Fortuna Köln: Investor Michael W. Schwetje plant wohl Ausstieg

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Am kommenden Montag (19 Uhr) spielt Fortuna Köln gegen den SV Meppen ums sportliche Überleben in der 3. Liga, dabei könnten dem Verein aus der Kölner Südstadt bald auch finanzielle Probleme das Leben schwer machen. Laut dem "Express" plant Investor Michael W. Schwetje den Ausstieg, ganz unabhängig von der Ligazugehörigkeit der Fortuna.

"Anschließend wäre ich nur noch Fan"

Im Jahr 2008 war der Internet-Unternehmer Michael W. Schwetje bei der Fortuna aus Köln als Investor eingestiegen und hatte damals angekündigt, mit dem Verein auf lange Sicht Geld verdienen und ihn dafür in die 2. Bundesliga führen zu wollen. Nun droht den Kölnern nach fünf Jahren 3. Liga stattdessen allerdings der erneute Absturz in die Regionalliga und Schwetje denkt über einen Ausstieg nach.

Wie der "Express" berichtet, hat bereits der Hauptverein die Lizenz für die kommende Spielzeit beantragt, in der Vergangenheit wurde das Zulassungsverfahren noch über die GmbH abgewickelt. Schwetje hatte bisher kein Gewinn aus seinem Investment ziehen können und wurde zudem immer wieder vom eigenen Anhang für seine Tätigkeiten beleidigt, schon mehrmals hatte der Unternehmer anschließend Konsequenzen angekündigt.

Interessenten werden gesucht 

"Perspektivisch würde bei einem Abstieg die Spielbetriebs-GmbH sauber abgewickelt werden. Das kann aber bis zu zwölf Monate dauern. Anschließend wäre ich nur noch Fan von Fortuna Köln und würde mich anderen unternehmerischen Tätigkeiten widmen, für die ich zuletzt wenig Zeit hatte", verkündete Schwetje bereits gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger", sagte aber auch: "Wenn der Klassenerhalt gelingt, bereite ich als Geschäftsführer die nächste Drittliga-Saison ganz normal vor, auch wenn die Zeit natürlich sehr knapp ist."

So oder so soll laut "Express" aber schon im Hintergrund nach Interessenten gesucht werden, die die Anteile von Schwetje am Verein übernehmen wollen. Der Unternehmer kündigte aber immerhin an, den Verein finanziell nicht bluten lassen zu wollen, indem er seine Einlagen zurückfordert: "Den Großteil meiner Investitionen müsste ich bei einem Abstieg als Verluste abschreiben. Von wem sollte ich es zurückfordern können? Es könnte nur eine kleine Rückzahlung aus den Resten der GmbH geben." Für Fortuna-Präsident Hanns-Jörg Westendorf käme bei einem Abstieg dennoch viel Arbeit zu, auch wenn die bisherigen Sponsoren an Bord bleiben und einen Etat für das obere Tabellendrittel der Regionalliga stemmen würden. Für alle Beteiligten wäre der Klassenerhalt somit immens wichtig, vielleicht gelingt gegen Meppen am Montag (19 Uhr) ein wichtiger Schritt.

   
  • anteater

    Respekt vor einem sich zurückziehenden Investor, der "seinen" Verein nicht bluten lassen will. Hasan, nimm Dir ein Beispiel.

liga3-online.de