Heute im Ticker: Derby zwischen Zwickau und Chemnitz

LiveTicker

Hurra – eine Englische Woche steht bevor! Dreimal Fußball in acht Tagen – ein Segen für alle Anhänger, eine Schufterei für die Profis, Stress pur für die Berichterstatter. Aber irgendwie hat dann doch jeder Bock darauf, denn zu keinem anderen Zeitpunkt der Spielzeit können sich binnen weniger Tage derart viele richtungsweisende Ergebnisse ansammeln. Und was wurde die brodelnde Drittliga-Küche in den letzten Tagen nicht weiter befeuert: Geldprobleme in Erfurt, massive Sorgen beim SC Paderborn. Der VfR Aalen wartet hingegen weiterhin auf das Ausmaß seines Punktabzugs, während der FSV Frankfurt kurzerhand seinen Trainer austauschte.

Der 26. Spieltag

Schon am kommenden Wochenende stehen Schicksalsspiele auf dem Plan. Noch nicht beim Duell zwischen Magdeburg und Münster am Freitagabend, bei dem jedoch bereits beide Teams mächtig unter Zugzwang stehen. Der VfL Osnabrück muss hingegen dringend seinen Negativlauf gegen Holstein Kiel beenden – kaum auszumalen, was bei einer fünften Niederlage an der Bremer Brücke los wäre. Der FSV Frankfurt und der Hallesche FC kämpfen indes gegen eine Sieglos-Serie, der FSV Zwickau will im sächsischen Derby seine großartige Form gegen Chemnitz unter Beweis stellen. Der SC Paderborn und RW Erfurt kämpfen gar im direkten Duell gegen den Abstieg. Leider können wir nur fünf Fragen zu fünf Partien stellen – Gift-Potenzial ist in nahezu allen Begegnungen vorhanden.

Frage 1: Rehabilitiert sich der FCM oder poliert Münster die miserable Auswärtsbilanz auf?

Unterschätze niemals den Tabellenletzten aus Mainz, werden viele Drittliga-Trainer nicht müde zu betonen. Magdeburg tat das nicht und wurde dennoch bestraft, verpasste am vergangenen Samstag eine große Chance. Dafür soll nun Preußen Münster förmlich büßen, denn wieder steht ein Heimspiel an der Elbe an. Ein Blick auf die Statistiken verrät: Der Sportclub aus Westfalen ist auf fremden Plätzen bisher ein sehr gern gesehener Gegner, zwei Siege stehen zehn Niederlagen gegenüber. Weil Münster gegen den Halleschen FC zuhause nicht den erhofften Dreier einfuhr, steht die Elf von Trainer Benno Möhlmann nun in der Fremde unter Zugzwang. Direkte Duelle zwischen Paderborn und Erfurt sowie Bremen II und Mainz II versprechen, dass im Abstiegskampf wieder gepunktet werden wird – auf diesen Zug will der SCP aufspringen. Im Hexenkessel von Magdeburg wahrlich keine leichte Aufgabe.

Frage 2: Ankert Holstein Kiel im Aufstiegsrennen und lässt Enochs‘ Stuhl wackeln?

Nach vier Niederlagen in Folge ist das Umfeld des VfL Osnabrück etwas nervös geworden, keine Frage – das wäre auch bei fast jedem anderen Verein der Fall. Wo ist die Leichtigkeit hin und wie kann das Selbstverständnis in die Köpfe der Spieler zurückkehren? Bei Coach Joe Enochs sind die mentalen Fertigkeiten gefordert, die er seiner Mannschaft vermitteln muss – aber wie leicht ist das in dieser Situation? Auch er selbst steht unter Kritik, das lässt sich nicht abstreiten. Die fünfte Niederlage wäre ein Unding, eine mittlere Katastrophe. Wie lange er diese auf dem Trainerstuhl überlebt, ist noch offen, denn im Vorstand besitzt der US-Amerikaner ein großes Vertrauen. Mit Holstein Kiel kommt im Übrigen ebenso ein Kandidat für den Aufstieg, der aber in Auswärtsspielen noch viel Nachholbedarf besitzt. Ein Dreier in Osnabrück würde nicht nur einen Aspiranten vorläufig aus dem Rennen befördern, sondern Kiel selbst mitten in die Verlosung bringen.

Frage 3: Frankfurt oder Halle – bei wem endet die Sieglos-Serie?

Der FSV Frankfurt schickt sich an, im Jahr 2017 noch schwächer als in der Hinrunde zu starten: Vier Zähler waren es nach den ersten sieben Spieltagen, seit Jahresbeginn holten die Bornheimer gerade einmal zwei Pünktchen. Die Konsequenz ist ein Trainertausch: Roland Vrabec musste gehen, Ex-Duisburger Gino Lettieri soll den Klassenerhalt frühzeitig festigen. Mit dem Halleschen FC wartet zu seinem Debüt ein ebenso leicht kriselnder Drittligist, fünf Begegnungen ohne Erfolg nagen am Gemüt. Weil Halle in den ersten sechs Partien des Jahres erst vier Treffer erzielte und der FSV gar nur zwei, sollten Fußball-Feinschmecker einen großen Bogen um das Volksbank-Stadion machen. Ein 0:0 ist nicht unwahrscheinlich.

Frage 4: Wer macht im direkten Duell zwischen Paderborn und Erfurt einen Schritt aus dem Keller?

Ob am Samstag wohl einige Verantwortliche mit dem Klingelbeutel durch die Benteler-Arena laufen werden? Rot-Weiß Erfurt benötigt bis Saisonende 500.000 Euro, der SC Paderborn sogar 3 Mio. – sonst ist die Lizenzierung stark gefährdet. Einen ersten Schritt wagte SCP-Präsident Wilfried Finke mit seinem gleichnamigen Möbelunternehmen und kaufte Tickets für rund 50.000 Euro, um diese günstig an die eigenen Fans weiterzuverkaufen. Kann eine vollere Kulisse für den Heimsieg gegen Erfurt sorgen? Er wäre so wichtig, um die immer größer werdende Abstiegsangst zu reduzieren, um Druck vom Kessel zu nehmen. Den Thüringer Gästen geht es nicht anders: Stefan Krämer und Co. punkten in den Heimspielen zu selten und stehen daher gleichsam unter Zugzwang. Die oberste RWE-Devise lautet: Es müssen endlich Tore her!

Frage 5: Siegt Form über individuelle Klasse, holt der FSV Zwickau den Derbysieg?

In der Hinrunde wäre der Chemnitzer FC beim FSV Zwickau möglicherweise noch klarer Favorit gewesen, aktuell haben sich die Vorzeichen jedoch gravierend gewandelt: Zwickau ist das beste Team im Jahr 2017 und hat so nicht nur den Rückstand auf das rettende Ufer aufgeholt, sondern befindet sich urplötzlich auf dem Sprung ins Mittelfeld der Tabelle! Was für ein Kraftakt der Schwäne, der nun mit dem Klassenerhalt gekrönt werden soll. Zu Gast ist Chemnitz, ein echtes Derby – nur knapp 40 Kilometer trennen die beiden Städte in Westsachsen. Der CFC sinnt nach dem überflüssigen 0:3 bei den Sportfreunden Lotte umso mehr auf Wiedergutmachung, Verlieren ist verboten. Beste Vorzeichen für ein heißes und intensives Sonntagsspiel, ehe nur gut 50 Stunden später schon der nächste Drittliga-Spieltag beginnen kann…

   
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