Heute im Ticker: MSV und Kiel vor Aufstieg – Krimi im Keller

LiveTicker

Auf geht es ins vorletzte Drittliga-Wochenende dieser doch so kurzen Spielzeit! Ja, für einen Verein wird es in der Aufstiegsrelegation noch eine Verlängerung geben – höchstwahrscheinlich wird es Jahn Regensburg oder den 1. FC Magdeburg treffen. Für andere Klubs bildet dieser 37. Spieltag allerdings schon einen Samstag der (möglichen) Entscheidung: Allen voran ist hier natürlich auf den MSV Duisburg, der mit etwa 7.000 Fans im Rücken die kurze Reise zu Fortuna Köln antritt, zu schauen. Aber auch Holstein Kiel kann mit einem Erfolg in jedem Fall die 2. Bundesliga sichern, auswärts werden die Störche von der SG Sonnenhof Großaspach empfangen.

Der 37. Spieltag

Während das Tabellenmittelfeld ruhigen letzten Spielen entgegensieht, schlagen im Keller naturgemäß die Alarmglocken: Wer jetzt noch nicht gerettet ist, der muss höllisch aufpassen. Dazu zählt Rot-Weiß Erfurt nach dem deutlichen 1:4 im Heimspiel gegen Regensburg – können die Thüringer auswärts in Rostock Wiedergutmachung betreiben? Der SC Paderborn setzt sich in einem weiteren Heimspiel mit Preußen Münster auseinander, Werder Bremen II kann den FSV Frankfurt derweil auch unabhängig vom Neun-Punkte-Abzug in die Regionalliga schießen und sich selbst mit einem Auswärtserfolg in eine (vielleicht) bessere Ausgangsposition bringen. Nicht zu vergessen ist Mainz II – die Nullfünfer müssten aber selbst in Lotte gewinnen und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Frage 1: Trägt Duisburg vor gewaltiger Kulisse sein Meisterstück vor?

Was musste Fortuna Köln die ganze Saison über bangen. Nicht aufgrund der sportlichen Lage, die sich mit dem Klassenerhalt am 36. Spieltag endgültig beruhigt hat. Sondern um den Aufstieg des MSV, der tunlichst nicht zu früh stattfinden sollte – schließlich bedeuten tausende Zebra-Anhänger einen kräftigen Zahltag im sonst stets spärlich gefüllten Südstadion. 7.000 Duisburger haben sich nun angekündigt, um das Meisterstück ihrer Gestreiften sehen zu können. Wirklich sicher ist sich dieser Annahme aber niemand, zu inkonstant und bieder spielte die Elf von Trainer Ilia Gruev in den letzten Wochen und Monaten. Klar dürfte sein: Ein Sieg muss schon her, um den sicheren Aufstieg zu feiern, denn dass Magdeburg als auch Regensburg nicht gewinnen, ist nicht sonderlich wahrscheinlich. Nie ging dem MSV Duisburg in dieser so komischen Spielzeit wirklich die Aufstiegsflatter – irgendwie wäre es bezeichnend, wenn ausgerechnet im letzten Heimspiel gegen Zwickau nochmals der Druck des Punktgewinns auf den Schultern lasten würde.

Frage 2: Wer bringt sich in die beste Ausgangslage für den Relegationsplatz?

Eins steht schon vor dem Wochenende beinahe fest: Der Kampf um die Relegation wird nicht endgültig entschieden. Es sei denn, Magdeburg gewinnt in Aalen und Regensburg verliert gegen Chemnitz – mit das unwahrscheinlichste Szenario, auch nach Blick auf die Quoten. Wer aber manövriert sich in die beste Ausgangsposition? Aktuell weist Magdeburg noch das fünf Tore bessere Torverhältnis auf und wäre damit kaum noch einzuholen, sollte der Fußballclub Regensburg am Samstag drei Punkte abnehmen. Der VfR Aalen hingegen kämpft als kommender Gegner ebenso noch so lange mit, bis die letzte theoretische Chance in Form einer Aufhebung des Punktabzugs hinüber ist. Der Chemnitzer FC, der in Regensburg gastieren wird, kämpft hingegen mit ganz anderen Problemen – die Stimmung ist nach der 0:3-Packung im Heimspiel gegen Münster ohnehin im Keller. Schwer vorstellbar, dass dieser mit so vielen Problemen konfrontierte CFC sich aufraffen kann und den Jahn nachhaltig ärgern wird.

Frage 3: Erholt sich Erfurt von der schweren 1:4-Klatsche gegen Regensburg?

Auch für RW Erfurt wird es nun ernst. Es darf nicht mehr davon ausgegangen werden, dass Werder Bremen II beim insolventen FSV Frankfurt patzen wird oder der SC Paderborn gegen Münster Federn lässt. Nein, Stefan Krämer und Co. müssen selbst handeln – idealerweise schon auswärts bei Hansa Rostock. Die Ausgangslage ist klar: Verlieren ist verboten, ein Punktgewinn wäre besser als nichts und würde die Entscheidung über den Klassenerhalt in rotweißen Händen lassen. Ein Sieg könnte hingegen unter Umständen sogar die vorzeitige Feier bedeuten. Das Problem ist nicht ein heimschwaches Rostock, sondern die personelle Lage: Kapitän Sebastian Tyrala fällt verletzt aus, Okan Aydin ist angeschlagen. Zusätzlich müssen mit Aydin, Philipp Klewin, Daniel Brückner und Liridon Vocaj vier Schlüsselspieler aufpassen, nicht aufgrund einer Gelbsperre den letzten Spieltag zu verpassen. Ob RWE dann noch richtig zittern muss? Rostock wird Aufschluss geben.

Frage 4: Bleibt Paderborn unter Steffen Baumgart ungeschlagen?

Zwei Siege, ein Remis – die Bilanz von Steffen Baumgart als Trainer des SC Paderborn lässt sich durchaus sehen. Wie wichtig diese Punkte waren, ist an der Tabelle abzulesen: Aktuell wären die Ostwestfalen gerettet, nicht mehr und nicht weniger als eine Momentaufnahme. Nun gastiert Preußen Münster an der Pader, wieder so eine Mannschaft der Rückrunde wie Zwickau eine Woche zuvor. Dort rettete man immerhin einen Zähler, gegen Münster sollen es, nein müssen es fast schon drei sein. Der SCP von 1906 hat dem von 1907 jedoch nicht nur ein Jahr, sondern auch eine etwas längere Serie voraus: Sechs Spiele ist Münster ungeschlagen, hat in diesem Zeitraum mehrere furiose Siege eingefahren und wird demnach mit mächtig breiter Brust zum Westfalenduell reisen. Im Rücken erwartet die Möhlmann-Elf etwa 1.500 Anhänger, die nach größtenteils schwachen Auswärtsleistungen nichts gegen einen Sieg im letzten Auftritt in der Fremde einzuwenden hätten…

Frage 5: Wie viele Reserveteams haben am 38.Spieltag noch Klassenerhalts-Chancen?

Nächste Frage, letzte Frage! Sowohl Mainz 05 II als auch Werder Bremen II stecken in großer sportlicher Not – das interessiert die Lage, daran sind viele Anhänger gar nicht mal abgeneigt. Möglich sind drei Szenarien: Beide Teams besitzen nach dem 37. Spieltag noch die Chance auf den Klassenerhalt, dafür muss Mainz gewinnen und Paderborn und/oder Erfurt patzen. Gewinnen die Nullfünfer nicht, werden sie aller Voraussicht nach schon am Samstag als Absteiger feststehen. Dieses Schicksal kann jedoch auch Bremen blühen, sofern Erfurt und Paderborn gewinnen, die Werderaner aber nicht. Mainz II reist nach Lotte – da sind Punkte möglich, für Lotte geht es um überhaupt nichts mehr und die bestechende Form die Hinrunde ist längst Geschichte. Bremen II reist ebenfalls weit, und zwar zum FSV Frankfurt: Der ist mit Punktabzug abgestiegen, aber auch ohne kurz davor. Die Siegwahrscheinlichkeit des SVW ist nicht gering, Zittern ist bei allen Beteiligten angesagt. Höchstwahrscheinlich läuft der Abstiegskampf erst am 38. und letzten Spieltag zur Höchstform auf.

   
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