"Fünf Endspiele": Würzburgs Situation wird auswegloser

Nach der 1:2-Pleite gegen den 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend geriet Ralf Santelli nochmal mächtig in Rage – jedoch nur noch gegenüber Schiedsrichter Stegemann, der ihn mit der Ampelkarte belegte. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft war er relativ zufrieden, auch wenn die Ausgangslage mittlerweile ziemlich ausweglos erscheint. 

Gelb-Rot nach Schlusspfiff

Das Spiel war schon einige Minuten vorbei, als Würzburgs Trainer Ralf Santelli wutentbrannt auf Schiedsrichter Mitja Stegemann zulief. Wild gestikulierend und mit herausspringender Halsschlagader wütete er auf den Unparteiischen ein. Stegemann ließ sich davon nicht beeindrucken, zeigt erst Gelb und dann schließlich Rot gegen den Übungsleiter, der sich auch in der Folge nicht wirklich beruhigte und noch weiter lamentierte, als der Schiedsrichter bereits in die Katakomben verschwunden war. Darauf angesprochen, wollte der 53-Jährige lieber nicht mehr über den Disput sprechen. "Sonst bekomme ich eine ganz hohe Geldstrafe", beteuerte er anschließend im Gespräch bei "MagentaSport". Auf der Pressekonferenz sprach er anschließend von "Kleinigkeiten", wollte aber ebenfalls nichts in Detail gehen. Dass er Rot gesehen hat, bekam er nach eigenen Angaben unterdessen nicht mal mit: "War es Rot? Dann weiß ich nicht warum." Santelli war darum bemüht, die Sache schnell abzuhaken: "Ist alles okay. Das ist Sport. Alles gut."

Wahrlich gab es an diesem Freitagabend weitaus mehr Gründe, sich als Anhänger oder Akteur der Würzburger Kickers aufzuregen, als über die Leistung des Schiedsrichters, der sich nichts Nennenswertes zu Schulden kommen ließ. Durch die Niederlage im Spiel gegen den FCK, das aufgrund anhaltender Schnee- und Regenfälle dreißig Minuten später losging, wird die Situation bei den Kickers immer beklemmender. Bei noch fünf zu spielenden Partien beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer für die auf Platz 18 positionierten Würzburger satte sieben Zähler. Einige Konkurrenten spielen im Laufe des Wochenendes gar noch und können noch weiter enteilen.

"Dem Gesamtpaket geschuldet"

Dabei hielten die abstiegsbedrohten Franken durchaus mit dem Favoriten mit. "Wir haben die ersten 25 Minuten richtig gut gespielt", bescheinigte auch Santelli, der zwei "gleichwertige Mannschaften" sah, ohne dabei einen Unterschied in der Tabellensituation zu erkennen. So habe sich sein Team schon Chancen erspielen können, doch es habe "einfach der Lucky Punch" gefehlt, wie er befand. So sei auch der Anschlusstreffer von Saliou Sané in der 85. Spielminute "viel zu spät gelungen", als dass noch die Möglichkeit bestanden hätte, Zählbares aus der Partie mitzunehmen. Vor allem nach dem gelungenen Start des FWK habe der Coach gesehen, "warum Kaiserslautern oben steht", zeigte sich der Aufstiegsaspirant doch eiskalt vor dem Würzburger Kasten. Dennoch war für Santelli festzuhalten, dass die Mannschaft "unter dem Strich eine gute Leistung gezeigt" habe. Dass es am Ende nicht reichte, sei "dem Gesamtpaket geschuldet."

So stand trotz aller Bemühungen die zweite Pleite in Folge. Es folgen noch fünf weitere Partien, um den zweiten Abstieg in Folge zu verhindern. "Wir haben fünf Endspiele. Die wollen wir genießen, die wollen wir positiv gestalten und dann geben wir Vollgas", war sich der Trainer sicher. "Die Art und Weise stimmt mich zuversichtlich. Solange rechnerisch noch alles möglich ist, werden wir es versuchen." Vorentscheidend für die Würzburger wird das in zwei Wochen anstehende Heimspiel gegen Viktoria Berlin sein, die ihrerseits ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfen – aus tabellarisch günstigerer Position. Bestmöglich sollten die Kickers aber bereits in der kommenden Woche gegen Braunschweig Zählbares mitnehmen. Wenngleich der stets optimistische Santelli dann auf der Bank fehlen wird.

   
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