Fünf Fragen: Das erwartet uns am 14. Spieltag

Vor der nächsten Länderspielpause haben die Drittligisten noch jeweils einen Auftritt vor sich – und dieser erinnert gewissermaßen an das Saisonende. Warum? Alle Partien finden zeitgleich statt, alle zehn Spiele finden am Samstag um 14 Uhr statt. Über Auf- und Abstieg wird derweil selbstverständlich noch nicht entschieden, gleichwohl finden oben wie unten in der Tabelle hochinteressante Duelle statt. Nicht nur beim 1. FC Magdeburg, der im Schlagerspiel des 14. Spieltags auf Hansa Rostock tritt, dürfte die Luft brennen – mehrere Duelle im Verfolgerfeld sorgen für mächtig Spannung am Wochenende.

Der 14. Spieltag

Da wäre etwa das Duell zwischen dem VfL Osnabrück und dem FSV Frankfurt. Der Zweitliga-Absteiger trumpfte zuletzt groß auf, verfügt über das beste Torverhältnis der Liga und könnte mit einem Auswärtssieg in Osnabrück an den Niedersachsen vorbeiziehen. Holstein Kiel will sich gegen Erfurt im oberen Tabellendrittel festsetzen, auch der SV Wehen Wiesbaden und der Chemnitzer FC schielen trotz Platzierungen im Mittelfeld leise nach oben. Und Tabellenführer MSV Duisburg? Der bekommt es mit dem Halleschen FC zu tun – eine unangenehme Aufgabe für den Ligaprimus, der allerdings im gesamten Saisonverlauf erst einen Gegentreffer im heimischen Stadion kassiert hat.

Frage 1: Bleibt der MSV Duisburg eine weitere Woche an der Tabellenspitze?

Seit dem neunten Spieltag ist der MSV Duisburg von der Tabellenspitze nicht mehr zu verdrängen. Das haben die Zebras auch der Konkurrenz zu verdanken, die sich nicht einig zu werden scheint. Selbst reichen den Blau-Weißen bisher solide Defensivleistungen und wenige Glanzpunkte im Sturm, um zumeist knappe Erfolge einzufahren: Das ist kein Spektakel, dass die Meidericher abbrennen – das 0:0 bei Sonnenhof Großaspach etwa geriet phasenweise gähnend langweilig – aber es ist effektiv und lässt Duisburg vom finanziell so wichtigen direkten Wiederaufstieg träumen. Gegen den Halleschen FC soll am Samstag der nächste Schritt getan werden. Doch wie schwer gerät diese Aufgabe? Der HFC hat still, heimlich und leise eine Serie von acht (!) Ligaspielen ohne Niederlage aufgebaut und reist mit dementsprechend viel Selbstvertrauen an den Niederrhein. Allen voran Royal-Dominique Fennell befindet sich in Hochform und dürfte die ohnehin sparsame Offensive des MSV vor weitere Probleme stellen.

Frage 2: Kann der SC Paderborn seine eigenen Anhänger zurück ins Boot holen?

Groß ist der Frust bei den Fans des SC Paderborn nach der jüngsten 0:3-Pleite beim FSV Frankfurt. Und seien wir ehrlich: Wohl jeder kann die Anhängerschaft verstehen. Kein Verein im deutschen Profifußball kann einen ähnlich drastischen Absturz vorweisen wie die Ostwestfalen, die von der Bundesliga in einem Rutsch bis in die 3. Liga stürzten und sich aktuell selbst dort eher nach unten denn nach oben orientieren müssen. Gegen den VfR Aalen plant die aktive Fanszene, erst nach 12 Minuten ins Stadion zu kommen. Eine weitere Gruppierung wird das gesamte Spiel über vor der Arena verweilen. Schwere Zeiten für den SCP, der die Gunst seiner Anhänger ganz offensichtlich verloren hat. Zurück ins Boot holen können die Schwarz-Blauen ihre Fans einzig und allein mit einem überzeugenden Heimsieg – der dann allerdings auch kein Einzelfall sein darf. Nur wenn Trainer René Müller Konstanz in die Leistungen seiner Mannen bringt, hat er eine realistische Chance, von der Kurve akzeptiert zu werden.

Frage 3: Baut der FSV Frankfurt seine starke Serie in Osnabrück aus?

Sechs Spiele, 16 Punkte – der FSV Frankfurt ist das unangefochtene Team der Stunde in der 3. Liga. Allen voran ein Mann sorgt für Furore: Massimo Ornatelli ist Denker und Lenker im Mittelfeld der Frankfurter und erweist sich von Woche zu Woche mehr als Glücksgriff. Bereits nach einem Drittel der Spielzeit kann er sich zwölf Scorerpunkte auf die eigene Brust schreiben, eine spektakuläre Quote. Aber: Wer ließ Ornatelli überhaupt vor der Saison gehen? Richtig, es war der VfL Osnabrück – der kommende Gegner der Bornheimer. Die spielen ebenfalls oben mit und haben den Abgang von Ornatelli somit offenbar gut verkraftet. Nichtsdestotrotz wird der Deutsch-Italiener, beflügelt von seiner aktuellen Form, mit besonderer Motivation an seinen alten Arbeitsplatz reisen. Ein Sieg ließe den FSV Frankfurt an den Südniedersachsen vorbeiziehen und Frankfurt in der Spitzengruppe etablieren: Wer hätte das nach sieben Spieltagen gedacht?

Frage 4: Gelingt Holstein Kiel der Sprung in die Spitze?

Kaum zu hinterfragen ist die Tatsache, dass Holstein Kiel über einen der qualitativ hochwertigsten Spielansätze in dieser Spielklasse verfügt. Das Problem ist bisher, dass die Störche sich dafür nicht ausreichend belohnen. Ein Beispiel bietet das 1:1-Remis bei Preußen Münster vom vergangenen Wochenende, in dem sich Kiel mit etwas effizienterer Chancenverwertung schon in den ersten 45 Minuten uneinholbar in Führung hätte schießen können. Eine ganze Reihe dieser vergebenen Chancen führt dazu, dass sich Kiel trotz enorm stabiler Defensive bisher lediglich auf dem neunten Platz einreiht. Im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt kann der Sprung ins obere Tabellendrittel gelingen. Eine machbare, aber keine leichte Aufgabe: Der Thüringer Beton ist nicht leicht zu knacken – viele Tore sollten die Zuschauer an der Ostsee zunächst nicht erwarten.

Frage 5: Revanchiert sich Rostock auswärts in Magdeburg für das 1:4 aus dem Frühjahr?

Perfekt angerichtet für ein Fußballfest ist am Samstag die MDCC-Arena in Magdeburg, in der der heimische 1. FC Magdeburg in einem wahren Ostklassiker auf Hansa Rostock trifft. Die Karten gehen weg wie heiße Semmeln, auch wenn der FCM voraussichtlich nicht ganz ausverkauft melden wird. Eine Zuschauerzahl jenseits der 20.000er-Marke ist aber allemal möglich, auch dank einer stattlichen Anzahl an Rostocker Anhängern. Was aber steht sportlich auf der Agenda? Der FCM-Motor stotterte zuletzt – ein Sieg wäre allein daher wünschenswert, um sich wieder in Richtung der oberen Tabellenhälfte zu orientieren. Rostock dagegen verpasste im Heimspiel gegen Mainz 05 II (1:1) Tabellenplatz 3 und startet in Sachsen-Anhalt einen neuen Anlauf auf die lukrativen Plätze. Zudem soll die Revanche für eine deutliche Niederlage in der Vorsaison gelingen: 1:4 hieß es in Magdeburg im Frühjahr. Umso größer wird die Motivation bei der Kogge sein.

 
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