Frahn-Rauswurf sorgt für unterschiedliche Reaktionen

"Daniel Frahn, für Sie ist beim Chemnitzer FC kein Platz mehr." Mit diesen deutlichen Worten setzte der CFC seinen bisherigen Kapitän am Montag vor die Tür – weil er rechts gesinnten Gruppierungen zu nahe gestanden haben soll und sich damit "massiv vereinsschädigend" verhalten habe. In den sozialen Netzwerken sorgte die Kündigung für unterschiedliche Reaktionen.

Rückendeckung von der AfD

Über 2.000 Kommentare haben sich bis Dienstagnachmittag unter dem Facebook-Post des Chemnitzer FC zur Trennung von Daniel Frahn angesammelt. In vielen Reaktionen wird die Entscheidung des Vereins begrüßt, oft ist von einem "guten Signal nach außen" die Rede. Der überwiegende Teil der eigenen Anhängerschaft kann den Rauswurf allerdings nicht nachvollziehen. "Was ist daran so schlimm? Er identifiziert sich wenigstens mit dem Verein", heißt es in einem Kommentar. "Wahnsinn", "unglaublich" und "einfach nur peinlich", sind weitere Reaktionen. Viele Fans regen einen Boykott des Pokalspiels gegen den Hamburger SV am kommenden Sonntag an. Auch, dass sich die Mannschaft daran beteilige, wird gefordert. Nicht wenige Anhänger haben sich mit Daniel Frahn solidarisiert und ein entsprechendes Profilbild eingestellt.

Rückendeckung erhält der 32-Jährige auch von der sächsischem AfD. Landtagsabgeordnete Carsten Hütter kritisierte den Rauswurf gegenüber der "Jungen Freiheit" deutlich: "Diese Maßnahme steht in keinem Verhältnis und ist rein politisch motiviert." Der CFC solle sich nicht in die Politik einmischen, sondern sich um seine Finanzen und den Nachwuchs kümmern, fordert Hütter, bezeichnet die Entlassung als "völlig überzogen" und meint: "Wenn man sich sich jetzt im Stadion beim Nebenmann nach dessen politischer Gesinnung erkundigen muss, bevor man sich in die Kurve stellt, dann können wir den Fußball auch gleich beerdigen."

"Erster kleine Schritt in die richtige Richtung"

Zu einer anderen Auffassung kommt Fanforscher Robert Claus im Gespräch mit "sport.de": "Ich fand es damals schon unglaubwürdig, dass er behauptet hat, nicht zu wissen aus welcher Ecke dieses T-Shirt kam." Gemeint ist der Vorfall beim Spiel gegen Altglienicke, als Frahn bei einem Torjubel ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Support your local Hools" hochgehalten hatte. "Das Verhalten des Vereins finde ich an der Stelle konsequent", so Claus.

Auch in den Leser-Foren der überregionalen Nachrichten-Portale rief der Rauswurf des CFC-Kapitäns überwiegend zustimmende Reaktionen hervor: Von einem "ersten kleinen Schritt in die richtige Richtung" und einer "starken Haltung" des Vereins wird dort gesprochen. Ob es am Sonntag beim Pokalspiel gegen den HSV zu Protestaktionen bestimmte Gruppen kommen wird, ist bisher nicht bekannt. Die Polizei ist in jedem Fall vorbereitet: "Wir haben die Entwicklungen rund um den Chemnitzer FC und die Reaktionen der Fanschaft seit geraumer Zeit im Blick und werden unsere Einsatzmaßnahmen entsprechend der uns vorliegenden Erkenntnisse anpassen. Wie bei jedem Fußballspiel, das wir absichern, stellen wir uns auch am Sonntag auf mehrere Eventualitäten ein", so ein Sprecher gegenüber der "Bild".

   
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