gegenliebe stößt. Der Zusammenhalt ist spürbar gestiegen.

Grund 2: Verbesserte Abwehr

Nicht selten heißt es im Fußballsprech: Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften. Von der Tabellenspitze ist der KFC Uerdingen zwar noch ein gutes Stück entfernt, auffällig ist jedoch, dass die Defensivabteilung seit vier Spielen wie ausgewechselt wirkt. Während es in den ersten neun Partien noch 16 Gegentore setzte, war es seitdem nur noch eines. Die gesamte Mannschaft agiert in der Defensivarbeit deutlich konzentrierter, das fahrige Verhalten in der Arbeit gegen den Ball gehört zumindest vorerst der Vergangenheit an. Beachtlich: In den vergangenen drei Partien musste der KFC die Kugel nicht ein einziges Mal aus dem eigenen Netz holen.

Grund 3: Verbesserte Teamchemie

Ob es nun der Einfluss von Stefan Reisinger oder die Erfolgsserie mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen ist – fest steht, dass das Stimmungsbarometer in Krefeld steil nach oben zeigt. Kapitän Jan Kirchhoff machte die verbesserte Teamchemie gar als entscheidenden Erfolgsfaktor aus. Erst nach dem 2:0 gegen Jena am vergangenen Wochenende schwärmte der Innenverteidiger: "Wir sind zusammengewachsen – das ist der Schlüssel zum Erfolg. Jeder, der spielt, gibt alles." Aus der Luft gegriffen scheint das keinesfalls: Mit dem veränderten Auftreten arbeitete sich Uerdingen bis auf fünf Zähler an Relegationsrang drei heran.

Grund 4: Stefan Effenberg

Die Zweifel waren groß, als der KFC Uerdingen Anfang des Monats Stefan Effenberg präsentierte. Der frühere Nationalspieler, so der Plan, sollte auf dem Manager-Posten mit seiner Ausstrahlung und Erfahrung vorangehen. Nicht wenige befürchteten, dass bei der Entscheidung zugunsten des 51-Jährigen die Begeisterung für den Namen Effenberg die Überzeugung vom sportlich-strategischen Know-how des Neuen überwog. Bisher bestätigte sich diese Befürchtung nicht einmal in Ansätzen. Im Gegenteil: Es passt offenbar bestens zwischen dem "Tiger" und dem KFC. Effenberg setzt wichtige Impulse und zieht zudem den Fokus vieler Medien auf sich. Im Schatten des neuen starken Mannes können Trainerteam und Mannschaft nahezu ungestört arbeiten – keinesfalls eine Selbstverständlichkeit in Uerdingen. Den positiven Einfluss Effenbergs bestätigte unlängst auch KFC-Profi Roberto Rodriguez gegenüber dem "RevierSpor": "Wir haben großen Respekt. Wenn etwas ist, können wir immer zu ihm und mit ihm reden." Der ehemalige Champions League-Sieger ist genau "die starke Person, die uns in den letzten Monaten gefehlt hat."

Grund 5: Neue Ausgewogenheit

An großen Namen mangelt es in Krefeld seit Jahren nicht mehr. Schon zu Regionalliga-Zeiten schickte der KFC manch Spieler auf den Rasen, von dem einige Drittligisten nicht einmal zu träumen wagten. Komplettiert wurde das Bild durch die Verpflichtung bundesligaerfahrener Cheftrainer. Doch zu selten fügte sich die zusammengestellte Mannschaft zu einem echten Kollektiv. Häufig wirkte der Kader unausgewogen. Hinzu kamen anhaltende Unruhen im Umfeld des Vereins, von denen auch Stars wie Weltmeister Kevin Großkreutz nicht ablenken konnten. Erstmals seit dem Drittliga-Aufstieg im vergangenen Jahr wurde nun offenbar eine Konstellation gefunden, in denen die Akteure wirklich voneinander profitieren – unabhängig von großen Namen und Erfolgen der Vergangenheit.

   
  • Fat Tony

    Der Effenberg-Coup war schon das Beste was dem Verein passieren konnte. Reisinger kennt die Mannschaft schon und kann in Ruhe arbeiten, weil alle auf Effe schauen. Aber ja, die schweren Gegner kommen auch noch, aber wenn das Team bis dahin genug Selbstvertrauen aufgebaut hat, sind die auch alle zu schlagen, bis auf den HFC, die haben noch ne Rechnung offen! :-)

  • Remo Wiesner

    Klar lesen sich 10pkt aus 4 Spielen gut, Aber:
    Sieg gegen Jena, die 11/13 verloren haben.
    Knapper Sieg gegen Meppen.
    Knapper Sieg gegen 1860, die auch noch 40 min in Unterzahl waren, mit einem Sonntagsschuss.
    0-Nummer gegen Magdeburg.

    Das sind alles Teams aus der unteren Tabellenregion.
    Am Wochenende gegen Duisburg wird sich zeigen, ob das eine echte Ansage an die Liga war oder nicht :D

  • popmarev

    bei 3 von 10 möglichen siegen kann man ja nun nicht wirklich von Aufschwung sprechen?!

    • DM von 1907

      Doch, bei zehn Punkten aus vier Spielen muss man sogar von Aufschwung sprechen! Denn zwölf Punkte wären das Maximum gewesen.

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