Heute im Ticker: Derby in Osnabrück – Geisterspiel in Rostock

LiveTicker

Sechs quälend lange Wochen dauerte die Winterpause in der 3. Liga – in wenigen Tagen kann sie endlich zu den Akten gelegt werden! Es beginnt die spannendere Hälfte der Saison, in der sich Aufstiegs- und Abstiegskampf entscheiden. Und was soll wir sagen: Entschieden ist noch nichts! Niemand setzt sich ab wie etwa Dynamo Dresden im letzten Jahr, niemand aus der Spitzengruppe hat mächtig aufgerüstet. Stattdessen sind es die Mittelfeldteams aus Rostock oder Paderborn, die mit einer ganzen Reihe von Neuzugängen den Sprung in die obere Tabellenhälfte schaffen wollen.

Der 20. Spieltag

Wem aber ist das überhaupt vergönnt? Die Auftaktpartien sind heikel. Hansa Rostock etwa startet mit einem Geisterspiel gegen Jahn Regensburg. Ein Heimspiel ohne eigene Fans – sicherlich ein Nachteil für die Kogge. Paderborn begrüßt derweil Spitzenreiter MSV Duisburg, ein Highlight des Spieltags. Derbyfeeling gibt es außerdem an der Bremer Brücke in Osnabrück zu bestaunen, wo der heimische VfL auf Preußen Münster trifft. Und im Osten? Da will der Hallesche FC einen ähnlich optimalen Start wie bereits in der Hinrunde erwischen, als Erfurt noch deutlich mit 3:0 besiegt worden war. Ob es gelingt? Wir stellen unsere fünf Fragen:

Frage 1: Kann Hansa auch ohne seine Fans in die obere Tabellenhälfte stürmen?

Wir müssen überhaupt nicht mehr nach den Ambitionen von Hansa Rostock fragen. Wer einen Christopher Quiring, Joshua Nadeau, Tim Väyrynen sowie Amaury Bischoff verpflichtet, der will nicht auf dem grauen 13. Tabellenplatz verweilen, sondern deutlich nach vorne. Ein tabellarisch ganz in der Nähe befindlicher Kontrahent ist der SSV Jahn Regensburg, der am Samstag vor leeren Rängen an der Ostsee gastieren wird. Eine Entscheidung, für die die Ostbayern wenig können, aber mit der sie sich anfreunden müssen.

Sportlich geht die Favoritenrolle an Hansa, keine Frage. Aber der Jahn besitzt das Potenzial, um auch gut aufgestellte Klubs zu ärgern – man frage nur einmal beim Chemnitzer FC nach, der kurz vor dem Hinrunden-Ende eine deftige 0:3-Heimniederlage einstecken musste. Rostock ist folglich gewarnt und steht doch unter Zugzwang: Ein schwacher Start ins Jahr 2017 würde die zart aufkeimende Euphorie schnell wieder dämpfen.

Frage 2: Schnappt sich Osnabrück den zweiten Derby-Sieg in Folge?

Es ist wieder Derbyzeit zwischen Osnabrücker Land und Westfalen: Der VfL Osnabrück empfängt Preußen Münster und will nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel die „perfekte“ Derby-Saison komplett machen. Ein Kunststück, dass zuletzt dem SC Preußen im Jahr 2012/13 gelang (2:0, 3:1).

Die Vorzeichen sind auf beiden Seiten nicht rosig. Beim SCP sind die Kaderplanungen durch einige unglückliche Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen, Osnabrück musste in Form des Ausfalls von Stürmer Halil Savran (wahrscheinlich bis Saisonende) eine bittere Pille schlucken. Ob der von Fortuna Düsseldorf ausgeliehene Kemal Rüzgar diese Rolle sogleich ausfüllen kann, steht noch in den Sternen. Seine Chancen auf einen Startelf-Einsatz sind jedenfalls trotz der frischen Verpflichtung gar nicht schlecht, andernfalls müsste Trainer Joe Enochs das System wechseln. Und Münster? Die Adlerträger sind schwer ausrechenbar, einzig die Verteidigung stellt sich aktuell nahezu von selbst auf. 1200 mitreisende Gästefans wollen den Derby-Sieg – aber auch mit einem Punkt wäre man beim Sportclub insgeheim wohl gar nicht unzufrieden.

Frage 3: Ärgert Paderborn auch Spitzenreiter MSV Duisburg?

Durch Stefan Emmerling ist die gute Laune schnell nach Paderborn zurückgekehrt. Vergessen ist eine in großen Teilen abenteuerlich schwache Hinrunde, zwei Erfolge zum Ausklang sowie diverse Neuzugänge im Winter sorgen für neue Hoffnungen. Noch aber ist der SCP längst kein Aufstiegskandidat, kleinere Brötchen sollten gebacken werden. Die Euphorie befeuern könnte ein Heimsieg zum Auftakt – niemand Geringeres als der MSV Duisburg, Spitzenreiter der 3. Liga, gibt sich in der Benteler-Arena die Ehre. Im Vergleich zum Tabellenvierzehnten verpflichteten Ilia Gruev und Co. bisher überhaupt keinen Spieler, vertrauen den Altbewährten. Reicht das gegen Paderborn? Im Hinspiel siegte der MSV noch knapp mit 1:0. Weil schon eine Woche darauf Verfolger VfL Osnabrück am Niederrhein gastiert, wären Auftaktpunkte umso wichtiger.

Frage 4: Hat Erfurt aus dem Hinspiel gegen den Halleschen FC gelernt?

Das einzige Ostduell des Rückrunden-Auftakts steigt in Sachsen-Anhalt: Rot-Weiß Erfurt gastiert beim Halleschen FC und will um jeden Preis einen neuerlichen Fehlstart vermeiden – groß ist der Vorsprung auf die Abstiegsränge bekanntermaßen nicht. Gelingen muss das ohne neue Spieler, das lassen auch die Finanzen nicht zu. Auch der HFC rüstete im Winter bisher nicht nach, vertraut folglich auf jenen Spielern, die im Hinspiel mit einer der besten Saisonleistungen einen völlig verdienten 3:0-Sieg herausschossen. Favorit am Samstag ist sicherlich der Klub von der Saale, auch weil Erfurt in der bisherigen Vorbereitung nur wenig Treffsicherheit an den Tag legte. Aber: Erfurt wird sich das Hinspiel mehrfach angeschaut haben, einfache Fehler kein zweites Mal begehen. Leichtsinnigkeit ist bei Rico Schmitt und Co. sicherlich nicht angebracht.

Frage 5: Hält Leopold Zingerle für den 1. FC Magdeburg den Kasten sauber?

Der Torwartwechsel beim FCM schlug zuletzt verdächtig hohe Wellen: Routinier Jan Glinker muss auf die Bank, der junge Leopold Zingerle darf sich am Samstag bei Fortuna Köln beweisen. Für diese Entscheidung muss sich Trainer Jens Härtel ausgiebig erklären – erst recht, wenn der Wechsel fehlschlägt. Warum das in Köln passieren kann? Nun, die Fortunen waren in der letzten Spielzeit wahrlich kein gutes Pflaster für Magdeburg. An das Gastspiel in der Domstadt erinnert sich wohl kein Fan gerne: Unter anderem verletzte sich Felix Schiller schwer, zudem verlor der FCM das Punktspiel durch zwei fragwürdige Elfmeter-Entscheidungen. Zum Start in die Rückrunde soll trotz holpriger Vorbereitung alles anders laufen – nur mit einem mindestens soliden Auftakt lebt der Traum Aufstieg in der Magdeburger Börde weiter.

   
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