Finanzielle Sorgen in der RL West: Auch Wuppertal gefährdet

Erneut bangt in der Regionalliga West ein Verein um seine Existenz: Auch beim Wuppertaler SV sind die finanziellen Probleme groß. Der West-Staffel droht nach dem Rückzug der SG Wattenscheid der nächste Schock.

Keine Insolvenz wegen "überschaubarer Beträge"

Mitte Oktober verkündete die SG Wattenscheid 09, dass der Traditionsverein seinen Spielbetrieb in der Regionalliga West aus finanziellen Gründen einstellen muss. Die Tabellenkonstellation wurde daraufhin durcheinander gewirbelt und schnell wurde klar, dass der Bochumer Vorstadt-Klub nicht das einzige Sorgenkind der Liga bleiben würde.

Auch die Sportfreunde Lotte waren kurz zuvor von einer Insolvenz bedroht, genauso schnell konnte der Drittliga-Absteiger diese aber abwenden. Nun ist auch der Wuppertaler SV, zwischen 2008 und 2010 Drittligist, gefährdet – die finanziellen Sorgen des Vereins sind, genauso wie in Wattenscheid, schon länger bekannt. "Natürlich ist immer wieder auch mit mir über das Insolvenzthema gesprochen worden", bestätigt WSV-Vorstandssprecher Alexander Eichner gegenüber dem "RevierSport" und gibt sich kämpferisch: "Natürlich habe ich gesagt, dass ich kein Interesse daran habe, dass der Verein wegen überschaubarer Beträge in die Insolvenz geht und ich meinen Beitrag leisten würde, damit das nicht passiert."

Hoffnung für Wuppertal

Von einem finanziellen Aus ist in Wuppertal noch nicht die Rede. Erst im März gab es einen Vorstandswechsel, trotzdem kam es nun zum mittlerweile vierten Engpass. Gespräche mit Oberbürgermeister Andreas Mucke verliefen positiv, auch Ex-Präsident Friedhelm Runge ist optimistisch: "Herr Eichner hat die Situation dargestellt, ich sehe damit eine Insolvenz zunächst einmal bis Dezember abgewendet. Dann muss man sehen, ob sich alles verwirklichen lässt, was er vorhat." Langfristig steht der WSV allerdings noch vor einem Weg voller Ungewissheiten.

Unlängst wurden daher Stimmen laut, dass das Lizenzierungsverfahren seitens des Westdeutschen Verbandes einer Überarbeitung bedürfe. "Beim Stichwort Lizenzierung wird in der Regionalliga so getan, als seien wir vor 20 Jahren stehen geblieben. Das ist skandalös", hatte Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender von Rot-Weiss Essen bereits nach dem Wattenscheider Rückzug gegenüber dem "RevierSport" beklagt. Auch die Vereinigung deutscher Vertragsfußballer (VDV) äußerten sich ähnlich. Inwieweit ein solcher Prozess dadurch vorangetrieben werden kann, ist nicht bekannt.

   
  • ironimus

    Die Regionalligen in der derzeitigen Form werden als Unterbau für die 3.Liga immer mehr zum Ärgernis. Es klemmt an allen Ecken und Enden. Sowohl finanziell als auch sportlich. Man muss sich nur mal anschauen, was aus Bayern und dem Norden vermutlich hochkommt. Da wird die Begeisterung groß sein.

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